Berlin, Dezember 2009

Liebe Freundinnen und Freunde des KULTURHUS BERLIN,

die mit Abstand erfolgreichste Saison seit Bestehen unserer Filmreihe konnte der NORDISCHE FILMKLUB in diesem Herbst feiern. Noch nie kamen so viele Zuschauer wie in den Herbstvorstellungen unserer diesjährigen Saison, die Besucherzahlen sind überwältigend. Vor allem die Preview von Verblendung, aber auch die überaus gut besuchten Filme unserer Spezial-Reihe zu Selma Lagerlöf, der schwedische Filmabend mit Tomas Alfredsson und die Deutschlandpremiere von Mika Kaurismäkis neuem finnischsprachigen Film waren es, die sehr viele Besucher in diesem Herbst in den NORDISCHEN FILMKLUB zogen. Dankeschön unserem Publikum! Und: Es geht weiter mit nordischen Filmen! Im Januar!

KULTURHUS BERLIN war in diesem Jahr wieder auf dem Lucia-Weihnachtsmarkt und feierte mit Ihnen dort nordische Weihnachten. Auch 2010 werden wir voraussichtlich wieder in der Kulturbrauerei sein und ein skandinavisches Weihnachtsprogramm für Kinder und Familien anbieten – an allen Adventssonntagen.

Pünktlich zum Jahreswechsel ist die Deutsch-Skandinavische Jugendphilharmonie wieder mit einem Konzertprogramm in Berlin. KULTURHUS BERLIN verlost 2 x 3 Freikarten für das große Abschlusskonzert in der Berliner Philharmonie am 4. Januar.

Worauf man bei Dreharbeiten im Hohen Norden stoßen kann, berichtet Ines Trams, Redakteurin des ZDF, in diesem KULTURHUS-BERLIN-Newsletter. Wir empfehlen Ihnen ihre zweiteilige Dokumentation. Wir stellen Ihnen Bücher aus dem Norden vor und laden schon jetzt sehr herzlich zur dänisch-deutschen Krimi-Lesung mit Jussi Adler Olsen ins KulturKaufhaus Dussmann ein.

Mit oder ohne Schnee – Ihnen und Ihrer Familie schöne Weihnachtsfeiertage wünscht

Ihr

KULTURHUS BERLIN

Inhalt

1 KULTURHUS BERLIN verlost Freikarten für die 34. Deutsch-Skandinavische Orchesterwoche

2 KULTURHUS BERLIN lädt ein

3 RÜCKBLICKE des KULTURHUS BERLIN

4 REZENSIONEN

5 Eisiges Schweigen und nordische Gelassenheit. Von schwierigen Dreharbeiten im ganz hohen Norden. Die ZDF-Autorin Ines Trams über ihre Dokumentation am Nordkap

6 TIPPS & TERMINE: Nordische Kultur in Berlin

7 Der NORDEN im TV

8 KULTURNOTIZEN aus dem NORDEN

1 KULTURHUS BERLIN verlost Freikarten für die 34. Deutsch-Skandinavische Orchesterwoche

27. Dezember 2009 – 05. Januar 2010 in Berlin
DIE 34. DEUTSCH-SKANDINAVISCHE ORCHESTERWOCHE

Im Rahmen dieser Orchesterwoche finden sich über 100 junge Musiker aus gut 15 europäischen Ländern in Berlin zusammen und studieren ein themenspezifisches anspruchsvolles Konzertprogramm ein. Dieses Jahr ist Finnland im Fokus des Programms.

KULTURHUS BERLIN verlost 3 x 2 Freikarten für das große Abschlusskonzert der Deutsch-Skandinavischen Jugendphilharmonie am 4. Januar in der Berliner Philharmonie.

Konzertreihe

01. Januar 2010 | 15 Uhr | Haus Cato Bontjes van Beek
Mit Bach ins Neue Jahr

Martin Seemann, der Cello-Dozent der Deutsch-Skandinavischen Jugend-Philharmonie spielt alle sechs Suiten für Violoncello solo von Johann Sebastian Bach.

Eintritt: Spende

Haus Cato Bontjes van Beek
Berlin-Lichtenrade
Mellener Str. 28
Reservierung: Tel: 744 56 54 oder
E-Mail: johannes.schmock (at) hotmail.de

04.01.10 | 20 Uhr | Berliner Philharmonie
großes Abschlusskonzert im großen Saal der Berliner Philharmonie

05.01.10 | 19 Uhr | Nordische Botschaften
Kammerkonzert junger Solisten in den Nordischen Botschaften

Das Abschlußkonzert wird am 04. Januar 2010 um 20 Uhr im großen Saal der Philharmonie veranstaltet. (Konzerteinführung um 19:15 Uhr im Hermann-Wolff-Saal).

Eintritt: 15, 20, 25 Euro (ermäßigt 10, 15, 20 €)

Vorverkauf: Philharmonie
www.ticketonline.de
Tel: 030 – 32 89 46 76
tickets (at) dskjph.de

Wer Karten gewinnen möchte, schreibt unter dem Stichwort: Deutsch-Skandinavische Jugendphilharmonie an info (at) kulturhus-berlin.de – Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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2 KULTURHUS BERLIN lädt ein

14.01. | 19:00 Uhr | Dussmann das KulturKaufhaus
Jussi Adler-Olsen: Erbarmen

Wer ein Fan skandinavischer Krimi-Autoren ist, sollte sich diesen Lesungstermin rot im Kalender eintragen! Denn ein neuer Kommissar aus Skandinavien erobert die Bestsellerlisten: Er heißt Carl Mörck und ist Ermittler beim Sonderdezernat Q in Kopenhagen. Sein erster Fall „Erbarmen“ ist ein dämonischer Psychothriller über das Verschwinden einer jungen Frau während einer Fährüberfahrt. Man vermutet Tod durch Ertrinken. Doch die Frau ist nicht tot, sie wird festgehalten in einem Bunker aus Beton, in absoluter Dunkelheit. Und sie wird erst freikommen, wenn sie die richtige Antwort weiß auf die Frage: "Warum bist du hier?" Jussi Adler-Olsen, der aktuell erfolgreichste dänische Autor und Mörck-Erfinder, stellt seinen Thriller-Erstling im Gespräch mit Bernd Kretschmer (Übersetzer, Leiter des Dänischen Kulturinstituts in Deutschland) vor.

