Berlin, Juli/August 2009

Liebe Freundinnen und Freunde des KULTURHUS BERLIN,

"Ich warte auf die Wiederholung von Heima!" oder "Der Nordische Filmklub bereichert die Stadt ungemein!" oder "Das ganze Jahr über Filme zeigen". Ideen, Anregungen, Wünsche – noch nie beteiligten sich so viele Leserinnen und Leser an unserer Umfrage zum NORDISCHEN FILMKLUB wie in diesem Jahr. Und: Noch nie zuvor erhielten wir für unsere Filmreihe so viel Lob.

Wir freuen uns über Ihre Zustimmung, so wie wir uns über das nicht nachlassende Interesse am nordischen Film insgesamt freuen. Hervorragende Produktionen aus Skandinavien werden deshalb auch im neuen Programm des NORDISCHEN FILMKLUBs zu finden sein. Ab September wieder im Felleshus der Nordischen Botschaften.

In dieser Doppelausgabe für Juli und August nun unsere Lektüretipps für den Sommer. KULTURHUS BERLIN sprach mit einer der erfolgreichsten Krimiautorinnen Schwedens: Åsa Larsson. Der große norwegische Dichter Knut Hamsun, der im August vor 150 Jahren geboren wurde, ist Thema eines weiteren Interviews.

Im KULTUR SPIEGEL empfahl jüngst die Schauspielerin Birgit Minichmayr unsere Mumin-Ausstellung, die Sie noch bis zum 28. August in Berlin sehen können – bevor die Europareise beginnt.

Sonnige Grüße, Ihr
KULTURHUS BERLIN

Inhalt


1 KULTURHUS BERLIN: Lesen im Sommer - INTERVIEWS und REZENSIONEN

2 KULTURHUS BERLIN lädt ein:

3 RÜCKBLICK

4 VORSCHAU: Der Herbst wird nordisch!

5 TIPPS & TERMINE: Der Norden in Berlin

6 Der NORDEN im TV

7 KULTURNOTIZEN aus dem NORDEN

1 KULTURHUS BERLIN: Lesen im Sommer - INTERVIEWS und REZENSIONEN

1.1 "Ich komme ohne Kiruna nicht zurecht" – Interview mit Åsa Larsson

Asa Larsson
Quelle : KULTURHUS BERLIN, Ulrike Schulz

Åsa Larsson ist derzeit eine der erfolgreichsten schwedischen Krimiautorinnen. Sie debütierte 2003 mit dem Bestseller "Sonnensturm”, der als bestes Krimidebut 2003 ausgezeichnet wurde. "Sonnensturm" war das erste von sechs Büchern in einer Serie, von der bis jetzt vier Bände vorliegen – alle waren sehr erfolgreich und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Gerade ist in Deutschland ihr viertes Buch "Bis Dein Zorn sich legt” erschienen.

Als Åsa Larsson vier Jahre alt war, zog ihre Familie nach Kiruna in Nordschweden, wo Larsson aufwuchs. Sie studierte Jura an der Universität von Uppsala und arbeitete als Steuerfachanwältin. Heute aber ist sie Vollzeitschriftstellerin. Ihre Fähigkeit, Landschaften und Umwelt zu beschreiben, hat viele Leser gefesselt. Und dass ihre Kindheit und Jugend in Kiruna einen großen Einfluss auf ihre Bücher hatten, ist nicht zu übersehen.

Wir treffen eine strahlend fröhliche Åsa Larsson an einem sonnigen Nachmittag in einem Hotel. Sie erzählt uns, dass dies ihr erster Berlinbesuch sei und sie die Stadt jetzt schon liebe.

KULTURHUS BERLIN: Auf welche Weise haben die Landschaft, das Klima und die Mentalität in Kiruna Sie beeinflusst?

Åsa Larsson: Die Natur ist unglaublich wichtig! Sie soll in meinen Büchern die ganze Zeit etwas widerspiegeln, entweder, wie sich ein Mensch fühlt, oder was in der Geschichte passiert. Ich will die Natur für mich verwenden, ihr eine Seele geben, so dass sie wie eine Person in der Geschichte wird. Kiruna ist einzigartig und für mich mehr eine Voraussetzung als eine Inspiration. Ich habe ein unglaublich starkes Gefühlsband zu dieser Stadt. Viele sagen, ich bedeute viel für Kiruna, aber es ist genau anders herum. Ich komme ohne Kiruna nicht zurecht. Ich habe versucht, Geschichten zu schreiben, die in Mariefred spielen, wo ich jetzt lebe, aber es geht nicht!

KULTURHUS BERLIN: Wollten Sie immer schon schreiben? War das ein Kindheitstraum für Sie?

Åsa Larsson: Ja, das wollte ich. Ich bin als Einzelkind aufgewachsen, mein Vater war Bibliothekar mit einem riesigen Literaturinteresse. Er fand, ich sollte nur gehobene Literatur lesen, ich durfte zum Beispiel nie ein "Kitty"-Buch lesen. Er hat sich immer für meine kreativen Projekte interessiert und hatte großen Einfluss auf mich. Ich habe Jura studiert und eine Weile als Juristin gearbeitet, und da bin ich vom Schreiben abgekommen. Erst als ich mein erstes Kind bekommen hatte, fing ich wieder damit an. Ich fühlte mich ein wenig leer und unglücklich und hatte das Bedürfnis, sehnte mich danach, etwas Kreatives zu machen. Es war ein fantastisches und unbeschreibliches Gefühl, als es begann, sich in meinem Kopf zu bewegen. Ich hatte wirklich viel Spaß.

Das vollständige Interview von Maria Boestam lesen Sie in der Rubrik >> Interviews auf www.kulturhus-berlin.de.

Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs, erschienen bei Bertelsmann. Bislang auf Deutsch erhältlich (auch als Taschenbuch):

Cover: Bis dein Zorn sich legtCover: Der schwarze StegCover: Weiße NachtCover: Sonnensturm

Bis dein Zorn sich legt
352 Seiten,
ISBN: 978-3-570-01084-6
€ 19,95

Der schwarze Steg
416 Seiten
ISBN: 978-3-570-00989-5
€ 19,95

Weiße Nacht
384 Seiten
ISBN: 978-3-570-00873-7
€ 19,95

Sonnensturm
352 Seiten
ISBN 978-3442736003
EUR 9,00

Weitere Informationen: www.asa-larsson.de.

1.2 Oskar Werner spricht "Hunger"

Cover Hamsun "Hunger"Am 4. August 2009 wäre Knut Hamsun 150 Jahre alt geworden. Anlässlich dieses Jubiläums hat HoerbuchHamburg eine Aufnahme des Süddeutschen Rundfunks aus dem Jahr 1961 wieder veröffentlicht. Oskar Werner, der Wiener Charakterdarsteller und Star des Burgtheaters, hat "Hunger", den 1890 erschienenen Debüt-Roman des norwegischen Nobelpreisträgers kongenial eingesprochen. Mit seiner hypnotischen und melodischen Stimme gibt Werner der brüchigen Existenz des Ich-Erzählers aus Hamsuns Fin-de-siècle-Roman meisterhaft Ausdruck und folgt ihm in die jubelnden Höhen seiner Delirien ebenso wie in die Dämmerung des bloßen Vegetierens.

Constanze Gestrich

Knut Hamsun
Hunger
Gelesen von Oskar Werner
Gekürzte Lesung
ISBN 978-3-89903-646-6
2 Audio-CDs
€ 19,95

1.3 Jubilar mit schwierigem Erbe – Knut Hamsun zum 150.
Interview mit Prof. Werner Baumgartner

Hamsun 1935
Knut Hamsun auf Nørholm 1935.
Foto: Anders Beer Wilse.
Eigentümer: Die Norwegische Nationalbibliothek

Prof. Baumgartner
Prof. Walter Baumgartner
Foto: Geert Maciejewski

Er gehört zu den Wegbereitern der literarischen Moderne, meisterte den Aufstieg vom Landproletarier und Gelegenheitsarbeiter zum gefeierten Autor und Nobelpreisträger. Doch so groß wie die Bewunderung für sein dichterisches Schaffen, so wichtig ist angesichts seines Bekenntnisses zum deutschen Nationalsozialismus die kritische Auseinandersetzung mit der Person Knut Hamsun (1859-1952). Am 4. August 2009 wäre der norwegische Schriftsteller 150 Jahre alt geworden. KULTURHUS BERLIN sprach über ihn mit Prof. em. Dr. Walter Baumgartner aus Greifswald.

KULTURHUS BERLIN: Was war für Sie persönlich die erste prägende Begegnung mit dem Autor Knut Hamsun und seinen Büchern?

Baumgartner: Während meines Stipendienaufenthalts in Uppsala schrieb ich eine Seminararbeit über Hamsuns Roman "Pan". Später, es waren die Jahre 1968 bis 1971, in Oslo wurde ich immer wieder in Gespräche gezogen, die sich um Hamsuns Engagement für Hitlerdeutschland drehten. Als ich 1980 in Bochum Professor wurde, war meine erste Vorlesung dem Klassiker Hamsun gewidmet.

KULTURHUS BERLIN: Als einer der Begründer der literarischen Moderne begeisterte und beeinflusste Knut Hamsun Schriftstellerkollegen wie Franz Kafka, Thomas Mann, oder Samuel Beckett. Ernest Hemingway meinte, Hamsun habe ihn das Schreiben gelehrt. Was war damals das Bahnbrechende an seiner Literatur?

Baumgartner: Hamsun hat von Dostojewski und Strindberg gelernt. In "Hunger" und "Mysterien" wendet er den sog. Stream of consciousnes an, für den später James Joyce berühmt geworden ist. Auch in seinen Heimatromanen bleibt er Modernist, seine Erzählweise ist ironisch und offen, sie fordert ständiges Mitdenken. Die Komposition seiner Romane scheint nachlässig, chaotisch zu sein, und doch ist genau dies der adäquate Ausdruck seiner Sicht auf die Welt. Seine Witze sind bösartig, man merkt oft erst wenn man lacht, dass man über sich selbst lacht, oder über Opfer der Romanhandlung, die eigentlich schon gestraft genug sind, so wie der Kastrat Oliver in "Die Weiber am Brunnen". Jedes Mal, wenn man ein Buch von ihm wieder liest, treten wie im Entwicklerbad neue raffiniert versteckte Zusammenhänge hervor, entfaltet sich ein anderer, neuer Sinn.

Das vollständige Interview von Tanja Bradtke lesen Sie Sie in der Rubrik >> Interviews auf www.kulturhus-berlin.de.

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Walter Baumgartner
war bis zu seiner Emeritierung Inhaber des Lehrstuhls für Neuere skandinavische Literaturen an der Universität Greifswald und ist Leiter des dortigen Kulturfestivals Nordischer Klang. Über Knut Hamsun hat er eine Biographie sowie zahlreiche Artikel veröffentlicht.

1.4 Zuviel des Bösen

CoverDie Geschichte handelt von schwulen, pädophilen Dänen. Ein Kapitalist, ein Grönlandforscher, ein Staatssekretär im Verteidigungsministerium, die zu Nazis werden, weil ein schwuler SS-Mann sie fasziniert und ihr privater "Führer" wird. Außerdem gibt’s da noch Geldgründe, denn der Kapitalist betreibt in Litauen eine Firma, die Juden und Zigeuner als Zwangsarbeiter ausbeutet. Der Krimi beginnt mit dem Mord an dem Kapitalisten, den ein Eskimo auf rituelle Weise begeht – sehr grausam. Entführte türkische Kinder spielen eine Rolle, die persönlichen Probleme aller beteiligten Polizisten, die Stasi, die CIA, die dänischen Geheimdienste, der KGB, Lech Walesa und die Lenin-Werft. Ach ja: Man schreibt das Jahr 1979. Kollaboration von Dänen mit deutschen Besetzern, der Kalte Krieg, Kinderhandel, das kaputte Leben der Kriminalisten und drei Brüder, die sterben müssen – Exkurse in Eskimo-Mystik und dänische Grönland-Verachtung. Das alles ist zum Schluss ein bisschen viel Fracht.

