Liebe Freundinnen und Freunde des KULTURHUS
BERLIN,
in Schweden haben seine Filme einen Status wie bei uns Winfried Junges
"Kinder von Golzow": Rainer Hartleb zeigt am 19. Oktober seine
packende Langzeitdokumentation der "Kinder von Jordbro" und
diskutiert darüber im Anschluss mit unserem Publikum. Ein Stück
schwedische Zeitgeschichte - bei uns im NORDISCHEN FILMKLUB.
Und genau hier feiern wir am 28. Oktober! 25 Jahre PRIX EUROPA –
25 Jahre skandinavische Erfolge. Europas größtes Festival für
Fernseh-, Hörfunk- und Online-Produktionen ist im NORDISCHEN FILMKLUB
zu Gast. Regelmäßig geht der PRIX EUROPA an die nordischen
Rundfunkanstalten. Und das seit 25 Jahren. Wir zeigen die Gewinnerfilme
aus den nordischen Ländern. Regisseure und Darsteller werden zu Gast
sein, ebenso die Intendantin des Dänischen Rundfunks, eine Videoinstallation
und Ausstellung im Foyer informieren über die starke Rolle der nordischen
Länder in der Geschichte des Festivals. Sektempfang im Anschluss
– pünktlich zur Zieleinfahrt der Hurtigruten im Foyer. Rechtzeitige
Anmeldung ist also empfohlen. Am besten bis zum 20. Oktober unter info@kulturhus-berlin.de
Das Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin hat ab
Oktober einen neuen Gastprofessor. Der stammt aus Schweden. Und wer es
ist - erfahren Sie im Newsletter des KULTURHUS BERLIN.
Das und mehr - für Sie, für einen nordischen Herbst.
Ihr
Kulturhus Berlin
Inhalt
1 KULTURHUS BERLIN lädt ein:
2 AKTUELL: Aris Fioretos - neuer Gastprofessor am Nordeuropa-Institut
3 BESUCHT: Licht-Gestalten im Felleshus. Eine Ausstellungsrezension
4 TIPPS & TERMINE für den Norden in Berlin
5 Der NORDEN in TV und Radio
6 KULTURNOTIZEN aus dem NORDEN
1 KULTURHUS BERLIN lädt ein
1.1 NORDISCHER FILMKLUB – "Kinder von Golzow"
auf Schwedisch und
SPEZIAL – BEST OF | Der Norden beim Prix Europa
In
Schweden haben seine Filme einen Status wie bei uns Winfried Junges "Kinder
von Golzow": Rainer Hartleb zeigt am 19. Oktober seine packende
Langzeitdokumentation der "Kinder von Jordbro" und diskutiert
darüber im Anschluss mit unserem Publikum.
Und am 28. Oktober laden wir ein zu einem SPEZIAL, in dem wir herausragende
Spiel- und Dokumentarfilme aus den nordischen Ländern präsentieren.
Das komplette Programm finden Sie hier.
>>
Programm des NORDISCHEN FILMKLUB 2011/2012
05.10.2011,
19 Uhr
Over Gaden under Vandet | Above The Street Below The Water
DK 2009 | R: Charlotte Sieling | 90 Min. | OmeU
Mit Nicolas Bro, Sidse Babett Knudsen, Anders W. Berthelsen, Ellen Hillingsø,
Nils Ole Oftebro, Ellen Nyman
Karriere, Wohnung, Kinder – eine perfekte Kopenhagener Familie,
die alles hat, was man sich wünschen kann. Doch Annes Mann braucht
eine Pause – von Anne und den Kindern. Nicht nur im Leben dieser
Familie geht von nun an alles durcheinander. Hochkarätig besetztes
Porträt einer modernen Elterngeneration. Humorvolles Drama über
perfekte Eltern und deren Fehler, große Einsamkeit und neue Lebensfreude.