Dussmann das KulturKaufhaus, KulturBühne an der Sphinx
Friedrichstraße 90
10117 Berlin

Eintritt frei

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3 RÜCKBLICKE des KULTURHUS BERLIN

3.1 Deutschland-Premiere von Mika Kaurismäkis Weihnachtsfilm „Three wise men“ im NORDISCHEN FILMKLUB

SzenenfotoMit einem sensationellen Publikumserfolg endet die diesjährige Jubiläumssaison im NORDISCHEN FILMKLUB. Im neuen Jahr geht es weiter! Am 20. Januar mit frostigem Humor aus Island. Heiðin - Small Mountain. In deutscher Erstaufführung. Herzlich willkommen!

Vor ausverkauftem Haus und einem phantastischen Publikum im bis auf den - wirklich letzten möglichen Platz - besetzen Auditorium feierte Mika Kaurismäkis neuer Film "Three Wise Men" am 9. Dezember im NORDISCHEN FILMKLUB seine Deutschland-Premiere. Der NORDISCHE FILMKLUB hatte noch nie so viele Gäste!
Wir haben diesmal aufgehört zu zählen...

Dankeschön für die tolle Stimmung, Dankeschön Herrn Kaurismäki für seinen Film, den er uns persönlich zur Verfügung stellte, und Dankeschön der Finnischen Botschaft für die große Unterstützung.

Im NORDISCHEN FILMKLUB feierten wir in diesem Jubiläumsjahr der Nordischen Botschaften die erfolgreichste Filmsaison seit Bestehen unserer Filmreihe. Wir freuen uns über die vielen neuen und die vielen treuen Gäste, die unser Kino füllten, und uns großen Zuspruch für unser Programm, unsere Filme, unsere Arbeit gaben.

3.2 Der schwedische Regisseur Tomas Alfredson zu Gast im NORDISCHEN FILMKLUB

Patrick Vonderau und Tomas AlfredsonIm voll besetzten Auditorium der Nordischen Botschaften diskutierten am 27. November Regisseur Tomas Alfredson, Filmwissenschaftler Patrick Vonderau und das Publikum über die neue Faszination, die Horror und Vampire in Buchform und von der Leinwand aus auf ein junges und neuerdings auch weibliches Publikum ausüben.
Was ist so besonders an den Vampiren, die wir seit kurzem wieder vermehrt auf der Leinwand sehen? Woher rührt die neue Popularität des Genres? Wohin entwickelt sich der (skandinavische) Horrorfilm?

Tomas Alfredsons Film wurde von Kritik und Publikum gleichermaßen gelobt für seinen eiskalten Erzählstil und das frostige, grell blendende Weiß, in dem er das Schweden der 80er darstellt Meisterwerk „So finster die Nacht” („Låt den rätte komma in“ nach dem gleichnamigen Roman von John Ajvide Lindqvist) – mit bereits jetzt mehr als 46 Auszeichnungen und einer Nominierung für den European Film Award 2009. Eine ungewöhnliche Wahl und für die Schwedische Botschaft und KULTURHUS BERLIN ein Anlass mehr, sich in Anwesenheit des Regisseurs und zusammen mit dem Berliner Publikum den ästhetischen und erzählerischen Motiven dieses Horror-Dramas zu nähern.

3.3 Dinosaurierfedern im KULTURHUS BERLIN

Dass der Stoff einer Diplomarbeit nicht zwangsläufig in dunklen Universitätsarchiven sein staubiges Dasein fristen muss, sondern in guter Verpackung durchaus um die 40000 Leser begeistern kann, bewies Sissel-Jo Gazan mit ihrem 2008 erschienenen Krimi „Dinosaurierfedern“. Kostproben aus ihrem vierten Roman stellte die Wahlberlinerin am 5. November im Kulturhaus Mitte vor. Im Gespräch mit Marion Brasch plauderte Sissel-Jo Gazan aus dem Nähkästchen über die gelungene Verbindung einer wissenschaftlichen Fachkontroverse und der therapeutischen Wirkung der literarischen Freiheit – so erfuhren die Gäste interessante Hintergrundinformationen zu den Romanfiguren und dass es nicht irgendein Professor war, der im Buch sein Leben lassen musste... Oder wie praktisch es sei, sich seinen Traummann zu kreieren. Die Schauspielerin Julia Jäger las ausgewählte Passagen.

Das nächste Werk von Sissel-Jo Gazan ist bereits in Arbeit, die ersten fünf Seiten sind geschrieben!

Miriam Horn

3.4 SPEZIAL Kurzfilmprogramm des NORDISCHEN FILMKLUB zum Tag der Offenen Tür in den Nordischen Botschaften

FelleshusMehr als 5000 Besucher kamen zum Tag der Offenen Tür in die Nordischen Botschaften. Zum ersten Mal seit ihrer Eröffnung vor zehn Jahren öffneten die Botschaften am 21. November für die Berliner ihre Türen. Der NORDISCHE FILMKLUB präsentierte ganztägig Kurzfilme aus Skandinavien.

Radioeins berichtete live aus dem Felleshus über den NORDISCHEN FILMKLUB, nordische Filme und die Nordischen Botschaften.

