Keiner denkt an die Krähen

CoverMama Muh feiert Weihnachten (Gebundene Ausgabe)
von Jujja Wieslander, Illustrationen von Sven Nordqvist
Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch
Original Mama Mu och Krákans jul
32 Seiten, Oetinger 2009
ISBN: 978-3789173295
12,00 Euro

Ein düsteres, vollgestopftes Krähennest ist zu Weihnachten besonders ungemütlich. Dunkel, eng und kalt. „Nur Kühe haben es warm“ jammert die Krähe, eingemummelt und deprimiert, und sie hat recht, denn Mama Muhs Kuhstall ist wirklich ganz anders, hell und warm, und hier gibt es sogar einen Weihnachtsbaum. Den hat man, wenn Weihnachten ist, und das ist morgen, und das hat die Krähe total vergessen. Entsetzen! Quietschende Flügel. Panik: „Ich habe nicht ein einziges Weihnachtsgeschenk für mich. Wie soll ich das noch schaffen?“ Die Krähe muß nach Hause, in ihr Nest, sich beeilen, „sonst bekomme ich ja gar keine Weihnachtsgeschenke!“ Und dann packt sie sich selbst die Geschenke ein, die sie in ihrem Nest findet:„Ein Legoteil! Das wünsch ich mir.“ Und „eine Wurstscheibe, darüber werde ich mich freuen“. Aber vor lauter Aufregung und Vorfreude kann sie die Nacht zum Heiligabend natürlich nicht schlafen und – springt stattdessen aus dem Bett, um die Geschenke, die Wurstscheiben, Lego und alten Käse auszupacken. Die Überraschungen sind jetzt natürlich futsch. Und der Heiligabend auch. Bei Mama Muh im Stall wird gefeiert, aber die Krähe ist am Boden zerstört und weint: „Niemand kümmert sich um die Krähen, ... nur ich kümmere mich um mich. Seufz!“ Mama Muh und die gackernden Hühner aber haben dann doch noch eine Überraschung für die Krähe. Und die hat dann auf einmal sogar ein gemütliches Nest.

Ein warmes Bilderbuch für die Weihnachtszeit, eine Geschichte übers traurige Alleinsein und das Glück von Freundschaft.

Ulrike Schulz