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(Un)cultured Hypothesis
(c) Jacob Sundberg
Johannes Koch (c) Johannes Koch
Jacob Sundberg (c) Tomas Jansohn

(Un)cultured Hypothesis

Deutsche haben keinen Humor. Schweden nennen ihre Kinder „meine kleine Prinzessin oder mein Prinz“ weil sie es selbst gerne wären. Mit solchen Hypothesen gehen die beiden Freunde Johannes Koch und Jacob Sundberg ins Gespräch und ergründen in der Diskussion die deutsche und schwedische Gesellschaft sowie die Kultur beider Länder. Dabei lassen sie interessierte Zuhörer ihres Podcasts „(Un)cultured Hypothesis“ alle zwei Wochen via iTunes teilhaben. Sie diskutieren ihre Thesen bzw. ergründen ihren Ursprung, nie ganz ohne Ironie. KULTURHUS BERLIN hat mit Johannes Koch gesprochen und stellt das Projekt „(Un)cultured Hypothesis“ vor.

 

KULTURHUS BERLIN: Was ist das Anliegen Eures Podcasts und an wen richtet er sich?

JOHANNES KOCH: In unserem Podcast „(Un)cultured Hypothesis“ - übersetzt vielleicht die „Kultur(lose) These“ - diskutieren wir die deutsche und schwedische Gesellschaft und deren Kultur auf skurrile Art und Weise. Wir kreieren teils fundierte, aber öfters eher unfundierte, philosophisch oder psychologisch zugespitzte Hypothesen über unsere jeweiligen Kulturen.

Das Format ist so gedacht, dass mein Gegenüber - in diesem Fall der Schwede Jacob Sundberg - im Vorfeld nicht weiß, was meine These über die Deutschen oder Deutschland sein wird. Die These wird dann diskutiert, auseinander genommen und bespöttelt. Wir wechseln uns alle zwei Wochen mit den Thesen ab, d.h. in der einen Woche wird eine deutsche These besprochen, in der nächsten eine schwedische. Jede Sendung ist circa 20 bis 30 Minuten lang.

Der Podcast ist vor allem für Leute gedacht, die Einblicke in die deutsche oder schwedische Gesellschaft und Kultur suchen. Es gibt viele Menschen die nach Deutschland bzw. Schweden für längere Zeit zum Studieren oder Arbeiten kommen und ein besseres Verständnis haben möchten, Einblicke brauchen oder einfach eine gewisse Nähe und Spaß am kulturellen und gesellschaftlichen Verständnis suchen.

Die Mehrheit der Zuhörer kommt noch aus Europa. Aber mit der sechsten Folge ist bereits zu erkennen, dass vermehrt auch Zuhörer aus den USA einschalten. Wir moderieren die Sendung ja auf Englisch und es gibt viele Deutsche und Schweden im Ausland, die einen Bezug nach Hause suchen oder einfach ein Stück Heimat neu erleben möchten.

 

KULTURHUS BERLIN: Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, so ein Podcast ins Leben zu rufen?

JOHANNES KOCH: Jacob ist ein langjähriger Freund, den ich aus meiner Zeit an der Uni in Großbritannien kenne. Wir haben damals stundenlang philosophiert und Themen diskutiert und so ein gewisses Repertoire an „Geschwätz“ aufgebaut. Wir telefonieren regelmäßig, also ging es für uns darum, unsere Gespräche in ein Format zu bringen, was uns Spaß macht und unsere Telefonate aufzuzeichnen. Wir haben die Idee zusammen ausgearbeitet. Wir wollten etwas Spaßiges mit einem Hauch von Seriosität.

 

KULTURHUS BERLIN: Hast Du noch einen weiteren Bezug zu Schweden?

JOHANNES KOCH: Jacob ist der größte. Aber ich habe das Land in meiner Jugend bereist und mit Jacob auch schon die Sommerferien in der Nähe von Jönköping verbracht.

Durch den Podcast lerne ich ihn jetzt nicht nur noch besser kennen, sondern erfahre zudem mehr über Schweden und seine Bewohner. Das ist ein weiterer Grund für den Podcast und meinen Enthusiasmus, da ich in jeder Folge etwas Neues lerne.

 

KULTURHUS BERLIN: Gab es einen Anlass den Podcast jetzt zu starten?