Die Sendung können Sie hier hören:
http://www.radioeins.de/archiv/podcast/zwoelf_uhr_mittags.html

3.5 Schwedische Botschaft über Selma Lagerlöf und KULTURHUS BERLIN

100 Jahre Literaturnobelpreis für Selma Lagerlöf. Nicht nur im NORDISCHEN FILMKLUB war das im November ein Thema. Auf ihrer Internetseite zieht die Schwedische Botschaft ein Resümee der gut besuchten Veranstaltungen zu Ehren der schwedischen Schriftstellerin:

„Eine Woche lang wurde Selma Lagerlöf mit verschiedenen Veranstaltungen im Felleshus der Nordischen Botschaften in Berlin gefeiert. Den Besuchern wurde ein breites Bild der Schriftstellerin und ihrer Erzählungen vermittelt. Am 16. November fand ein wissenschaftliches Symposium in Zusammenarbeit mit dem Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin statt. Die Moderatorin Prof. Ebba Witt-Brattström führte die Zuhörer durch das Programm. Zur Ehre des Tages waren auch zwei Mitglieder der Schwedischen Akademie sowie ForscherInnen anwesend, die verschiedene Aspekte der Erforschung des Werks von Selma Lagerlöf präsentierten. Wissenschaftliche Analysen wurden durch persönliche Reflexionen ergänzt. Kennzeichnend für die Reaktionen der Leser auf Lagerlöfs Erzählungen scheinen die starken Gefühle zu sein – sowohl das Lachen als auch das Weinen. Dr. Maria Karlssons Präsentation von Briefen deutscher Leser an die Autorin weckten beim Publikum großes Interesse. Das Symposium endete mit einer Theateraufführung zweier Geistergeschichten in der Auslegung der Schauspielerin Hélène Ohlsson.

Am Sonntag, dem 15. November, waren die Kinder zu einer Reise auf den Spuren von Nils Holgersson eingeladen. Es wurde gebastelt, Märchen wurden erzählt und es fand eine Vorlesung für Kinder im Auditorium statt, wo der Veranstalter, das Kulturhus Berlin, engagiert über die nordischen Länder informierte. Die Pädagogin und Erzieherin Lagerlöf hätte daran ihre wahre Freude gehabt!

Lagerlöfs Bedeutung für den Film wurde durch den NORDISCHEN FILLMKLUB hervorgehoben, der drei gut besuchte Filmabende zu Selma Lagerlöf durchführte. Etwas überraschend konnte festgestellt werden, dass der schwarz-weiße Stummfilm Die Geschichte von Gösta Berling von Mauritz Stiller mit einer Gesamtlänge von etwa drei Stunden in der Tat ein Auditorium mit 100 Sitzplätzen füllen kann. 2009. In Berlin!“

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4 REZENSIONEN

4.1 Der Favorit

CoverGeschrieben in bester skandinavischer Krimitradition: Bedrückend, skrupellos, qualvoll, humanistisch, lebendig und – wie wohltuend – nicht ohne Humor. Jussi Adler Olsens „Erbarmen“ ist Dänisch im schönsten Sinne. Sein Ermittler heißt Carl Mørck, ein renitenter und phlegmatischer Mann, einer, der es sich eigentlich bequem machen möchte, das dann doch nicht kann, der sein umwerfend-rasantes Leben voll von persönlichen und beruflichen Katastrophen lebt und an seinen Zweifeln nicht zugrundegeht. Also auch nicht dem entspricht, was ein einsamer, nicht mehr ganz junger Ermittler im Verbund mit Schnaps und Schwermut in der Kriminalliteratur ansonsten zu sein hat. „Erbarmen“ ist eine tragische Geschichte um einen verschwundenen Menschen, um die Macht zersetzender Trauer. Hervorragende Dialoge und sehr präsente Figuren. Der skandinavische Krimi des Jahres.

Ulrike Schulz

Jussi Adler Olsen liest im Januar in Berlin im Kaufhaus Dussmann. KULTURHUS BERLIN lädt hierzu sehr herzlich ein.

Jussi Adler Olsen
Erbarmen
Aus dem Dänischen von Hannes Thiess
Originaltitel: Kvinden i buret
Deutscher Taschenbuch Verlag, Oktober 2009
Taschenbuch, 420 Seiten
ISBN: 978-3423247511
14,90 EUR

4.2 Das Leben in der deutsch-dänischen Grenzregion zur Zeit um 1848: Ein historischer Roman

Cover„Lund sieht Jebe fragend an. Der sagt leise: „Ein dänischer Schriftsteller.“ „Der hat gesagt“, fährt Achenthal fort, „wir Schleswig-Holsteiner sollten uns doch freuen, wenigstens etwas, nämlich Dänen, als nichts, nämlich Deutsche, zu sein.“
„Aber das war doch wiederum eine Reaktion auf die überhebliche Behandlung dänischer Sprache und dänischen Volkstums durch Struensee und andere“, hält Jebe dagegen.“

Die Wogen schlagen hoch in der Zeit nach 1835, bevor es 1848 zum Schleswig-Holsteinischen Krieg kommt. Die Bewohner der Region sind uneins. In Schleswig und auf dem Land spaltetet sich die Bevölkerung in die königstreuen Anhänger Dänemarks und die deutsch Gesinnten. Die Fronten verhärten sich. Die Auseinandersetzung macht keinen Halt vor Klassenzugehörigkeit, Familien oder Freundeskreisen. Diskutiert wird die Lage der Region und Nation unter Bauern ebenso wie unter Akademikern. Auf der einen Seite stehen die dänischen Nationalliberalen, die nach einem dänischen Nationalstaat streben, dessen Südgrenze die Eider bilden soll. Auf der anderen Seite die liberaler und deutsch gesinnten Schleswig-Holsteiner, die einen Anschluss Schleswig-Holsteins an einen künftigen deutschen Nationalstaat befürworten. Beide Lager beanspruchen das Herzogtum Schleswig. 1848 kommt es zur kriegerischen Auseinandersetzung, die sich mit Unterbrechungen bis 1852 hinzieht. Das Londoner Protokoll von 1852 garantiert schließlich den Fortbestand der dänischen Herrschaft über Schleswig-Holstein, aber auch dessen Eigenständigkeit.

