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Thementag: 100 Jahre Frauenwahlrecht |
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Ohne Frauen geht es nicht. Das Frauenwahlrecht ist einer der Meilensteine des Demokratisierungsprozesses im 20. Jahrhundert. Finnland feiert das 100jährige Jubiläum der Einführung des Frauenwahlrechts. 1906 erhielten die finnischen Frauen als erste in der Welt das aktive wie auch das passive Wahlrecht. Viele Länder der Welt folgten, wenn auch zögerlich, dem finnischen Beispiel. In Deutschland setzten sie ihre Forderungen am 12. November 1918 durch. Das allgemeine und gleiche Wahlrecht für alle Menschen – unabhängig von Herkunft, sozialem oder wirtschaftlichem Status – war in den Parolen und Prinzipien der parteien vor 100 Jahren eine Seltenheit. Selbst die Frauenbewegung im Allgemeinen verlangte das Stimmrecht durchaus nicht für alle Frauen, sondern nur für Frauen des eigenen Standes. Das allgemeine und gleiche Wahlrecht für alle Bürger stand auf dem Programm der internationalen Arbeiterbewegung – im Programm der Sozialdemokratischen Partei in Deutschland seit 1891 und in Finnland seit der Gründung der Partei 1899. Die Frauen in der Arbeiterbewegung hatten dennoch Grund, über die politische Praxis besorgt zu sein: Die Partei hielt in mehreren Ländern ihr Versprechen nicht, so 1902 in Belgien, 1906 in Österreich und 1907 in Schweden. Man ließ die Forderung des Frauenwahlrechts fallen, um zunächst das allgemeine und gleiche Wahlrecht für Männer zu erreichen. Finnland war das Musterland, wo die Arbeiterbewegung mit ihren Streiks und Forderungen für das Wahlrecht für Männer und Frauen kämpfte und es 1906 verwirklichte. 1907 wurden unter 200 finnischen Volksvertretern die ersten 19 Parlamentarierinnen gewählt – als erste in Europa. Um das Frauenwahlrecht weiterhin weltweit zu propagieren, beschlossen die Arbeiterfrauen auf ihrer internationalen Konferenz 1910 in Stuttgart, einen internationalen Frauentag einzuführen. Der erste Frauentag wurde in Europa am 19. März 1911 im Gedenken an die Märzgefallenen 1848 und an die Gründung der Pariser Kommune am 18. 3. 1871 veranstaltet. Der Tag entwickelte sich zu einem allgemeinen Wahlrechtsdemonstrationstag. Weltweit wurde der internationale Frauentag bekannt, weil man ihn in der Sowjetunion als Feiertag beging. Am 8. März 1917 fand in St. Petersburg eine Demonstration von Frauen statt, was mit dem Beginn der Februarrevolution zusammenfiel. Seit den 1920er Jahren feierte man in den sozialistischen Ländern am 8. März den internationalen Frauentag, die Sozialdemokraten hingegen feierten ihn im Laufe der Monate März bis Mai. Der internationale Frauentag wird immer noch gefeiert, die Bedeutung des Tages hat sich geändert – und deshalb ist es wichtig, sich gerade am 8. März 2006 daran zu erinnern, dass es ursprünglich ein Tag der Agitation der Arbeiterinnen für das Wahlrecht aller Frauen war. Doch ein Blick über den europäischen Tellerrand zeigt schnell, dass nicht überall die politische Gleichberechtigung selbstverständlich ist. Gerade der Fall des wieder aberkannten Frauenwahlrechts in Kuwait zeigt, dass es keinen Grund gibt, sich auf den gewonnenen Rechten auszuruhen. (Quelle: Pressetext des Finnland-Instituts) |
| 8. März 16-18 Uhr |
100 Jahre Frauenwahlrecht, Podiumsdiskussion Finnische und deutsche Frauen diskutieren aktuelle Problemlagen Anmeldung: Senatssaal der Humboldt-Universität zu Berlin/Hauptgebäude |
| Eröffnung: 8. März 19 Uhr |
Ausstellung: „Von heute an für alle! 100 Jahre Frauenwahlrecht“ Die Ausstellung beleuchtet den Kampf der finnischen Frauen für ihre politische Mitsprache. Anhand von 24 thematischen Stationen werden die historischen Umstände im Finnland der Jahrhundertwende nachvollzogen. 8. März bis 5. April 2006 |
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