(Fotoquelle: Sandrew Metronome)
19.10.2011
| 19 Uhr
Alla mår bra | Alles ist gut
SE 2006 | R: Rainer Hartleb | 147 Min. | OmU
Dokumentation und Regiegespräch
Schwedische Zeitgeschichte. An einem Augusttag 1972 kam der Dokumentarfilmer
Rainer Hartleb das erste Mal in die Schulklasse im schwedischen Jordbro,
einem Vorort von Stockholm. Seitdem hat er die Kinder von einst mit der
Kamera begleitet. Was aus Ulrik und Slobodan, Camilla und Maria geworden
ist, erzählen die fesselnden Lebensgeschichten dieser hervorragenden
Dokumentation, die international mehrfach ausgezeichnet wurde. Über
seine Filme spricht der Regisseur Rainer Hartleb im Anschluss mit dem
Publikum. (Fotoquelle: Foto: Folkets bio)
Freitag!
28.10.2011 | 17 Uhr
SPEZIAL – BEST OF | Der Norden beim Prix Europa
Wir feiern! 25 Jahre PRIX EUROPA – 25 Jahre skandinavische Erfolge.
Ob Fernsehen, Radio oder Online: Der Norden steht für Qualität,
und er steht für neue Ideen. Formate aus Skandinavien wurden deshalb
schon oft mit dem PRIX EUROPA ausgezeichnet. Auf Europas größtem
Festival für Fernseh-, Hörfunk- und Online-Produktionen gehen
die Preise regelmäßig an die nordischen Rundfunkanstalten.
Und das seit 25 Jahren. Der NORDISCHE FILMKLUB zeigt ein SPEZIAL zum 25.
Jubiläum des PRIX EUROPA. Präsentiert werden herausragende Spiel-
und Dokumentarfilme aus den nordischen Ländern. Regisseure und Darsteller
werden zu Gast sein, eine Videoinstallation und Ausstellung im Foyer informieren
über die starke Rolle der nordischen Länder in der Geschichte
des Festivals.
Einlass ab 17 Uhr
Das komplette Programm finden Sie hier: www.kulturhus-berlin.de
1.2 Kulturhus Berlin verlost: Fan werden und gewinnen
Kostenlos skandinavische Filme gucken! Und zwar ein halbes Jahr lang.
Wir verlosen eine Freimitgliedschaft im NORDISCHEN FILMKLUB für zwei
Personen. Die erhält unser 400. Facebook-Fan. Das können Sie
auf www.facebook.com/KulturhusBerlin
werden. Und mit etwas Glück sind Sie Nr. 400! Wir jedenfalls drücken
Ihnen schon einmal beide Daumen.
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2 AKTUELL: Aris Fioretos - neuer Gastprofessor am Nordeuropa-Institut
Der schwedische Schriftsteller Aris Fioretos übernimmt zum 1. Oktober
2011 die Dag-Hammarskjöld-Gastprofessur am Nordeuropa-Institut der
Humboldt-Universität zu Berlin.
"Das Nordeuropa-Institut freut sich sehr, mit Aris Fioretos einen
hervorragenden Literaturwissenschaftler aus Schweden im Kollegium begrüßen
zu dürfen." erklärt der Direktor des größten
Skandinavistik-Instituts in Deutschland, Professor Dr. Ralph Tuchtenhagen.
Aris Fioretos. 1960 in Göteborg geboren, hat sich der Sohn eines
griechisch-österreichischen Elternpaares sowohl im literarischen
als auch im wissenschaftlichen Betrieb einen Namen gemacht. Nach einem
Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaften in Stockholm, Paris
und Yale, forschte er im Rahmen eines DAAD-Stipendiums an der Freien Universität
Berlin. 1991 folgte die Promotion, 2001 die Habilitation. Neben Lehraufträgen
an verschiedenen Universitäten in Schweden und den USA ist Fioretos
auch als Übersetzer und Schriftsteller tätig und wurde dafür
unter anderem vom Getty Center, der Schwedischen Akademie, der American
Academy Berlin und dem All Souls College Oxford ausgezeichnet. Nach einem
Intermezzo im diplomatischen Dienst – er war von 2003 bis 2007 Botschaftsrat
für Kultur an der Schwedischen Botschaft in Berlin - konzentrierte
er sich wieder verstärkt auf seine Tätigkeit als Autor. Sein
jüngster Roman "Der letzte Grieche" (Original: Den siste
greken), der 2009 in Schweden und 2011 in Deutschland erschien, wurde
von den Feuilletons begeistert aufgenommen. Ein besonderes Interesse hegt
Fioretos für die deutsche Nobelpreisträgerin Nelly Sachs, die
1940 nach Schweden emigrierte: 2010 kuratierte er die Wanderausstellung
"Flucht und Verwandlung" im Jüdischen Museum Berlin; darüber
hinaus betätigte er sich als Verfasser und Herausgeber einer umfangreichen
Bildbiographie sowie einer kommentierten Ausgabe von Sachs' Werken in
vier Bänden.