Hartmut Hein versetzt den Leser in die damalige Zeit, indem er die Lebensumstände der Bauern und Bevölkerung auf dem Land denen der Städter und gebildeten Kreise in Schleswig gegenüberstellt. Anschaulich schildert er den Alltag, die Probleme und die politische Entwicklung in der Region. Durch die detaillierte Darstellung der Lebensumstände der Bevölkerung anhand der Bauernfamilie Johannsen und dem demokratisch und liberal gesinnten Arzt Finck wird die Geschichte lebendig und der Konflikt nachvollziehbar. Politische und soziale Fragen werden ausdrucksvoll beschrieben, ob sie die Bildung, nationale Politik, den Umgang mit den Armen oder dem Aberglauben betreffen. Hein verlagert den politischen Konflikt auf die persönliche Ebene und veranschaulicht in seinem Tatsachenroman die Geschichte der Region auf spannende Art und Weise.

Inken Dose

Harmut Hein
Zwischen den Fahnen
Husum: Husum Druck- und Verlagsgesellschaft, 2008, 671 S.
ISBN 978-3-89876-412-4
24,95 Euro

4.3 Keiner denkt an die Krähen

CoverEin düsteres, vollgestopftes Krähennest ist zu Weihnachten besonders ungemütlich. Dunkel, eng und kalt. „Nur Kühe haben es warm“ jammert die Krähe, eingemummelt und deprimiert, und sie hat recht, denn Mama Muhs Kuhstall ist wirklich ganz anders, hell und warm, und hier gibt es sogar einen Weihnachtsbaum. Den hat man, wenn Weihnachten ist, und das ist morgen, und das hat die Krähe total vergessen. Entsetzen! Quietschende Flügel. Panik: „Ich habe nicht ein einziges Weihnachtsgeschenk für mich. Wie soll ich das noch schaffen?“ Die Krähe muß nach Hause, in ihr Nest, sich beeilen, „sonst bekomme ich ja gar keine Weihnachtsgeschenke!“ Und dann packt sie sich selbst die Geschenke ein, die sie in ihrem Nest findet:„Ein Legoteil! Das wünsch ich mir.“ Und „eine Wurstscheibe, darüber werde ich mich freuen“. Aber vor lauter Aufregung und Vorfreude kann sie die Nacht zum Heiligabend natürlich nicht schlafen und – springt stattdessen aus dem Bett, um die Geschenke, die Wurstscheiben, Lego und alten Käse auszupacken. Die Überraschungen sind jetzt natürlich futsch. Und der Heiligabend auch. Bei Mama Muh im Stall wird gefeiert, aber die Krähe ist am Boden zerstört und weint: „Niemand kümmert sich um die Krähen, ... nur ich kümmere mich um mich. Seufz!“ Mama Muh und die gackernden Hühner aber haben dann doch noch eine Überraschung für die Krähe. Und die hat dann auf einmal sogar ein gemütliches Nest.

Ein warmes Bilderbuch für die Weihnachtszeit, eine Geschichte übers traurige Alleinsein und das Glück von Freundschaft.

Ulrike Schulz

Mama Muh feiert Weihnachten (Gebundene Ausgabe)
von Jujja Wieslander, Illustrationen von Sven Nordqvist
Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch
Original Mama Mu och Krákans jul
32 Seiten, Oetinger 2009
ISBN: 978-3789173295
12,00 Euro

4.4 Auf die Wörter, fertig, los!

CoverDas Wort ist falsch. Das gibt es nicht. Was uns früher phantasiefreie Lehrer gnadenlos anstrichen, übernehmen nun die Korrekturprogramme der Computer – oder sogar wir selbst. Eine schöne Beschäftigung hat es deshalb heute ganz besonders schwer: Das Wörtererfinden. Franz Fühmann hat mit seinem „Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von Babel“ das wohl wichtigste deutschsprachige Wörterundsprachspielereibuch für Kinder geschrieben. Astrid Lindgren hat Pippi Langstrumpf den „Spunk“ erfinden lassen. „Ein funkelnagelneues Wort“. „Eins der besten, die ich je gehört habe.“

Aber: Was ist ein Spunk? Und nützt ein Wort etwas, wenn man nicht weiß, was es zu bedeuten hat? „Wer hat eigentlich zuerst herausgefunden, was die Wörter alle bedeuten sollen?“ Pippi meint, bestimmt ein Haufen alter Professoren, und fragt sich, warum haben sie sich Wörter ausgedacht wie „Wanne“ und „Holzpflock“, aber auf „Spunk, was wirklich ein schönes Wort ist, darauf kommen sie nicht.“ Ist ein „Spunk“ ein Geräusch, eine Krankheit, etwas zum Naschen, die Spitze einer blauen Fahnenstange? Pippi und ihre Freunde wollen das endlich herausfinden.

Katrin Engelking hat uns ein neues zauberhaftes Pippi-Langstrumpf-Buch geschenkt. Ihr diesmal zum Teil mit Collagen gearbeitetes, großflächig-buntes Bilderbuch zeigt uns die strahlendste Pippi auf einer ganz und gar nicht leichten Suche nach dem „Spunk“.

