Gemeinsam lernen: Energiesicherheit
im Ostseeraum
Von Inken Dose
Zwei Städte, zwei Universitäten, ein Thema:
Die Berliner Humboldt-Universität veranstaltet zusammen mit der
Universität Kopenhagen die Sommer-Universität „Energiesicherheit
im Ostseeraum im 21. Jahrhundert“. Anfang September wird es zwei
Wochen lang nur um Fragen der Energiesicherheit, Energienutzung und
-gewinnung sowie Nachhaltigkeit gehen. Gastgeber sind die Universitäten
in Kopenhagen und Berlin, unterstützt von drei Partnern aus dem
Ostseeraum, den Universitäten Turku, Tartu und Gdansk.
Das Thema Energiesicherheit wurde mit Bedacht für die diesjährige
internationale Sommer-Universität gewählt: Zum einen ist 2009
das Jahr des UN Klimagipfels in Kopenhagen. Zum anderen ist das Thema
Energie eng mit der Frage des Klimawandels verbunden. Energie ist nicht
nur die Grundlage moderner Zivilisation, sondern zu Zeiten des Klimawandels
ein wichtiger Aspekt bei der Frage, wie sich Konsumenten und Produzenten
verhalten sollen, um das Klima zu schützen und den Energiebedarf
zu sichern. Energiesicherheit im Sinne der Gewährleistung einer
stabilen und ausreichenden Versorgung mit Energie ist eine existentielle
Herausforderung. Wie kann eine expandierende Weltwirtschaft im 21. Jahrhundert
mit Energie versorgt werden, ohne dass es durch internationale Konkurrenz
über knapper werdende Ressourcen zu gewaltsamen Konflikten kommt?
Zu den wenigen, bisher nicht erschlossenen Energiequellen, gehören
auch die in der Arktis vermuteten Ressourcen. Wem gehören sie und
wer darf sie nutzen? Versorgungssicherheit und Verteilungsgerechtigkeit
sind aber nur zwei Aspekte von Energiesicherheit. Auch die Förderung
und Entwicklung von umweltverträglichen Formen der Energiegewinnung
sowie die Energieeinsparung durch die Entwicklung neuer Technologien
und Fahrzeuge sind wichtige Faktoren für die Sicherung unseres
Energiebedarfs.
Am Beispiel Europas und insbesondere der Ostseeregion lässt sich
exemplarisch studieren, wie die Herausforderungen der Energiesicherheit
im 21. Jahrhundert – stabile Versorgung und ökologische Nachhaltigkeit
– miteinander in Einklang gebracht werden können. Wie internationale
Akteure um Ressourcen streiten, kann man in der Arktis beobachten –
obwohl bisher noch unklar ist, ob, wann und wie diese Ressourcen gewonnen
werden können.
Zum Programm der Sommer-Universität gehören Seminare, Vorlesungen
und Exkursionen zu verschiedenen Themen: Stand und Perspektiven der
Energiesicherheit in den Staaten Europas; Energiepolitik der Europäischen
Union; Energie und Umwelt; Europas Hoher Norden als Testfall für
Energiesicherheit im 21. Jahrhundert sowie Nachhaltigkeit als Herausforderung
für Stadtentwicklung, Konsumenten und Produzenten. Die Dozenten
kommen aus verschiedenen Ländern, von Universitäten wie externen
Forschungseinrichtungen: Unter ihnen sind u.a. Prof. Ole Wæver
aus Kopenhagen, Prof. Bernd Henningsen und Prof. Claudia Kemfert aus
Berlin, Prof. Marko Lehti aus Turku, Dr. Heike Imhoff vom Bundesministerium
für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, Dr. Carsten Schymik
von der Stiftung Wissenschaft und Politik oder Dr. Jürgen Kropp
vom Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung. Exkursionen werden
zur ersten Energie-Universität Europas oder in das nachhaltig sanierte
Stadtviertel Hedebygade in Vesterbro (Kopenhagen) unternommen.
Die ersten vier Tage verbringen die Teilnehmer der Sommer-Universität
in Kopenhagen. Anschließend geht es mit dem Bus über Lubmin
nach Berlin, wo am Nordeuropa-Institut weitere Veranstaltungen stattfinden.
Auch für ein kulturelles Rahmenprogramm ist gesorgt.
Die Sommer-Universität vom 1. bis 12. September 2009 bietet ein
spannendes Programm für alle, die sich für das Thema Energiesicherheit
interessieren und ihr Wissen gerne in einem internationalen Kreis von
Kommilitonen erweitern möchten. Teilnehmen können Masterstudierende
aller Fachrichtungen der Humboldt-Universität und der Universitäten
Kopenhagen, Turku, Tartu und Gdansk sowie externe Teilnehmer gegen eine
Teilnahmegebühr von 150 Euro.
Weitere
Informationen gibt es auf der Website der Humboldt-Universität
unter dem Stichwort: Sommer-Universität oder gleich hier! |