Fioretos folgt der schwedischen Literaturwissenschaftlerin Ebba Witt-Brattström.
Die schwedische Stiftungsgastprofessur am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität
zu Berlin wurde 1998 von der schwedischen Regierung eingerichtet und ist
benannt nach dem schwedischen UN-Generalsekretär und Friedensnobelpreisträger
Dag Hammarskjöld (1905-1961).
KULTURHUS BERLIN
www.arisfioretos.com
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3 BESUCHT: Licht-Gestalten im Felleshus. Eine
Ausstellungsrezension
Finnischer Winter als Inspiration für schönes Licht.
Eine neue Ausstellung zeigt ungewöhnliche Leuchten aus dem Norden.
Was ist Licht eigentlich? Lässt man die wissenschaftliche Definition
einmal außen vor, kann man diese Frage vielleicht mit dem Kontrast
zur Dunkelheit erklären: Licht fällt immer dort auf, wo es dunkel
ist und besonders sichtbar wird es durch Schatten. Licht blendet uns an
gleißenden Sommertagen und es fehlt uns in den kurzen Tagen des
Winters, die immer näher rücken.
Durch Licht und Schattenspiele haben sich auch finnische Designer/innen
bei der Gestaltung von Leuchten inspirieren lassen, die in der Ausstellung
"Die finnische Dunkelheit oder wie gestaltet man Licht?" im
Felleshus der Nordischen Botschaften gezeigt werden. Hier kann man beobachten,
wie Licht so organisiert wird, dass es nicht nur Helligkeit, sondern auch
Schönheit erzeugt. Die Designer/innen spielen mit Schatten, um Raum
und Muster sichtbar zu machen. Der feine Schatten eines Zweiges auf der
Fläche unter der Leuchte "Lehvä" von Jukka Korpihete
fesselt die Aufmerksamkeit des Betrachters. Ebenso das filigrane Muster
einer Blüte, das "Illusia" von Kirsti Taivola auf ein
Tischtuch wirft. Die Optik des Glases schafft unterschiedliche Muster,
ähnlich einer handgeblasenen Glasglocke.
Die Lichtspiele der Natur dienen nicht nur als wichtige Inspirationsquelle
der Designer/innen, sondern liefern auch das Material für die Leuchten
selbst. Päre ist das finnische Wort für Holzschindel, durch
das "Pare" von Oliver Walter seinen Namen trägt. Die
Idee entstand durch Leuchten früherer Jahrhunderte. Ein Stück
Birkenholzrinde wurde an einem metallenen Halter an die Wand geklemmt
und angezündet und spendete so Licht und Wärme. Finnisches Holz
verarbeitet auch Seppo Koho bei "Octo 4240"und "Octo
420", der durch Seezeichen der finnischen Meere inspiriert wurde.
Und auch Samuli Naamanke arbeitet mit natürlichem Material. Sein
durchscheinender Leuchtenschirm "Roll On" besteht aus gepresster
Maisstärke und ist zu 100 Prozent biologisch abbaubar.
Die finnischen Winterabende sind lang, an manchen Tagen spendet die
Sonne gerade einmal fünf Stunden Licht am Tag. Ist man so lange Zeit
des Tages auf künstliches Licht angewiesen, so müssen sich Menschen
Lichtquellen erdenken, die nicht nur Benutzerfreundlich sind, sondern
auch Gemütlichkeit gestalten. Die Leuchte "Centerpoint für
Dayground" von Terhi Tuomine besteht aus aneinander gelehnten Scheiten,
dessen Licht die Assoziationen an das warme Licht eines Lagerfeuers hervorruft.
Wie wir Licht wahrnehmen ist auch von der Form abhängig; wie es
präsentiert wird. Besonderen Einfallsreichtum zeigen die finnischen
Designer/innen nicht nur bei der Bündelung des Lichtes, sondern auch
bei der Form der Leuchten. "Medusa" von Mikko Paakkanen besteht
aus einem Bündel von Leuchtsträngen und kann ihre Gestalt verändern.