Ulrike Schulz

Astrid Lindgren
Pippi findet einen Spunk

Mit farbigen Bildern von Katrin Engelking
Deutsch von Cäcilie Heinig
Oetinger 2009, 24 Seiten · gebunden
ISBN-13: 978-3-7891-7542
12,90 Euro

4.5 Tagebuch des kleinen Polarforschers

CoverProviant für zwei Wochen, Dunkelheit und Kälte - jeden Tag wird nun der kleine Polarforscher die Temperatur im See messen. Aber schon am zweiten Tag hört er vor der Hütte unheimliche Geräusche, am dritten Tag entdeckt er merkwürdige Spuren und in der Nacht sieht er einen riesigen Schatten in seiner Hütte. Irgendjemand isst seine ganzen Vorräte auf – Konserven, Brot und Schokolade sind nach kurzer Zeit verschwunden und selbst der Dosenöffner ist nicht mehr da. Wer ist der nächtliche Besucher? Der kleine Polarforscher wacht in der Nacht, um den Dieb auf frischer Tat zu ertappen. Wen er dann trifft, wird hier nicht verraten. Nur soviel sei gesagt: verhungern wird keiner.

Sonja Bougaeva hat ein wunderschönes Bilderbuch für mutige, kleine Entdecker im Vorschulalter geschrieben und gezeichnet. Wie ein Detektiv begibt sich der Leser gemeinsam mit dem kleinen Polarforscher auf die Suche nach dem Keksdieb. Spannend und zugleich lustig – es macht Spaß, die großformatigen Bilder zu betrachten und in den Tagebucheintragungen zu stöbern.

Temperatur im See +6°. Richtig warm!

Sonja Bougaeva
Der kleine Polarforscher
Atlantis 2009
ISBN: 978-3715205670
13,- EUR

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5 Eisiges Schweigen und nordische Gelassenheit. Von schwierigen Dreharbeiten im ganz hohen Norden. Die ZDF-Autorin Ines Trams über ihre Dokumentation am Nordkap


ZDF/R. Libermann
Reporterin Ines Trams, eingeschneit und eingefroren bei einem Schneesturm auf Rentiertreibjagd.


ZDF/F. Hennecke
Touristen-Eisbrecher "Sampo", eingefroren in der Ostsee, im Vordergrund das Kamerateam des ZDF.

Finnen sind anders. Das wussten wir bereits vor unserer Reise. Gerne werden sie bezeichnet als "Exzentriker Europas", geläufig auch der Spruch: "Russland hat Sibirien, die USA haben Alaska, und Europa hat Finnland..." Unnötiger Smalltalk fällt ihnen schwer. Sie verurteilen Oberflächlichkeit und Geschwätzigkeit. Ihre Sache ist die Schweigsamkeit. Finnen grüßen keine Fremden, gucken dir nicht in die Augen. In Finnland gilt es als freundlich, jemanden allein und in Ruhe zu lassen - anders als in den meisten anderen Kulturen, in denen Kommunikation als freundlich gilt.

Und in diesem Land wollten wir eine zweiteilige große Reportage drehen? Noch dazu im Winter, wo all das Genannte in verstärktem Maße gilt?

Den vollständigen Text von Ines Trams lesen Sie hier.

Ines Trams ist Skandinavien-Korrespondentin des ZDF und Autorin des zweiteiligen Films „Unterwegs zum Nordkap – Winterreise durch Skandinavien“, den zweiten Teil sehen Sie am 28. Dezember 2009, 19.25 Uhr im ZDF.

 

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6 TIPPS & TERMINE: Nordische Kultur in Berlin

6.1 Konzert

16.-27.12.2009 außer 17. und 24.12. | jeweils 19:00 | Radialsystem
Das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach
in einer szenischen Bearbeitung von NOVOFLOT

Mit Hanna Dóra Sturludóttir, Elfa Rún Kristinsdóttir und Kristján Orri Sigurleifsson (IS).

Eine Suche nach Glaube, Liebe, Hoffnung

Mit der szenischen Aufführung des Weihnachtsoratoriums lässt NOVOFLOT in den Räumlichkeiten des RADIALSYSTEM V eine raumgreifende Begehung und Erkundung der Komposition entstehen. Parallel in mehreren Räumen und Etagen – in einem Rundgang durch das gesamte Haus - wird das Werk in einer eigenen Fassung für Sänger, Schauspieler, großen gemischten Chor, Knabenchor, Experimentalensemble und Orchester aufgeführt. Beteiligt sind international erfolgreiche Berliner Ensembles und Künstler wie das Architekturbüro Graft (Berlin, Los Angeles, Peking), die Free Jazz Formation Bauer 4, das Solistenensemble Kaleidoskop, seit 2007 Ensemble-in-residence im RADIALSYSTEM V, und der Berliner Knabenchor.

NOVOFLOT lädt das Publikum ein zu einer Reise durch ein großes weihnachtliches Tableau. Die junge Berliner Opernkompanie wagt mit diesem Projekt eine neue Interpretation des Weihnachtsoratoriums, das so wieder als gemeinschaftliches Ritual erlebbar und in all seinen Bausteinen und Widersprüchen erforscht wird. In der raumbezogenen, szenischen Passage durch das Weihnachtsoratorium liegt der Versuch einer Wiederentdeckung des ihm innewohnenden utopischen Potenzials: Eine Suche nach Momenten, an denen Glaube, Liebe, Hoffnung möglich wird.

Der Abend widmet sich der Komposition Bachs in ihrer Gesamtheit, und lässt alle sechs Kantaten erklingen. Dabei wird das Werk sowohl textlich als auch musikalisch erweitert. Im Weihnachtsoratorium lässt NOVOFLOT barocke Musiken und freie Improvisationen von Bauer 4 aufeinanderprallen: Jede Kantate entsteht als eigene Bearbeitung. Aus dem Siechtum perfider Arrangements entpuppt sich das Original als Juwel und Hoffnungsträger.

