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Schnörkellos gnadenlos Der neue Aki Kaurismäki auf DVD |
Lichter der Vorstadt Verleih: Pandora Sprachen: Untertitel: seit 6. Juli auf DVD 74 Min.; FSK: 12 Jahre |
„Lichter der Vorstadt“ ist nach „Wolken
ziehen vorüber“ und „Der Mann ohne Vergangenheit“
der letzte Teil der „Trilogie der Verlierer“, einer Filmreihe
des bekannten finnischen Regisseurs Aki Kaurismäki. Er wird sogleich als Außenseiter vorgestellt: Seine Kollegen meiden ihn, gesellschaftliche Zusammentreffen betrachtet er nur von außen, und überall, wohin er kommt, treffen ihn geringschätzige Blicke. Nur Aila, die eine Würstchenbude betreibt, ist sein einziger menschlicher Kontakt, den Koistinen aber auch nicht recht ausbaut. Doch dann stößt in einem Lokal Mirja (Marja Järvenhelmi) zu ihm, und bald schon verliebt er sich in sie. Ihr Interesse an ihm ist jedoch nur vorgeheuchelt, denn in Wahrheit ist sie der Lockvogel für den Gangsterboss Lindström (Ilkka Koivula), der an Koistinens Schlüsselbund herankommen will, um in die Shopping Mall einbrechen zu können und den Juwelier auszurauben. Das Vorhaben gelingt und der Verdacht fällt auf Koistinen. Doch der gibt sich der beinah systematischen Vernichtung seiner Existenz wehrlos hin. Der Beginn einer Talfahrt, die möglicherweise doch noch ein gutes Ende nehmen wird? Wie lange wird er an seiner Lebensvision, dass sein Elend nur vorübergehend sei und an seinem Traum von der beruflichen Karriere festhalten? Die soziale Vereinsamung ist in der Figur Koistinen sicherlich auf die Spitze getrieben, aber gerade das macht sie interessant. Obwohl Koistinen der Mittelpunkt des Filmes ist, erfährt man im Grunde kaum etwas von ihm und beginnt sich zu fragen: Ist seine Einsamkeit gewollt oder wird er von vornherein von der Gesellschaft ausgeschlossen? Er gibt nicht viel von sich preis. Seine Mimik bleibt meist unverändert und Kommunikation wird – typisch in Kaurismäki-Filmen – ersetzt durch Rauchen und Trinken und ist, wenn sie denn einmal doch stattfindet, unbeholfen und knapp. Kaurismäki erzählt mit schnörkellosen Bildern eine gnadenlose Geschichte eines außergewöhnlichen, gut dargestellten Menschen, bei dem der Zuschauer die ganze Zeit auf die Wende zum Guten, zum Leben, hofft. Der trockene Humor Kaurismäkis, der immer mal wieder durchscheint, verleiht diesem Film jedoch auch noch viel mehr, als nur melancholische Nuancen. Empfehlenswert ist diese nicht besonders leichte Kost nicht nur für Kaurismäki-Fans, sondern auch für Freunde des ruhigen, nachdenklich stimmenden Films. Schade an der DVD ist nur, dass sie mit wenig Extra-Material ausgestattet ist, das sich nur auf einige Trailer beschränkt. |
| Anna Mamar | |