Durch eine elektronische Steuerung wird sie langsam zur Kugel oder zieht
sich in die Länge.
Die Ausstellung finnischer Design-Leuchten zeigt eine Bandbreite von
Möglichkeiten, Licht nicht nur praktisch zu nutzen, sondern gleichsam
eindrucksvoll zu gestalten. Vielleicht blickt man durch die gezeigten
Ideen der finnischen Designer/innen, dem Winter und seinen langen Abenden
nicht mehr ganz so streng entgegen. Die Ausstellung "Die finnische
Dunkelheit oder wie gestaltet man Licht?" ist noch bis 29.10.2011
im Gemeinschaftshaus Felleshus der Nordischen Botschaften zu sehen.
Karina Wolfsdorff
Felleshus der Nordischen Botschaften
Rauchstraße 1
10787 Berlin
www.nordischebotschaften.org
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4 TIPPS & TERMINE: Der NORDEN in Berlin
4.1 Literatur
9. Oktober | 11 bis 18 Uhr | Felleshus der Nordischen Botschaften
Tag der isländischen Literatur
Fünf isländische Autoren im Felleshus | Thor Vilhjálmssons
"Morgengebet"
Vom 12. bis zum 16. Oktober findet in Frankfurt die weltweit größte
Buchmesse statt – und Island ist in diesem Jahr Ehrengast! Berliner
Leser und Leserinnen können sich den Weg nach Frankfurt (fast) ersparen,
denn gleich fünf großartige isländische Autoren und Autorinnen
sind am Sonntag vor der Messe zu Gast im Felleshus.
Mit dabei: "Morgengebet" des im März verstorbenen Autors
Thor Vilhjálmsson. Sein isländischer Schriftstellerkollege
Sjón wird es am 9. Oktober vorstellen.
Island ist im 13. Jahrhundert politisch im Umbruch, in Europa bestimmen
Endzeitvisionen das Denken. Mit seiner poetischen, kraftvollen Sprache
und in eindrücklichen Bildern gelingt ihm ein grandioses Panorama
des europäischen Mittelalters ganz im Stile von Umberto Ecos "Der
Name der Rose".
Sturla Sighvatsson, der von 1199 bis 1238 lebte, ist ein Mitglied der
mächtigen Familie der Sturlungen. Sturla verstrickt sich in Schuld,
auch gegenüber dem Bischof. Am Ende reuen ihn seine Taten und er
verlässt Island und die ihn liebende Solveig, um in einer Pilgerfahrt
nach Rom vom Papst Vergebung seiner Sünden zu erlangen. Seine abenteuerliche
Fahrt wird eine Reise zu sich selbst, an deren Ziel der Autor den ehrgeizigen
Sturla dennoch scheitern lässt. Denn "ich glaube, wir müssen
uns der Dichtung zuwenden, wenn wir dem Unglück entrinnen wollen"
(Vilhjálmsson in einem letzten Interview im Februar 2011).
Es lesen:
Auður Ava Ólafsdóttir ("Weiss ich, wann es Liebe
ist?", Suhrkamp)
Steinunn Sigurðardóttir ("Der gute Liebhaber",
Rowohlt)
Hallgrímur Helgason ("Eine Frau bei 1000 Grad", Tropen
/ Klett Cotta)
Sjón ("Das Gleissen der Nacht", S. Fischer)
Pétur Gunnarsson ("Punkt, Punkt, Komma, Strich", Weidle
Verlag, und "Mein Reykjavík", Insel Verlag)
Außerdem sprechen die Autoren über Klassiker der isländischen
Literatur:
Hallgrímur Helgason über die Sagas
Pétur Gunnarsson über Þórbergur Þórðarson
Steinunn Sigurðardóttir über Halldór Laxness
Sjón über Thor Vilhjálmsson
Eintritt frei.
Eine Veranstaltung der Botschaft von Island und "Sagenhaftes Island
– Ehrengast der Frankfurter Buchmesse".