Radialsystem
Holzmarktstr. 33
10243 Berlin

Karten 15 - 35 Euro, ermäßigt 15 Euro

Nähere Informationen: www.radialsystem.de

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01.01.2010 20:00 - 10.01.2010 22:00 | Bar jeder Vernunft
"Kreisler singt Kreisler" mit Jarkko Riihimäki (Klavier)

Sandra Kreisler, die in München geborene US-Amerikanerin, Schauspielerin, Kabarettistin und Fernsehmoderatorin, präsentiert nun in Berlin einen Wiener Chansonabend mit dem finnischen Pianisten Jarkko Riihimäki. Aus den Liedern ihres berühmten Vaters, den sie mit kritischer Distanz betrachtet, kreiert sie eine interessante Mischung aus politischen Liedern, skurrilen und verträumten Chansons. Sorgfältig und behutsam vervollständigt sie mit den unbekannten und zum Teil unveröffentlichten Stücken das Bild Georg Kreislers.

Bar jeder Vernunft
Schaperstraße 24
10719 Berlin

Weitere Informationen: www.jarkko.fi | www.finnland.de

6.2 Ausstellung

bis zum 3. Januar 2010 | Palais am Festungsgraben
Die ”Ostlandsausstellung - Berliner Version”

Die“ Ostlandsausstellung" oder „Østlandsutstillingen“, wie sie auf Norwegisch heißt, zeigt vom 30. November bis zum 3. Januar Arbeiten von zeitgenössischen norwegischen Künstlerinnen und Künstlern aus der Region Ostnorwegen im Palais am Festungsgraben in Berlin. Die Ausstellung präsentiert Malerei, Bildhauerei, Graphik, Video, Photo und Installation.

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bis zum 24. Januar 2010 | Felleshus der Nordischen Botschaften
Visual Voltage

Strom zum Anfassen: Die Ausstellung Visual Voltage lädt dazu ein, über unseren heutigen und zukünftigen Energieverbrauch nachzudenken. Wie wird Elektrizität morgen funktionieren? Welche Geräte werden wir benutzen, und woher kommt die Energie überhaupt? Einige der innovativsten schwedischen Künstler und Designer haben gemeinsam mit Ingenieuren darüber nachgedacht, wie Energie in unserem Alltag eine ganz neue Rolle spielen kann.

FelleshusNordischen Botschaften
Rauchstr. 1
10787 Berlin-Tiergarten

6.3 Für Kinder

26. und 27. | Zeit erfragen | Berliner Kinder Theater
Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch
Von Andreas Schmidt nach Sven Nordqvist

SzenenfotoAdventszeit, der Wind pfeifft bitterkalt ums Haus. Pettersson und Findus können sich zu nichts aufraffen. Bei dieser Kälte bleiben beide lieber in der warmen Stube! Geschenke, Einkäufe - das hat Zeit und kann warten. Doch plötzlich und überraschend steht Weihnachten vor der Türe. Und es sind keine Pfefferkuchen, keine Fleischbällchen und selbstverständlich auch keine Geschenke vorhanden.

Wie konnte das nur passieren (eine Frage, die man sich außerhalb Schwedens zu dieser Zeit auch gerne stellt)? Findus besteht auf einer Schlittenfahrt, Pettersson willigt ein. Einige Tannenzweiglein geschnitten, rasch den Baum geschlagen und dann ab ins Dorf, Geschenke besorgen. Denkste, denn der Alte verknackst sich den Fuß. Schöne Bescherung!

Berliner Kinder Theater
Fontane Haus im Märkischen Viertel
8 - 10,- €
Schul- u. Kitagruppen 5,- €
Tickets: 030-627 059 26
Wilhelmsruher Damm 142c, 13439 Bln-Reinickendorf

6.4 Theater

27. Dezember 2009 | 19 Uhr | Deutsches Theater
Die Wildente
von Henrik Ibsen
Regie: Michael Thalheimer

Auf dem Dachboden der Familie Ekdal lebt zwischen Kaninchen und Hühnern eine angeschossene Wildente, die sich mit ihrem flügellahmen Leben arrangiert hat. Diese Wildente ist der Stolz der Familie und wird von allen, insbesondere von der 14-jährigen Hedvig, innig geliebt. Als der Idealist und Wahrheitsfanatiker Gregers Werle, Sohn des Grubenbesitzers Werle, nach 18 Jahren zurück in die Stadt kommt, findet er in Hjalmar Ekdal, seinem Jugendfreund, seine Lebensaufgabe: Er will ihn aufklären über die Wahrheit seines bescheidenen Lebens und die Sumpfluft im Hause Ekdal lüften. Doch die Enthüllung der Vergangenheit bringt Hjalmar nicht die Erleuchtung, sondern zerstört seine Welt.

„Das Stück handelt weder von politischen, noch sozialen, und schon gar nicht öffentlichen Angelegenheiten. Es bleibt völlig im Kreise der Familie“, schreibt Ibsen an seinen Verleger über die „Wildente“. Was aber in diesem Kreise verhandelt wird, ist eine philosophische Frage: Ist die Wahrheit dem Menschen zumutbar, oder lebt er besser mit einer Lebenslüge. „Nehmen Sie einem Durchschnittsmenschen die Lebenslüge, so nehmen Sie ihm sein Glück“, lässt Ibsen Relling sagen, Arzt und Gegenspieler von Gregers Werle, und stellt damit das Ideal der unbedingten Aufrichtigkeit in Frage.