JOHANNES KOCH: Jacob hat in Schweden gerade sein erstes Buch veröffentlicht und wir nutzen diese Plattform, um den Podcast anzukurbeln, da Jakob auch Auftritte im Radio und diverse andere Promotions macht. Sein Buch gibt es allerdings nur auf Schwedisch. Es heißt “Vi hör av oss” – es sind humorvolle Kurzgeschichten über Bewerbungsgespräche.

 

KULTURHUS BERLIN: Gab es Hindernisse zu überwinden, bevor Ihr den Podcast gestartet habt?

JOHANNES KOCH: Der Einstieg ins Podcasten ist eigentlich nicht schwer. Ich glaube, das ist auch ein Grund, wieso wir dieses Format und nicht YouTube bzw. Video gewählt haben. Zu Anfang gab es bei den Aufnahmen einige Hickhacks, da wir beide nicht das richtige Setup hatten. Wir haben nicht auf das Equipment gewartet, sondern sind einfach gestartet.

 

KULTURHUS BERLIN: Warum habt Ihr dieses Format gewählt?

JOHANNES KOCH: Das Podcasten ist intimer und einfacher zu managen als andere Formate. Das Medium scheint zudem rasant zu wachsen. Es war für uns auch eine Möglichkeit, uns multimedialer aufzustellen und Moderation zu lernen. Dadurch, dass wir aus Philosophie und Psychologie eine Unterhaltungssendung machen, bedienen wir eine Nische, die es meines Wissens nicht oft und schon gar nicht in diesem Format gibt.

 

KULTURHUS BERLIN: Wie wählt Ihr die Themen aus?

JOHANNES KOCH: Ich weiß nicht, wie Jacob seine Thesen aufstellt. Mein kreativer Prozess beginnt im Alltag. Was bemerke ich? Wie verhalten sich meine Mitmenschen? Wie verhalte ich mich? Was nervt mich? Was sagen meine ausländischen Freunde über mich? Aus diesen Situationen entstehen dann die Ideen für den Podcast.

Ich bin selbst kein gebürtiger Deutscher. Ich habe zwar die deutsche Staatsbürgerschaft, bin aber halb Inder und in der Schweiz aufgewachsen. Außerdem ist meine Frau Amerikanerin. So weiß ich eigentlich nicht, wo ich hingehöre. Aber mein Hintergrund verleiht meinen Thesen dadurch eine gewisse Perspektive. So bin ich zum Beispiel auf die Idee gekommen zu untersuchen, wieso man denkt, dass Deutsche humorlos sind. Was natürlich nicht stimmt. Aber meine ausgereifte und völlig banale Theorie dazu ist in der Episode “Humor Unraveled” vom 27. Februar 2018 zu hören.

 

KULTURHUS BERLIN: Und dann telefoniert Ihr und sprecht darüber?

Fast. Ich sitze in Berlin, Jacob in Nassjö und wir sind über Skype oder Zoom zusammen geschaltet, nehmen aber jeder seine Spur lokal auf. Nach den Aufnahmen bringen wir die beiden Spuren dann zusammen. Das hat den Vorteil, dass wir keine Tonausfälle haben, die durch Skype oder einen anderen Dienst entstehen könnten. Wir müssen so zwar im Nachgang ein bisschen schneiden, aber das bleibt im Rahmen.

 

KULTURHUS BERLIN: Welche Wünsche und Ziele hast Du für Euer Projekt?

JOHANNES KOCH: Wir haben das Ziel, bis Mitte Juni 10.000 Zuhörer zu gewinnen. Ein Zwanzigstel davon haben wir bereits. Wir haben also noch ein gutes Stück Weg vor uns. Aber wir arbeiten an unserem Internetauftritt, fangen an, unsere Sendung über Blogs und in anderen Podcasts vorzustellen. Wir werden versuchen, das organische Wachstum der Sendung durch gezielte Initiativen nach dem Learning-by-doing-Prinzip zu fördern. Schön wäre es, eine Förderung zu bekommen, um die Kosten zu decken.

KULTURHUS BERLIN dankt für das Gespräch und wünscht Eurem Podcast viel Erfolg!

 

Das Interview führte Claudia Rach im März 2018.


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