Weitere Informationen zum Auftritt Islands auf der Buchmesse finden Sie
unter www.sagenhaftes-island.is
---
18. Oktober | 18 Uhr | Literaturwerkstatt Berlin)
Europa literarisch: Estland
In Lesung und Gespräch: Mari Saat (Autorin, Estland)
Moderation: Thomas Wohlfahrt
Die Reihe "Europa literarisch" widmet sich im Oktober der
Literatur aus Estland. Zu Gast ist die mehrfach mit Preisen und Stipendien
ausgezeichnete Autorin Mari Saat, die ihre erste in Deutschland erschienene
Novelle "Meine lebendige Haut" (2011 ihleo verlag) vorstellt.
Ülles Welt zerspringt wie eine Glaskugel, als sie die Nachricht
erhält, dass die "Estonia" untergegangen ist: 852 Seelen,
die sich die See in einer stürmischen Nacht geholt hat – darunter
Emil, ihr Mann, der Vater ihrer kleinen Tochter.
Die Fragmente ihres Lebens wieder zu ordnen, irrlichtert Ülle durch
ihr Tallinner Universum: durch ihre Gedanken, Geistesblitze und Vorurteile,
durch halb verfallene Straßenzüge, moosbedeckte Wälder
und ihre Menschen. "Meine lebendige Haut" ist ein berührender
Blick in das Innerste einer jungen Frau, die versucht, in einer Zeit steten
Wandels zurechtzukommen.
Die Schriftstellerin und Wissenschaftlerin Mari Saat (*1947 Tärjev,
Finnland) wuchs in Tallinn auf, studierte Ökonomie und arbeitete
als Wirtschaftswissenschaftlerin. Das Jahrzehnt von 1983–1993 lebte
sie von der Schriftstellerei, um dann als hauptberufliche Dozentin für
Wirtschaftsethik an die TH Tallinn zurückzukehren. "Meine lebendige
Haut", im Jahr 2000 mit dem Jahrespreis der estnischen Kulturförderung
ausgezeichnet, wurde von Irja Grönholm ins Deutsche übersetzt.
Eintritt frei, kein Nacheinlass
Um Anmeldung wird gebeten bis zum 13.10.2011 unter http://bit.ly/oZuH4A
Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland
Unter den Linden 78
10117 Berlin
---
Do 27.10. 20:00
Poesiegespräch: Manfred Peter Hein
In Lesung und Gespräch: Manfred Peter Hein (Helsinki)
Moderation: Nico Bleutge (Autor und Literaturkritiker, Berlin)
Manfred Peter Hein ist der große Fremde der deutschen Dichtung.
Er veröffentlicht seit über einem halben Jahrhundert Gedichte
– auf 15 Bände beläuft sich das Oeuvre -, und fast ebenso
lange lebt er als ein "deutscher Dichter in Finnland" (Bobrowski).
Vielleicht ist diese Entfernung an die Peripherie des Literaturbetriebs
die Ursache dafür, dass Hein ein Geheimtipp für Eingeweihte
ist. Sein Werk, das in der Traditionslinie Celans, Huchels, Arendts und
Bobrowskis steht, ist in Deutschland immer noch zu entdecken. Anlässlich
seines 80. Geburtstages am 25. Mai 2011 veröffentlichte der Wallstein-Verlag
den Band "Weltrandhin" mit Gedichten aus den Jahren 2008-2010.
Über diesen Band und ein Leben als Dichter, Beobachter, Übersetzer,
Fährtensucher und Fährmann der Literaturen soll an diesem Abend
gesprochen werden – und aus diesem Band wird Hein lesen. "Im
Grunde arbeitet Hein in jedem Gedicht an dem Paradox, mit der Sprache
gegen das Nichts anzutreten, dort Verse zu setzen, wo eigentlich Schweigen
und Stille herrschen." (Nico Bleutge)
Manfred Peter Hein (*1931 Darkehmen/Ostpreußen) studierte Germanistik,
Geschichte, Kunstgeschichte und Finnougristik in Marburg, München,
Helsinki und Göttingen. Er lebt seit den fünfziger Jahren in
Finnland. Er hat zahlreiche Gedichtbände, Prosa und Essays publiziert,
er ist Übersetzer und Herausgeber. Für seine Gedichte und Übersetzungen
wurde er mit renommierten deutschen und internationalen Literaturpreisen
geehrt, darunter 1984 mit dem Peter-Huchel-Preis; zuletzt 2006 mit dem
Rainer-Malkowski-Preis.
