Hörbuchrezension

Dame oder Seeräuber? – Pippi kann natürlich beides. Die deutsche Jubiläumsausgabe der Lindgren-Geschichten ist erstmals farbig illustriert

CoverJede Seite hat ein Bild! Und wenn es nur ein kleines ist. Meist aber sind es große, farbige Illustrationen, die durchs Buch tanzen: Luftballons, Bäume, Bonbons, Boote, Häuser, halbnackte Männer, Matrosen, Tiger … Ganz oben in den Ecken zeigen farbige Signetten, welche Geschichte gerade erzählt wird. Insgesamt neun sind es im neuen „Pippi Langstrumpf geht an Bord“ – ein Klassiker, der jetzt zum ersten Mal als ein farbiges Bilderbuch erscheint.

Astrid Lindgrens Texte stammen von 1946, übersetzt wurden sie 1950, und nun sind sie neu illustriert. Die Hamburgerin Katrin Engelking, die zuvor schon für zwei andere Langstrumpf-Bücher zeichnete, hat die jüngste Ausgabe bebildert.

Sie malt eine übermütige, eine verträumte Pippi. Pippi Langstrumpf hat bei ihr einen großen Mund. Und strahlende Augen. Oder aber vom Weinen ganz gerötete Augen. Es poltert, es kämpft, es rumpelt. Andere Kinder mischen mit, gegen erwachsene Strolche, steife Knochen oder lahme Schnarchnasen. Und dann taucht eine ganz neue Pippi auf: Nicht vorlaut, sondern sehr weise, sehr elegant und sehr „bezaubernd“ – Pippi mit großem Damenhut, Perlenkette und Federboa, und selbstverständlich mit rot lackierten Fingernägeln. Als fabelhafte Dame trippelt sie durchs Buch, hebt den Rocksaum und erklärt der Welt, dass „Eine-Wirklich-Feine-Dame sich nur in der Nase bohrt, wenn sie allein ist!“

So schöne Bilder, so schöne Texte, so viel zu gucken und zu lesen für einen so anständigen Preis. Das macht Spaß.

Hörbuch:
Astrid Lindgren
Pippi Langstrumpf geht an Bord
Bilder von Katrin Engelking
ISBN 978-3-7891-4163-8
Oetinger Verlag
12,90 Euro

Ulrike Schulz