Deutsches Theater
Schumannstraße 13
10117 Berlin
030 28441-225

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7 KULTURNOTIZEN aus dem NORDEN

NO: Weihnachten für Anfänger

Zwar ist Weihnachten ab November in Norwegen überall zu sehen: in den Schaufenstern, auf den Straßen, in den Geschäften und Cafés. In das Allerheiligste des norwegischen Weihnachten, dem „julaften“ am 24.12., dringt jedoch kaum je ein Fremder vor. Deshalb hat sich das Akershus Fylkemuseum in Strømmen zur Aufgabe gemacht, das norwegische Weihnachten für Anfänger zu präsentieren. Neben Fotos und verschiedenen Arrangements gibt es Material, das speziell auf Neunorweger zugeschnitten ist. Es werden z. B. Vergleiche mit anderen Bräuchen gezogen. Eintritt frei! (Quelle: Akershus Fylkemuseum)

DK: Kopenhagen bekommt eine Olafur-Eliasson-Brücke

In Christianshavn wird es ab 2012 eine besondere architektonische Neuheit geben: Eine Fahrrad- und Fußgängerbrücke, die - entworfen vom isländischen Künstler Olafur Eliasson - Christianshavns Kanal und Applebys Plads miteinander verbinden wird. Die Brücke besteht aus fünf kegelförmigen hochmastigen Plattformen. Geschichte und Kultur Christianshavns mit seinen Kanälen und Häfen seien, so Eliasson, seine Inspiration gewesen. Er hoffe, die Brücke werde ein öffentlicher Platz, der von den Menschen gern genutzt werde und einen neuen Blick, eine neue Betrachtung der Stadt ermögliche. (Quelle: Politiken)

NO: Erneut Munch-Raub in Oslo

Edvard Munchs handkolorierte Litografie „Historien“ (Die Geschichte) ist einem Kunsthändler in Oslo gestohlen worden. Das umgerechnet etwa 240.000 Euro teure Werk sei bei einem Einbruch beim Galeristen Pascal Nyborg geraubt worden, den die Diebe aber nur um dieses eine Stück erleichterten, so die Polizei am 13. November. Wie wenige Tage darauf bekannt wurde, war bereits im Juni dieses Jahres eine weitere Lithographie, „Løsrivelsen II“ (Trennung II, geschätzter Wert ca. 300.000 Euro), gestohlen worden. Dies hatte die Polizei bislang aus ermittlerischen Gründen jedoch geheim gehalten. Laut The Art Loss Register in London sind derzeit weltweit 28 Werke des expressionistischen Malers im Wert von rund 12 Millionen Euro gestohlen oder vermisst gemeldet. Für internationale Schlagzeilen hatte 2004 die Entwendung der weltberühmten Gemälde „Der Schrei“ und „Madonna“ gesorgt. Die beiden Werke im Wert von rund 75 Millionen Euro waren am helllichten Tag aus dem Munch-Museum Oslo gestohlen worden und 2006 stark beschädigt wieder aufgetaucht. Das Munch-Museum war danach mit umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet worden.
(Quellen: Politiken, Aftenposten, Zeit online)

NO: Das rockt… – Pop- und Rockmuseum eröffnet in Trondheim

Ab März 2010 kommen Freunde der norwegischen Klänge in Trondheim voll auf ihre Kosten! Auf sechs Etagen verspricht das „Rockheim“ – Norwegens erstes Nationalmuseum für Populärmusik – einen multimedialen Rundumschlag norwegischer Musik- und Kulturgeschichte von den 50er Jahren bis heute. Neben einer umfangreichen Dauerausstellung, Wechselausstellungen, einer Bibliothek sowie Mediathek mit einem sehr gut ausgestatteten Song- und Videoarchiv, bietet das Museum in seinen „Erlebnisräumen“ viel Platz, die eigene Kreativität auszuleben und selbst Hand anzulegen – ob beim Mixen eigener Loops auf professioneller Ausstattung oder beim Spielen einiger Gitarrenriffs inklusive Tipps des Kult-Gitarristen Ronnie Le Tekrø der norwegischen Band TNT. Kurz gesagt: „Rockheim“ wird nicht nur Museum und Forschungsstätte sein, sondern will ebenso ein lebendiges Bühnenforum schaffen, was interessante Begegnungen mit der aktuellen Musikszene Norwegens verspricht. Eröffnung: März 2010 – Weitere Informationen: www.rockheim.no (Norwegisch)

NO: Kunst in Zeiten der Dunkelheit

In Tromsø eröffnen Ende November gleich zwei „mørketidsutstillinger“ – Ausstellungen zur dunklen Zeit in Nordnorwegen. Die Tromsø Kunstforening präsentiert zeitgenössische Künstler, teilweise werden die Werke vor Ort fertig gestellt. Das Tromsø Museum bietet mit Frühlings-, Sommer- und Herbstfotografien aus dem Botanischen Garten ein farbenreiches Wiedersehen mit der warmen und hellen Jahreszeit. Die Ausstellung heißt GLIMT 2009, fotografiert hat der Fotograf Tomasz A. Wacko. (Quelle: www.troms.kulturnett.no)

DE/NORD: Nordisches Kino in Lübeck gefeiert

Die 51. Nordischen Filmtage Lübeck haben eine positive Festivalbilanz gezogen. Rund 24.000 Zuschauer besuchten die rund 160 Vorstellungen und Rahmenveranstaltungen des renommierten Festivals, das damit den Besucherrekord aus dem vergangenen Jahr einstellen konnte. Der mit 12.500 Euro dotierte NDR Spielfilmpreis, der Hauptpreis der Nordischen Filmtage Lübeck, ging an das schwedische Ehe-Drama „Eine vernünftige Lösung” von Jörgen Bergmark. (Quelle: Nordische Filmtage Lübeck)

