| Er ist der wohl wichtigste zeitgenössische Schriftsteller seines Landes: Der Norweger Dag Solstad. KULTURHUS BERLIN lud am 26. April ins Felleshus der Nordischen Botschaften, wo Solstad aus seinem neuen, gerade auf Deutsch erschienenen Buch „Scham und Würde“ las. Das war Ohrenfreude. Ina Kronenberger trug den von ihr ins Deutsche übersetzten Text vor. Zu erfahren war an diesem Abend übrigens auch, wie die schönen im Zürcher Dörlemann-Verlag veröffentlichten Bücher zu ihrem Aussehen kamen: Es war immerhin eine buntgestreifte Hose, die als Vorbild für die drei farbenfrohen Solstad-Buchtitel diente. | |
| 26.
April 2007 · 20:00 Uhr Bus 100, 200, 187 Eintritt frei! Moderation: Sophie Wennerscheid |
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| Der Züricher Dörlemann Verlag bringt mit Dag Solstad einen der wichtigsten norwegischen Autoren der Gegenwart nach Deutschland. In den hervorragenden Übersetzungen von Ina Kronenberger erschien erst Elfter Roman. Achtzehntes Buch, dann Professor Andersens Nacht und nun Scham und Würde auf deutsch. Wir präsentieren die drei Bücher mit Fokus auf das Gesamtwerk Dag Solstads. So wird ein spannender Blick auf die Veränderungen deutlich, die die Figuren Solstads von 1970 bis heute durchlaufen haben. |
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| Eine Veranstaltung von: KULTURHUS BERLIN, Dörlemann Verlag, Kgl. Norwegische Botschaft in Berlin, Nordeuropa-Institut und NORLA. | |
| Dag Solstad, wurde am 16.7.1941 in Sandefjord geboren. Er debütierte 1965 mit dem Erzählband Spiraler [Spiralen] und gehört seither zur ersten Garde der norwegischen Schriftsteller. Dag Solstad hat zahlreiche Romane, Artikel, Theaterstücke, Essays verfasst und zusammen mit Jon Michelet fünf Bücher über die Fußballweltmeisterschaften herausgegeben. Er hat als einziger Autor bereits dreimal den norwegischen Kritikerpreis erhalten und wurde 1988 für seinen Roman 1987 mit dem Literaturpreis des Nordischen Rates ausgezeichnet. Dag Solstads Werke wurden bislang in zehn Sprachen übersetzt. Elfter Roman, achtzehntes Buch ist der erste Roman, das erste Buch Solstads auf deutsch. 2005 erschien Professor Andersens Nacht. Roman. |
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| Ina Kronenberger, geboren 1965 in der Pfalz, übersetzt aus dem Norwegischen und Französischen, u.a. Per Petterson, Linn Ullmann, Ketil Bjørnstad, Anna Gavalda, Amin Maalouf und Thomas Gunzig. |
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| Dag Solstad Elias Rukla, seit 25 Jahren Studienrat für Norwegisch, macht im Unterricht eine äußerst aufregende Entdeckung. Die Nebenfigur Dr. Relling in Ibsens Wildente hat eine ganz zentrale Funktion! Innerlich erregt von dieser spontanen Eingebung bittet er einen Schüler, die wenigen Einsätze Rellings laut zu lesen. Genervt blättern alle vor und zurück, und der Schüler liest demonstrativ gelangweilt vor. Der Unterricht wird zur Qual. Das erlösende Klingeln ertönt, Rukla atmet erleichtert auf. Als sich auf dem Pausenhof sein Regenschirm nicht öffnen läßt, verliert er die Haltung, er trampelt darauf herum, beschimpft dabei die gaffenden Schüler aufs Wüsteste. Und er weiß, er will nicht mehr in sein altes Leben zurückkehren, seine Scham über den Verlust der Würde ist zu groß. |
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| Dag Solstad »Dag Solstad dürfte bald kein Geheimtip mehr sein.« »Daß ein Autor, dem regelmäßig großartige
Kritiken, hochdotierte Preise und bedeutende Auflagen beschert werden,
daß dessen Bücher in zahlreiche Sprachen, bislang aber nicht
ins Deutsche übersetzt wurden - es bleibt unverständlich.« Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger »Dag Solstad ist der nordische Anwärter auf den Nobelpreis.«
Eines Morgens Ende August steht Bjørn Hansen am Kongsberger Bahnhof und wartet auf seinen Sohn. Er ist fünfzig, und es ist vier Jahre her, seit er Turid Lammers verlassen hat, die Frau, für die er einst Frau und Kind sitzen ließ und nach Kongsberg zog, um »dem Traum vom gestohlenen Glück« nachzulaufen. Doch auch die Begegnung mit dem Sohn kann Bjørn Hansens Dasein nicht mit Inhalt füllen, und aus Protest gegen das Leben entwickelt er einen Plan, mit dem er sein großes Nein verwirklichen will. Elfter Roman, achtzehntes Buch würde auch Bjørn Hansen gerne lesen, »ein Roman, der zeigt, daß das Leben unmöglich ist«. Ein tiefgehender existenzieller Roman, der konzentriert und kompromißlos alle zentralen Themen Solstads aufgreift: Mit messerscharfer Präzision, subtilem Humor und im mahlenden Stil Prousts schildert Solstad das Gefühl des Intellektuellen, ausgegrenzt zu sein. Bjørn Hansen – dem Stadtkämmerer – wird die Gesellschaft immer oberflächlicher und unverständlicher. |
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| Dag Solstad Mord und Mythos in der Weihnachtsnacht »Bis zur Schlußpointe, die alles menschliche Tun und Trachten
noch einmal in seiner ganzen Erbarmungswürdigkeit entlarvt, bereitet
Solstads gletscherkalte, souverän distanzierte Prosa einen seltsam
trostreichen Genuß.« Alle Jahre wieder zelebriert Pål Andersen, Professor für Literatur, mit großem Vergnügen und »kindlicher Einfalt« die Heilige Nacht. Er kleidet sich festlich, kocht das traditionelle Weihnachtsessen, um dann alleine zu speisen. Ein erwachsener Mann Mitte fünfzig mit einem intakten kindlichen Gemüt. Er erfreut sich an den erleuchteten Fenstern seiner Nachbarn, die sich alle zum selben Ritual um den Weihnachtsbaum versammeln. Die stille Nacht des Professor Andersen findet ein abruptes Ende, als er im Fenster gegenüber den Mord an einer jungen Frau beobachtet. Professor Andersens Nacht beginnt als klassischer Kriminalroman … Dag Solstad lockt seinen Leser in die finstersten Winkel der menschlichen Seele. |
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