Mario Fechner

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Christian Dorph und Simon Pasternak
Der deutsche Freund
Aus dem Dänischen von Ulrich Sonnenberg
Suhrkamp
ISBN-13: 978-3518460894
€ 9,95

1.5 Literaturgeschichte und Liebe

Cover: Jan Arnald "Maria und Artur"Die Doppelidentität von Jan Arnald (Kritiker und Autor anspruchsvoller Literatur) und Arne Dahl (Krimiautor und Schöpfer der sogenannten A-Gruppe um Paul Hjelm, Kerstin Holm und anderen charakteristischen Ermittlern aus Stockholm, zuständig für die schweren Fälle internationaler Art) wird dem Leser mittlerweile per Klappentext offenbart. Es ist also längst kein Geheimnis mehr, und dennoch hält Arnald am Pseudonym Dahl fest. So gelinge es ihm, die beiden unterschiedlichen Richtungen seines Schaffens als zwei getrennte Sphären aufrechtzuerhalten.

Mit "Maria und Artur. Roman einer Schriftstellerliebe" begibt sich Arnald ins Zentrum der schwedischen Literaturgeschichte. Maria und Artur – das sind Karla Petersson alias Maria Wine und Artur Lundkvist, Schwedens bekanntestes Schriftstellerpaar, nicht nur wegen ihres umfangreichen Œuvres, sondern auch aufgrund ihrer unkonventionellen Ehe und ihres öffentlichen Auftritts. Wie Sartre und Beauvoir versuchten sie lebenslang eine offene Beziehung zu führen.

Die vollständige Rezension von Constanze Gestrich lesen Sie Sie in der Rubrik >> Rezensionen auf www.kulturhus-berlin.de.

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Jan Arnald
Maria und Artur. Roman einer Schriftstellerliebe
Aus dem Schwedischen von Wolfgang Butt
Piper 2008
304 Seiten
ISBN-13: 978-3492051088
€ 19,90

1.6 Bibendum. Münster trifft Kopenhagen

CoverEtwas Ähnlichkeit haben sie schon, die beiden Herren. Wie Herr Wilsberg, ist Erik Andersen Besitzer eines Antiquariats. Beide sind etwas schrullig und mehr oder weniger freiwillig Radfahrer in Städten, in denen es sich gut radeln lässt. Und vor allem: Beide verdingen sich als Privatdetektiv. Ihre Vorgeschichten jedoch unterscheiden sich voneinander. Während der eine als Anwalt tätig war, hat der andere als Polizist dafür gesorgt, dass die Anwälte Kundschaft bekommen.

Die vollständige Rezension von Inken Dose lesen Sie Sie in der Rubrik >> Rezensionen auf www.kulturhus-berlin.de.

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Niels Lillelund
Bibendum
Gyldendal, 2007
272 Seiten
ISBN 978-87-02-05994-6
DKK 275

1.7 Das Turkuer Nachtleben und seine Folgen

CoverJussi Vares gehört zu den Männern, die trinken, nein: die saufen, pöbeln und vögeln, und die dennoch irgendwann sympathisch werden. Wie gelingt das Rejio Mäki, dem finnischen Kult-Krimiautor, bloß? Vielleicht ist es die Tatsache, dass die Schurken, die Vares schlussendlich hinter Schloss und Riegel bringt, immer noch ein bisschen schlimmer und unsympathischer sind als der Privatdetektiv, der trotz aller Männlichkeitsallüren doch auf der Seite der Schwachen, Kleinen und Übervorteilten steht.

Die vollständige Rezension von Constanze Gestrich lesen Sie Sie in der Rubrik >> Rezensionen auf www.kulturhus-berlin.de.

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Rejio Mäki
Der vierte Musketier
Aus dem Finnischen von Bernd Lüecke
Piper 2009
304 Seiten
ISBN 978-3-492-25364-2
€ 8,95 Euro

1.8 Nordische Kuriositäten

CoverKristof Magnussons Erzählband beginnt leider mit einem Vorwort aus seiner eigenen Feder. Dieses kann man sich getrost schenken, denn es reproduziert vor allem schon längst Bekanntes. Der in Hamburg geborene Autor, Sohn deutsch-isländischer Eltern, versucht sich einmal mehr in der Kategorisierung von Skandinavien-Interessierten und reproduziert dabei Stereotypen, die glücklicherweise in nicht vielen der folgenden Erzählungen und Geschichten wiederholt werden. Denn was Magnusson zusammengetragen hat, entpuppt sich als kleines, vor allem mit Humor zunehmendes Schatzkistlein skandinavischer Erlebnisse und Herausforderungen. Und nachdem sich beim Leser das erste Erstaunen gelegt hat, wer sich aus der deutschen Autorenwelt so alles mit Skandinavien befasst, lässt sich doch die eine oder andere Kostbarkeit zwischen eher Schnellvergänglichem entdecken.

Die vollständige Rezension von Constanze Gestrich lesen Sie Sie in der Rubrik >> Rezensionen auf www.kulturhus-berlin.de.

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Kristof Magnusson (Hrsg.)
Dänen lügen nicht. Kuriose Geschichten aus Skandinavien
Piper 2009
240 Seiten
ISBN 978-3-492-05268-9
€ 16,95

1.9 "Ostberlin war das Helsinki meiner Kindheit" – Interview mit Juhani Seppovaara


Foto: Simona Selenscig

Juhani Seppovaara lernte 1980 auf einem internationalen Wirtschaftskongress in Budapest den Kollegen Leo aus Ostberlin kennen. In den folgenden Jahren besuchte Seppovaara ihn und seine Freunde regelmäßig im Prenzlauer Berg. Sein Buch "Unter dem Himmel Ostberlins" hat den Finnischen Buchkunstpreis 2007 gewonnen.