Poesiegespräche bieten die Möglichkeit eines tiefen Einblicks
in Schreibstätten und Konzepte von Dichtern, zumal wenn es um deren
neuestes Buch geht. Nico Bleutge, selbst Dichter, wird als kritisch begleitender
Gesprächspartner auch diese Veranstaltung der Reihe moderieren.
Mit freundlicher Unterstützung des Finnland-Institut in Deutschland
und FILI Finnish Literature Exchange
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4.2 Eröffnung
29. Oktober | 14-18 Uhr | Buchandlung Pankebuch
Eröffnung: PANKEBUCH - Die schönsten Bücher des
Nordens
Sie lesen gern und mögen besondere Buchläden, in denen man
in aller Ruhe stöbern kann?
Bald gibt es einen neuen Ort in Pankow mit einem vielfältigen Buchangebot
und besonderen literarischen Schätzen aus Skandinavien und Island,
die es zu bergen gilt.
Zur Eröffnung spielt Jürgen Motog auf der
schwedischen Nyckelharpa (Schlüsselfiedel).
Katrin Mirtschink
PANKEBUCH - Die schönsten Bücher des Nordens
Wilhelm-Kuhr-Straße 5
Nähe Bürgerpark und Panke
13187 Berlin
Tel: 030.88668410
mobil: 0176 683 209 46
www.pankebuch.de
| info (at) pankebuch.de
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4.3 Festival
25. November bis 11. Dezember
NORDWIND Festival
Bereits zum vierten Mal präsentiert sich das größte Festival
nordischer Künste in Deutschland – das NORDWIND Festival. Vom
25. November bis 11. Dezember werden 21 Ensembles mit über 100 Beteiligten
aus Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Island und Estland ihr
Repertoire in Berlin und erstmals auch in Hamburg einem breiteren Publikum
vorstellen.
Ein abwechslungsreiches, spartenübergreifendes Programm von Theater-,
Musik-, Tanz- und Performancearbeiten wird an 17 Festivaltagen angeboten.
Darüber hinaus gibt es Installationen, Lesungen, Filme, Workshops,
Vorträge und Diskussionsrunden von Fachleuten aus Berlin, Hamburg
und internationalen Gästen aus den skandinavischen Ländern.
Im Bereich Darstellende Kunst wird unter anderem in Berlin und Hamburg
die neue, großformatige Theaterarbeit des finnischen Star-Regisseurs
Kristian Smeds 12Karamasows gezeigt, ebenso das Stück Worship! des
finnisch-sprachigen Theaterkollektivs Nya Rampen aus Helsinki, das soeben
den Impulse Preis gewonnen hat. Im Prater präsentiert das Künstlerduo
Vegard Vinge und Ida Müller John Gabriel Borkman - den 4. Teil der
Ibsen-Saga. Daneben sind mit der schwedischen Performerin Charlotte Engelkes,
der isländischen Choreographin und Tänzerin Erna Omarsdottir
oder der norwegischen Choreographin Ingun Bjørnsgaard international
anerkannte Akteure der Tanz- und Performanceszene eingeladen. Die schwedische
Autorin Susanna Alakoski wird aus ihrem preisgekrönten Roman Bessere
Zeiten lesen, dessen gleichnamige Verfilmung während des NORDWIND
Festivals Vorpremiere feiert. Der finnische Akkordeon-Virtuose Kimmo Pohjonen
kombiniert mit dem ukrainischen Frauen-Vocal-Ensemble DakhaBrakha osteuropäische
Volksmusik mit Einflüssen von Jazz bis Hip Hop.
Alle Termine finden Sie unter: www.nordwind-festival.de
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4.4 Musik
7. Oktober | ab 20 Uhr | King Kong Klub
DELAY TREES
Rami Vierula (Gesang, Gitarre), Lauri Järvinen
(Gitarre, Synth, Glockenspiel, Gesang), Sami Korhonen (Bass, Synth) und
Onni Oikari (Schlagzeug, Percussion).
Die Mitglieder der Band stammen aus Helsinki und Hämeenlinna im
südlichen Finnland. Als frischgebackener Twen begann Rami damit,
Songs über den zunehmenden Druck des Erwachsenwerdens, Arbeitslosigkeit,
dahinsiechende Freundschaften und die langen finnischen Winter zu schreiben.