IS: Isländische Internet-Plattform für gerechten Handel von Musik

In Island sollen Raubkopien und illegale Downloads bald der Vergangenheit angehören. In bemerkenswerter Einigkeit beteiligen sich die Interpreten des Landes an einem neuen Modell für den Internet-Handel mit Musik. In dem Portal 'Gogoyoko' können Kunden Songs und Alben direkt von den Künstlern kaufen. Diese legen den Preis selbst fest und erhalten rund 80 Prozent der Einnahmen. Zudem gehen 40 Prozent der Erlöse aus Anzeigen an die Musiker, weitere 10 Prozent an wohltätige Organisationen. Wie die Betreiber von 'Gogoyoko' der Presse mitteilten, sind inzwischen 75 Prozent der isländischen Musiker in dem Portal vertreten, darunter internationale Größen wie Björk oder Sigur Rós. Nun will 'Gogoyoko' auch in andere skandinavische Länder expandieren. (Quelle: Deutschlandradio Kultur)

SE: Stieg Larsson: „Vergebung“ im Kino, „Verblendung“ auf der Bühne und Bewegung im Erbschaftsstreit

Am 27. November ist in den nordeuropäischen Kinos auch der dritte Teil von Stieg Larssons Millennium-Trilogie „Luftslottet som sprängdes“, deutscher Titel „Vergebung“, angelaufen. Den ersten Thriller der Reihe, „Verblendung“ will das Nørrebro-Theater Kopenhagen nun auch auf die Bühne bringen. Die Rollen von Lisbeth Salander und Mikael Blomqvist sollen Signe Egholm Olsen und Jens Jørn Spottag spielen.

Verantwortlich für die Bühnenadaption, die Anfang Dezember 2010 Premiere feiert, ist ein Trio bestehend aus Dramatikerin Vivian Nielsen, Regisseur Kim Bjarke und Bühnenbildnerin Karin Betz. Als Beraterin soll die langjährige Lebensgefährtin des Autors, Eva Gabrielsson, der Inszenierung zur Seite stehen.

Eva Gabrielsson steht wegen des Erbschaftsstreits mit der Familie des 2004 verstorbenen Autors im Licht der Öffentlichkeit und der Medien. Nach über 30 Jahren wilder Ehe weder durch einen Trauschein noch ein Testament am Nachlass Stieg Larssons beteiligt, hat Gabrielsson juristisch keinen Anspruch auf einen Anteil an den Millionen-Tantiemen aus dem posthumen Welterfolg der Bücher und Kinoverfilmungen oder Rechte an dem fast fertigen Manuskript zum vierten Teil der Krimireihe. Zur Beilegung des Konflikts haben Vater und Bruder Stieg Larssons, Alleinerben nach dem Gesetz, ihr nun 20 Millionen Schwedische Kronen, umgerechnet knapp zwei Millionen Euro, als Kompromiss angeboten. (Quellen: Politiken, Nørrebro Teater)

BALT: Preis der Baltischen Vereinigung

Seit 1993 werden von der Baltic Assembly's Preise für besondere Leistungen in den Kategorien Literatur, Kunst und Wissenschaft vergeben. Der Literaturpreis ging in diesem Jahr an die lettische Schriftstellerin Inga Abele für ihre Novelle „Paisums“ (Flut). Den Kunstpreis erhielt der estnische Künstler Marko Mäetamm und der Wissenschaftspreis wurde an den litauischen Wissenschaftler Leonardas Sauka verliehen, der Folklore erforscht. Alle Preisträger haben mit ihren Arbeiten über die baltischen Staaten hinaus internationale Bekanntheit erlangt. Die Gewinner des Jahres 2009 wurden insbesondere für ihre Vision einer Zukunft auf der Basis vergangener Erfahrungen ausgezeichnet. Am 27. November wurden die diesjährigen Auszeichnungen in Vilnius verliehen, zu denen ein Preisgeld von 5.000 Euro gehört.
(Quelle: Baltic Assembly's)

BALT: Schwankende Besucherzahlen

In diesem Jahr hat die Anzahl der britischen Touristen in Estland stark abgenommen. Auch in Lettland blieben die Besucher aus, wenngleich hier nur ein Rückgang von 11 Prozent im Gegensatz zu 56 Prozent in Estland beklagt wird. Litauen scheint dagegen als Reiseziel gefragt: Dank der diesjährigen europäischen Kulturhauptstadt Vilnius stiegen die Besucherzahlen um 30 Prozent an. (Quelle: Baltic Times)

DK: Neue Stadträder für die dänische Hauptstadt

Nachdem die Stadt einen internationalen Wettbewerb für das Design neuer Stadtfahrräder ausgeschrieben hatte, stehen nun die beiden Gewinner der 127 Teilnehmer fest: Gewonnen haben die Entwürfe eines schwedisch-deutsch-amerikanischen und eines französisch-japanischen Teams, die die Räder "Openbike" und "Myloop" für Kopenhagen entwickelt haben. Ein wichtiges Kriterium für die Wahl war die Tatsache, dass diese Räder ohne Stative auskommen. "Openbike" ist mit einer Technik ausgestattet, die es ermöglicht zu verfolgen, wo das Fahrrad benutzt wird. So lässt sich mit Hilfe eines Handys herausfinden, wo sich das nächste freie Fahrrad befindet. "Myloop" hingegen bietet ein ungewöhnliches Design und hat weder Speichen noch Narbe. Die Räder werden wie Einkaufswagen aneinander gekettet, so dass ein einziges Stativ für alle ausreicht. Auch sind die einzelnen Räder vom Nutzer abschließbar. Das endgültige neue Stadtradsystem soll 2013 vorgestellt werden. (Quelle: Politiken)

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