"Unter dem Himmel Ostberlins” zeigt Fotos von Produkten, Straßen, Menschen und besonderen Orten im ehemaligen Ostberlin. Das Buch ist mit seiner Kombination von Fotos und Geschichten wie eine Reise in Seppovaaras Universum des damaligen Ostens der Stadt. Seppovaara zeigt wie das Leben in Ostberlin alles andere war als grau: Für ihn war es bunt und interessant.

Dazu erzählt er 40 Geschichten, die im Prenzlauer Berg der 1980er Jahre spielen. In magischer, anziehender Art und Weise treffen wir bei ihm auf Menschen, die uns an ihrem Leben teilnehmen lassen.

Dorte Bruun-Christensen traf Juhani Seppovaara an einem Nachmittag in Berlin. In der Ruhe, die Seppovaara umgibt, sprach sie mit ihm über sein Buch und seine Beziehung zu Berlin.

KULTURHUS BERLIN: Was motivierte dich "Unter dem Himmel Ostberlins” zu schreiben? Was ist das Besondere?

Juhani Seppovaara: Erst einmal unterscheidet sich das Buch thematisch von meinen anderen Büchern, in denen es um volkstümliche Baukultur in Finnland geht. "Unter dem Himmel Ostberlins" ist weder Ostalgie noch handelt es sich um eine Biografie über meine Zeit am Prenzlauer Berg in den 80ern. Die Motivation, dieses Buch zu schreiben, war der Wunsch, die Geschichten von den Leuten zu erzählen, die ich damals kennenlernte. Einige Geschichten habe ich stark verändert, einige sind fast so, wie sie mir erzählt wurden.

Das vollständige Interview von Dorte Bruun-Christensen lesen Sie Sie in der Rubrik >> Rezensionen auf www.kulturhus-berlin.de.

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Juhani Seppovaara
Unter dem Himmel Ostberlins
be.bra Verlag 2008
168 Seiten
ISBN 978-3-86124-628-2
€ 19,90

Das Buch ist auch mit einer DVD erhältlich, die eine kurze Geschichte der DDR auf Finnisch, Original-Beiträge aus dem finnischen Fernsehen und Musik von "Herbst in Peking" u.v.m. enthält – Buch und DVD (ISBN 978-3-86124-627-5) kosten zusammen € 24,50.

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2 KULTURHUS BERLIN lädt ein

2.1 Birgit Minichmayr über Mumin-Ausstellung im KulturSPIEGEL

Birgit Minichmayr
Auf der diesjährigen Berlinale erhielt die aus Österreich stammende Schauspielerin den Silbernen Bären
Quelle: Berlinale/ Andreas Teich

Die Schauspielerin Birgit Minichmayr erwärmt sich in der Juni-Ausgabe des KulturSPIEGEL für unsere Mumin-Ausstellung. In der Monatsbeilage des in Hamburg erscheinenden SPIEGEL sagt sie:

"Als kleines Mädchen habe ich mich vor den Mumins gefürchtet – und ich habe sie geliebt: Wenn die Geschichten der nilpferdartigen Trolle im Fernsehen liefen, habe ich sie mir trotz meiner Angst immer angeschaut. In Berlin läuft zur Zeit eine Wanderausstellung über die Mumin-Geschichten der Autorin und Illustratorin Tove Jansson: bis 08. Juni in der Bibliothek am Luisenbad, ab 20. Juni in der KULTschule. Die Ausstellung ist klein, aber sie zieht mich magisch an."

KulturSPIEGEL 6/2009

 

 

 

2.2 Angekommen – die Mumin-Ausstellung in der KULTschule

Noch bis zum 28. August ist die Wanderausstellung "Schweben – Träumen – Leben. Tove Janssons Mumin-Geschichten" in Berlin. In der KULTschule Lichtenberg hat sie ihre letzte offizielle Station in der Hauptstadt, bevor sie auf Europatour geht. Am 23. Juni wurde die Ausstellung hier eröffnet, und um dies angemessen zu feiern, kamen große und vor allem viele kleine Mumin-Fans in die Sewanstraße 43.

Doris Kluge, Vorsitzende der KULTschule, war vergnügt und sichtlich stolz, als die Ausstellung eröffnet wurde: In der hauseigenen Werkstatt waren das Mumin-Haus, die hölzernen Mumin-Figuren und viele weitere Objekte der Ausstellung hergestellt worden...

Den vollständigen Beitrag von Verena Morys lesen Sie hier.

Außerdem verriet sie, dass die Mumin-Ausstellung als Beitrag des Lichtenberger Kulturvereins bei der "Langen Nacht der Bilder" am 4. Juli präsentiert werden würde. Ebenso gut gelaunt war die Leiterin des Finnland-Instituts, Marjaliisa Hentilä, die sich selbst, ihre Institutsmitarbeiterinnen und einige Mitarbeiterinnen der KULTschule und des KULTURHUS BERLIN als "Mumin-Mamas" vorstellte – zu erkennen an der rot-weiß-gestreiften Schürze. Wie die echte Mumin-Mama waren sie an diesem Tag dafür zuständig, dass sich alle Kinder wohlfühlten und mit ihren Fragen und Sorgen zu ihnen kommen konnten. Nach einer kurzen Vorstellung Tove Janssons’ und der Mumins konnte die Institutsdirektorin dann auch berichten, dass die Ausstellung nach ihrer Station in Lichtenberg auf Europatour gehen wird und bereits bis 2011 ausgebucht ist.

Schon als sie den Ausstellungsraum betraten, konnte man von den Erst- bis Drittklässlern erstaunte "Oh’s" und "Ah’s" hören. Ilka Sonntag vom KULTURHUS BERLIN erzählte die Geschichte "Mumin, wie wird’s weitergehen?", und als alle gemeinsam auf den Bildern im Buch nach der Kleinen My suchten, waren die Kinder endgültig verzaubert. Schließlich lernten sie auch noch sich zu verwandeln und selbst wie ein Mumin zu sein, zu lachen wie ein Mumin, wie die Kleine My wütend mit dem Fuß aufzustampfen oder sich wie Mumin-Mama die Schürze zu binden. Ein aufregender Nachmittag in der wunderbaren Mumin-Welt.

Verena Morys

Auch in der KULTschule Lichtenberg gibt es wieder ein Rahmenprogramm mit Workshops. Die Termine finden Sie unter www.kulturhus-berlin.de/mumin.

2.3 Kleiner Troll und große Abenteuer

CoverWer schon immer wissen wollte, wo die Mumintrolle eigentlich früher gelebt haben oder wie die Muminfamilie zu ihrem schönen Haus in dem sonnigen Tal gekommen ist, wird in "Mumins lange Reise" fündig. Das erste Muminbuch Tove Janssons, das bereits 1945 in Finnland erschien, ist das bei weitem kürzeste der insgesamt neun Muminbücher – was seiner Qualität jedoch keinen Abbruch tut. "Mumins lange Reise" entführt den Leser in eine zauberhafte Märchenwelt, wie er sie von den anderen Mumingeschichten gar nicht gewohnt ist.

Die vollständige Rezension von Verena Morys lesen Sie Sie in der Rubrik >> Rezensionen auf www.kulturhus-berlin.de.

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Tove Jansson
Mumins lange Reise
Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer
Arena Verlag 2007, gebundene Ausgabe
ISBN 978-3-401-06094-1
63 Seiten
€ 8,95

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3 RÜCKBLICK

3.1 KULTURHUS BERLIN auf der LANGEN NACHT DER WISSENSCHAFTEN


Besuch im Mumin-Haus |
Quelle: KULTURHUS BERLIN/Ulrike Schulz

Was wären wir ohne Finnland? Dass ein schnulzig-schmalziger Tango etwas richtig Schönes sein kann, erfuhr man auf der LANGEN NACHT DER WISSENSCHAFTEN am 13. Juni. Das Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität präsentierte an diesem Abend bis in die Nacht echten finnischen Tango und echte finnische Trolle. Fabelhafte Tanzkurse unter Leitung von Dr. Jochen Hille – im Haus am Hegelplatz wurde es eng, melancholisch und spät. Mittendrin – die Mumins, in diesem Jahr special guests des KULTURHUS BERLIN. Rappelvolle Sprachkurse für Dänisch, Isländisch, Finnisch in 20 Minuten Erste-Hilfe-Kurse in Sachen Skandinavien, Haru – der Originalfilm über Tove Jansson – und ein Vortrag über die kulinarische Welt des Nordens. In dieser Langen Nacht kamen 1200 Besucher, die mehr über Skandinavien wissen wollten.

Weitere Bilder von der LANGEN NACHT DER WISSENSCHAFTEN finden Sie Sie in der Rubrik >> Rückblick auf www.kulturhus-berlin.de.

 

 

3.2 KULTURHUS BERLIN auf dem Sommerfest der Schwedischen Botschaft

Beim Schwedenfest mit der Lupe.
Berlin oder Stockholm? Auch an dieser Station der Familien-Rallye konnte die ganze Familie ihr Schwedenwissen testen.
Quelle: KULTURHUS BERLIN
/Inken Dose

"Er war ein Graugnom." Das ist die Erklärung. Jonas, der mit seiner Mutter gekommen ist, kennt die Geschichte von Ronja Räubertochter genau. "An seiner Schule war das nämlich gerade ein Theaterstück. Und er hat mitgespielt." Jonas nickt bescheiden. Heute aber ist er kein Graugnom, sondern Teilnehmer der Familien-Rallye, die KULTURHUS BERLIN für das Sommerfest der Schwedischen Botschaft konzipiert hatte, das an diesem letzten Juni-Wochenende und in schönstem Sommerwetter gefeiert wird. Da wimmelte es von Figuren aus schwedischen Kinderbüchern, schwedischen Städtenamen und Fragen über Fragen. Wie hört sich Schwedisch überhaupt an? Im Kinderzelt gab es Sprachkurse mit KULTURHUS BERLIN, Erzählstunden und einen leibhaftigen Petterson – nebst Findus. Pippi Langstrumpf hielt auf der großen Bühne zwei Polizisten vor ihrer kunterbunten Villa zum Narren. Musik aus Schweden, Filme aus Schweden, Design aus Schweden, Essen aus Schweden ... Schweden für jeden! 11 000 Besucher kamen, um das zu feiern.

Weitere Bilder vom Sommerfest der Schwedischen Botschaft finden Sie Sie in der Rubrik >> Rückblick auf www.kulturhus-berlin.de.

 

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4 VORSCHAU: Der Herbst wird nordisch!

10 Jahre Nordische Botschaften – feiern Sie mit und ...

  • informieren Sie sich über innovative nordische Forschungsprojekte zu alternativen Energien und Klimafragen;
  • staunen Sie über die Lebendigkeit der nordischen Comicszene;
  • begegnen Sie bekannten nordischen Autoren und entdecken Sie (noch) unbekannte;
  • hören Sie die Lieblingsmärchen der Botschafter, vorgelesen von ihnen selbst;
  • streifen Sie durch die Häuser der Nordischen Botschaften (am 21. November ist Tag der offenen Tür)

... und vieles mehr, den ganzen Herbst über! Das vollständige Programm finden Sie ab September auf der Website www.nordischebotschaften.org sowie als gedruckte Version in Berliner Kulturinstitutionen und natürlich im Felleshus.

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5 TIPPS & TERMINE: Der NORDEN in Berlin.

5.1 Musik

21., 22., 23., 26., 30. und 31. August,
4., 8., 9. und 27. September sowie im Oktober und November
Premiere am 21. August 2009
ConRytmo: Drums should be forbidden

Außergewöhnliche Percussion-Klangshow mit Laser- und Lichteffekten: Drum-Circus auf höchstem Niveau.

Das schwedische Schlagzeugensemble ConRytmo schuf mit der Show "Drums should be forbidden" ein ganz neues Veranstaltungskonzept mit klassischen Trommeln, Goldfischgläsern, Ventilationsrohren und anderen Instrumenten und alltäglichen Gebrauchsgegenständen.

Babylon Berlin
Rosa-Luxemburg-Str. 30
10178 Berlin

5.2 Ausstellung

10. Juni – 10. September 2009 | 9 bis 17:30 Uhr
"Schwedische Transformation"

Die drei schwedischen Künstlerinnen Sofie Arfwidson, Ulrika Segerberg und Ninia Sverdrup, seit einiger Zeit in der Berliner Kunstszene beheimatet, stellen ihre Werke vor. So unterschiedlich die Künstlerinnen, so unterschiedlich sind auch ihre Motive und Techniken. In ihren Bildern begegnen uns opulente Märchenfiguren, außergewöhnliche Engel und sparsam in Szene gesetzte Philosophie zum Thema Urbanität.

PC-WARE AG
Alte Rhinstraße 16
12681 Berlin

5.3 Film

Noch bis zum 29. August | Zeughauskino
Filmreihe DEUTSCHE UND POLEN

Aus Anlass des 70. Jahrestages des Überfalls auf Polen präsentiert das Zeughauskino die Filmreihe DEUTSCHE UND POLEN, die die gleichnamige Ausstellung des Deutschen Historischen Museums begleitet. Auf dem Spielplan stehen deutsche und polnische Produktionen, die eine mehr als sechshundertjährige Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen erzählen und ein wechselhaftes, immer facettenreicher werdendes Bild des jeweils Anderen zeichnen.

Zeughauskino
Deutsches Historisches Museum
(Zeughausgebäude Eingang Spreeseite)
Unter den Linden 2
10117 Berlin
Kinokasse: 030 / 20 30 4 – 770

5.4 Für Kinder

Noch bis zum 30. August | täglich | FEZ
Spielofezien

Die FEZ-Sommerferienaktion mit Ronja, Michel und Pippilotta: Während der Sommerferien verwandelt sich das FEZ in ein Astrid-Lindgren-Geschichten-Land. Familien entdecken das schwedische Dorf Bullerbü mit Quatsch- und Ulkspielen, Krebsfangen und Spielen im Stroh. Seetaugliche lernen Piraten- und Seeleutetricks auf der Hoppetosse. Und in Ronjas Räuberwald erleben die Ferienkids das richtige Räuberleben. Hier wird gemeinsam mit dem ältesten Räuber Glatzenpeer die Mattisburg gebaut.

Eintritt: € 2,– / Familienticket € 6,50 / Wochenkarte € 10,-

FEZ-Berlin Kinder-, Jugend- und Familienzentrum
An der Wuhlheide 197
12459 Berlin

Di-Fr 11-18 Uhr, Sa 13-18 Uhr, So 11-18 Uhr

Informationen von SpieloFEZien aus dem Jahr 2007 finden Sie unter: www.spielofezien.de

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6 Der NORDEN im TV

Der Stummfilm "Segen der Erde" nach Knut Hamsuns "Markens Grøde" wird Ende August im deutschen Fernsehen gezeigt. Lange Zeit galten Film und Originalpartitur als verschollen – bis in New York eine unvollständige Kopie auftauchte. Als 1991 eine zweite Kopie im Niederländischen Filmmuseum identifiziert wurde, konnte der Film samt seinen beeindruckenden Original-Viragen aus den beiden Quellen wieder hergestellt werden. Die Originalmusik hat sich als Notensatz im Archiv des Norwegischen Rundfunks erhalten und wurde dort 1994 entdeckt. Arte zeigt den Klassiker am 31. August.

Außerdem ist Irene Huss von der Kripo Göteborg in diesem Sommer erstmals im deutschen TV präsent. Ihre Kollegen aus Stockholm und Ystad sind ebenfalls wieder auf unseren Bildschirmen zu sehen. Gezeigt werden wunderbare Spielfilme wie Lone Scherfigs "Italienisch für Anfänger" oder "Wie im Himmel" aus Schweden. Dem deutschen Überfall auf Polen vor 70 Jahren widmen sich eine Reihe von Dokumentationen sowie ein deutscher Spielfilm aus den 60ern.

Einige Empfehlungen schon hier. Mehr finden Sie wie immer aktuell unter www.kulturhus-berlin.de.

BFS | 22.08.09 | 10:15 Uhr
Olsenbande Jr.
Spielfilm Dänemark 2001

Egon Olsen lebt in einem Kinderheim im Jahr 1958. Er hat einen Plan, wie er von dort wegkommt: Er möchte sich von einer reichen Familie adoptieren lassen. Benny und Kjeld sind begeistert, aber wie in fast jedem Olsenbandenfilm geht natürlich auch hier etwas schief. Die neuen Eltern stellen sich in Wirklichkeit als Raketenfabrikanten heraus und wollen Egon als ersten Menschen in den Weltraum schicken. Noch vor den Russen oder Amerikanern soll Dänemark als Raumfahrtnation in die Geschichte eingehen.

Der Film entstand als Fortsetzung der erfolgreichen Olsenbande-Filmreihe, nur dass in diesem Film die Geschichte der Olsenbande in ihren Kindertagen erzählt wird.

SWR | 22.08.09 | 23:45 Uhr
Der Wolf - Gefallene Engel
Spielfilm Norwegen / Dänemark / Deutschland 2008

Varg Veum soll im Auftrag seines alten Freundes Jacob herausfinden, ob dessen Frau untreu ist. Der Job ist äußerst undankbar, denn Rebecca ist Veums heimliche, unerfüllte Liebe. Wider Willen schlittert er erneut in eine Affäre mit ihr. Als er die Beziehung beenden will, findet er Rebecca tot in ihrem Haus. Offenbar hat sie sich erhängt, doch Veum vermutet, dass jemand ihren Selbstmord vortäuschte. Weitere Frauen sterben auf die gleiche Art, jedes Mal wird ihr Tod durch Erhängen theatralisch inszeniert. In ihren weißen Kleidern erwecken die Opfer den Anschein gefallener Engel. Die Spur führt ausgerechnet zu jener Band, in der Varg Veums Freund Jacob spielte, bevor er seinen Durchbruch als Rockstar hatte.

EinsExtra | 29.08.09 | 21:30 Uhr
Schwedens heile Atomwelt

Vattenfall, der schwedische Energieriese, steht unter Beschuss. Ein Atom-Störfall jagt den nächsten: Nach Krümmel in Schleswig-Holstein werden nun auch in Schweden immer mehr Störfälle publik gemacht.

Während in Deutschland eine heftige Kontroverse um die Sicherheit von Atomkraftwerken und die Informationspolitik ihrer Betreiber entbrannt ist, halten sich die Schweden mit Kritik sehr zurück, auch an ihrem Staatskonzern Vattenfall. Die schwedische Regierung will sogar ihren vor 30 Jahren per Volksentscheid beschlossenen Atomausstieg rückgängig machen, und die Mehrheit der Schweden unterstützt dies. Zudem wird das weltweit erste Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Schweden gebaut.

NDR | 30.08.09 | 18:00 Uhr und 01.09.09 | 06:00
Ostsee-Report
Moderation: Anni Dunkelmann auf der kleinen dänischen Insel Fejö

* Spurensuche in Ostpreußen - ein Porträt des Architekten und Buchautors Christian Papendick
* Die Entdeckung der Langsamkeit - unterwegs mit den finnischen Flößern
* Isländische Tauchabenteuer - die Papageitaucher von Grimsey
Weitere Themen:
* Bornholmer Sommer - auf den Spuren eines dänischen Schmetterlingsforschers
* Classic Car Week im schwedischen Rättvik - das größte Oldtimertreffen Skandinaviens

Arte | 31.08.09 | 23:30 Uhr
Segen der Erde
Markens Grøde, Stummfilm Norwegen 1921, Regie: Gunnar Sommerfeldt

Isak und Inger besiedeln ein karges Stück Land im rauen Norden von Norwegen. Obwohl ihr Alltag fast ausschließlich aus körperlicher Schwerstarbeit besteht, lernen sie beharrlich, mit der Natur und ihren Zyklen zu leben - und bringen es schließlich zu bescheidenem Wohlstand. Als Inger und Isaks drittes Kind mit einer Hasenscharte zu Welt kommt, entschließt sich Inger zum Kindsmord, um dem Neugeborenen das harte und unerbittliche Leben zu ersparen, wie sie es führen muss. Doch sie wird verraten und zu mehreren Jahren Freiheitsentzug verurteilt...

SWR | 02.09.09 | 06:50 Uhr
SOS - Petter ohne Netz
Tierischer Filmsommer - Norwegen 2004

Der zwölfjährige Petter zieht mit seiner Familie aus einer norwegischen Großstadt auf einen abgelegenen Bauernhof, den seine Mutter künftig bewirtschaften will. Von diesem Umzug ist Petter wenig begeistert: Die neue Umgebung liegt in einem Funkloch, kein Handy funktioniert und es gibt auch keinen Internet-Anschluss. Deshalb kehrt sein Vater zum Arbeiten bald wieder in die Stadt zurück. Petter, der sich vergeblich bemüht, mit den früheren Freunden Kontakt zu halten, bleibt gar nichts anderes übrig, als sich mit der ungewohnten Situation abzufinden. Doch schnell stellt sich heraus, dass das Leben auf dem Land längst nicht so geruhsam und langweilig verläuft, wie es auf den ersten Blick aussah.

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7 KULTURNOTIZEN aus dem NORDEN

NO: Hamsun-Zentrum in Norwegen eröffnet

Aus Anlass des 150. Geburtstages Knut Hamsuns wurde am 4. August 2009 auf der nordnorwegischen Insel Hamarøy, wo der Schriftsteller seine Kindheit und Jugend verbrachte und später vorübergehend einen Bauernhof betrieb, ein Hamsun-Zentrum eröffnet. Der amerikanische Architekt Steven Holl versteht seinen von einer Vision des "Mysterien"-Helden Nagel inspirierten schwarzen Turm als "einen Körper, ein Schlachtfeld für unsichtbare Kräfte [und] Hamsun-Gestalt im architektonischen Sinne." Neben einer Ausstellung über Hamsuns Leben und Werk sowie dessen Interpretation bietet das Zentrum Räume für Seminare, Film- und Theateraufführungen sowie Festveranstaltungen und will zu Auseinandersetzung und Debatte über das umfangreiche und mehrdeutige Werk des wegen seines Bekenntnisses zum deutschen Nationalsozialismus umstrittenen Nobelpreisträgers im Kontext der gesellschaftlichen Strömungen anregen. (Quelle: www.hamsunsenteret.no)

SE: Das wirklich allerletzte Wallander-Buch

Trotzdem vor zehn Jahren der vermeintlich letzte Roman um Kommissar Wallander erschien, wird im August nun in Schweden ein neuer veröffentlicht. Autor Henning Mankell betont: diesmal ist es wirklich der ALLERletzte. Die neue Geschichte soll aber weniger ein Krimi, als eine Art „gestaltete Tragödie“ sein, in der der Kommissar, der mittlerweile Großvater ist, nach den verschwundenen Schwiegereltern seiner Tochter Linda sucht. „Wenn man dieses Buch gelesen hat, sieht man ein, dass es keine Chance gibt noch irgendetwas über Kurt Wallander zu schreiben“, so der Autor. Auch sonst herrscht großer Trubel um den beliebten Kommissar – in diesem Sommer drehen sowohl die BBC mit Kenneth Branagh, als auch ein schwedisches Filmteam neue Wallander-Filme in Ystad. Insgesamt sollen noch 13 neue schwedische Filme mit Krister Henriksson in der Rolle des Wallander entstehen. Auch hier gelobt Autor Mankell: die Letzten. Ob man ihm das glauben kann? (Quelle: svd.se, 20.07.09)

SE: Vier Konsulate und eine Botschaft schließen, Kulturhaus in Paris bleibt bestehen

Vier schwedische Generalkonsulate und eine Botschaft sollen geschlossen werden, ließ der Außenminister Carl Bildt am 23.07. bei einer Pressekonferenz verlauten. Betroffen sind die Konsulate in New York, Los Angeles, Kanton und Kaliningrad. Die zu schließende Botschaft befindet sich in Colombo, Sri Lanka. Mit diesen Aktionen möchte das Außenministerium nach eigenen Angaben sein Budget ausgleichen. Ein weiteres Ziel sei es, mehr auf operative, als auf repräsentative Bedarfe zu setzen. So werden beispielsweise in Bagdad, Kabul und Minsk neue Außenstellen errichtet. Das vorher von Schließung bedrohte schwedische Kulturhaus in Paris soll nun hingegen bestehen bleiben. Es bietet für ein paar hundert Schweden im Jahr Übernachtungsmöglichkeiten, außerdem lockt es die Pariser Bevölkerung mit Ausstellungen und einem schwedischen Café. So ist es laut dem Institutschef Mikael Jönsson neben einem wichtigen Ort für die schwedisch-französischen Kultur- und Wissenschaftsverbindungen auch ein Platz für die interkulturellen Begegnungen von normalen Bürgern. (Quellen: svd.se, dn.se, 23.07.09)

SE: Verbotene Fortsetzung von „Der Fänger im Roggen“ erscheint in Schweden

Das als Fortsetzung des legendären Romans von J. D. Salingers in den USA verbotene, in Großbritannien aber bereits veröffentlichte Buch soll nun in Kürze in englischer Sprache auch in Schweden herausgegeben und später dann ins Schwedische übersetzt werden. Am 1. Juli war die Veröffentlichung des Romans in den USA verboten worden. Der Verfasser des Nachfolgebuches, der schwedische Verleger Fredrik Colting, hatte sein Werk „60 Years Later – Coming through the Rye“ auf dem 1951 erschienenen Salinger-Buch aufgebaut. Salinger, der seit Jahrzehnten nicht mehr an die Öffentlichkeit getreten war, klagte gegen das Erscheinen des Romans in den USA aufgrund schwerer Urheberrechtsverletzungen. Das zuständige Gericht in New York beschloss nun, der Klage stattzugeben. In der Begründung kann man lesen, dass sich Coltings Werk „in großem Maße, sowohl stilistisch als auch inhaltlich, bei dem ‚Fänger im Roggen’ bedient.“ Colting empfindet den Gerichtsbeschluss zwar als „Zensur in einem eigentlich freien Land“. Er kann aber auch Positives aus dem Urteil ziehen: „Nichts macht ein Werk populärer als sein Verbot. Wir denken darüber nach, das Buch mit einem Aufkleber zu versehen, auf dem steht: ’Verboten in den USA’“. (Quelle: Dagens Nyheter)

DE/DK: Scandlines verlässt Rostock

Die dänische Reederei Scandlines verlegt ihren Sitz von Rostock-Warnemünde nach Puttgarden auf Fehmarn. Im Zuge der Verlagerung sollen 400 der insgesamt 2400 Stellen abgebaut werden. Nach Angaben eines Scandlines-Sprechers betrifft dies 200 Beschäftigte in Dänemark und 200 in Rostock. Vor zwei Jahren hatten die Deutsche Bahn und das dänische Verkehrsministerium die Reederei für 1,5 Milliarden Euro an drei private Gesellschafter verkauft. (Quelle: NDR)

DK: Wieder Weltmeister

Das dritte Jahr in Folge ist Dänemark zur besten IT-Nation der Welt gewählt worden. Das World Economic Forum untersuchte 134 Nationen unter anderem darauf, wie verbreitet IT-Nutzung ist und wie effektiv diese Technik gebraucht werden kann. Dänemark liegt vor Schweden und den USA sowie Singapur auf den folgenden Plätzen. (Quelle: Politiken)

DK: Kultur blüht in der Krise

Kino, Theater, Konzerte – die Zahl der verkauften Karten für Kulturveranstaltungen steigt in Dänemark rapide, und das der Finanzkrise zum Trotz. Allein 6.670.000 Kinokarten wurden im ersten Halbjahr verkauft, das sind sieben Prozent mehr als im Halbjahr zuvor. Der Juni war außerdem ein Rekordmonat für den Kartenverkauf insgesamt, mehr als 100 Millionen Kronen wurden für Festival- und Konzertkarten ausgegeben. Das ist die doppelte Summe im Vergleich zum selben Monat des Vorjahres. (Quelle: Politiken)

NORD/DE: Nordische Filmtage – Neues in Lübeck

In Lübeck werden vom 4. bis 8. November die 51. Nordischen Filmtage stattfinden. Rund 130 skandinavische und baltische Produktionen aus dem Bereich Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilm werden zu sehen sein. Es wird eine Deutsch-Nordische Drehbuch-Werkstatt geben, Erstmalig wird ein Filmmarkt für skandinavische Filme, die in Deutschland noch keine Auswertung erfahren haben, und ein Zusammentreffen deutscher und norwegischer Koproduzenten organisiert. Die Retrospektive widmet sich in diesem Jahr Grönland. In Berlin sind die Nordischen Filmtage am 8. September im Felleshus der Nordischen Botschaften. Um 20 Uhr wird dort „Der Mann, der Yngve liebte“ gezeigt, der Gewinner des NDR Spielfilmpreises 2008. (Quelle: Nordische Filmtage Lübeck)

FI/DE: Zum ersten Mal spielt ein Tatort in Finnland

Der gebürtige Finne Hannu Salonen dreht diesen deutsch-finnischen Krimi derzeit in Helsinki und Ilomantsi in Nordkarelien, der östlichsten Gemeinde der EU. Das Kieler Ermittlerteam wird diesmal von dem finnischen Schauspieler Janne Hyytiäinen verstärkt, der im letzten Film von Aki Kaurismäki die Hauptrolle spielte. (Quelle: ARD)

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