Da er seine musikalische Sozialisation mit Sami und Lauri teilte, war
es nur natürlich, die neuen Songs zusammen zu spielen. Es dauerte
ein bisschen, einen passenden Drummer zu finden, bis sich Onni, der Bruder
eines gemeinsamen Freundes, als Idealbesetzung entpuppte. Seit 2007 proben
die Jungs kontinuierlich als DELAY TREES und spielten regelmäßig
Gigs in Finnland, u. a. als Support von Teenage Fanclub und The Ruby Suns.
In Deutschland wurden sie erstmals im Januar 2010 live in Berlin und Hamburg
vorstellig. Ihr Debüt nahmen sie in Eigenregie 2008 in Hämeenlinna
auf, eine Sammlung von 7 Songs, die zur "Soft Construction EP"
werden sollte. Diese erschien schließlich 2009 - ebenfalls von der
Band in selbst und ohne Label veröffentlicht - und heimste jede Menge
Lorbeeren ein. Es war in einer düsteren Ecke im legendären Club
Liberté, dass DELAY TREES ihren Vertrag mit dem nicht weniger legendären
finnischen Label Johanna Kustannus unterschrieben.
KING KONG KLUB
Brunnenstr. 173
10119 Berlin
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21. Oktober | Baptisten-Kirche Berlin-Reinickendorf
Fjarill
Aino Löwenmark – Piano | Hanmari Spiegel – Geige
Die Musik von Fjarill ist ein Fest für viele Sinne. In ihren Liedern
geht es um Stimmungen, Gefühle, Berührungen. Die wärmende
Stimme der schwedischen Pianistin Aino Löwenmark umschmeichelt einprägsam
und selbstsicher die Seele, Hanmari Spiegels inniges Geigenspiel erzählt
von Geborgenheit und Loslassen. Fjarill schaffen ergreifende Kammermusik,
die ins Freie drängt. Mal denkt man an mittelalterliche Burgen mit
blond bezopften Zofen, mal an dichte Märchenwälder, in denen
sich fröhliche Feen tummeln. Es geht um Trost und wärmende Gedanken,
um Innehalten und das Geschenk des Augenblicks in einer Welt, die von
Stress und Chaos bestimmt ist.
Melodien zum Ganz-tief-Durchatmen, die an die fantasievollen, unbeschwerten
Kindheitsträume einer Astrid Lindgren erinnern. Fjarill – das
ist Urlaub vom Leben, weit weg von den Mühen des Alltags.
Tickets 10-12 Euro
Tel.: 030 - 49 87 33 89 | info (at) efg-reinickendorf.de
Alt Reinickendorf 32
13407 Berlin
www.fjarill.de
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4.5 Für Kinder
Berlin- und bundesweit in den Kinos
Wickie auf großer Fahrt
ab 7 Jahre
Der zweite Wickie-Film. Diesmal entführt der Schreckliche Sven
Wickies Vater, den Wikingerhäuptling Halvar. Also wird Wickie der
neue Chef und versucht mit Svenja und den starken Männern Tjure,
Snorre, Urobe, Gorm, Ulme und Faxe, seinen Vater zu befreien.
[nach oben]
4.6 Ausstellung
8. Oktober | 18 Uhr | Galerie 111
Tag der isländischen Lebenskunst
Die Galerie 111 lädt am 8. Oktober zu einem "Tag der isländischen
Lebenskunst" ein. Die Galerie wird sich an diesem Tag in ein Klein-Reykjavík
verwandeln. Zu Gast sind Performancekünstler wie Sirra Sigrún
Sigurðardóttir und Erling Klingenberg von der Reykjavíker
Kling & Bang Gallerí. Alva Gehrmann wird aus ihrem Buch "Alles
ganz Isi" lesen und der Schaubühnen-Schauspieler Þorbjörn
Björnsson gibt einen ironischen Einblick in die Landeskunde. Bei
einem Bad im eigens für den Tag gebauten Hot Pot kann der Besucher
auf die isländische Art relaxen und nebenbei noch Spezialitäten
wie den Brennivin probieren. Später treten u. a. die isländische
Sängerin Berglind Ágústsdóttir und der Schauspieler
("Nói Albinói") und Künstler Tómas
Lemarquis auf.
Galerie 111 (ort für zeitgenössische kunst)
Torstraße 111
10119 Berlin
www.tor111.de
[nach oben]
5 Der NORDEN in TV und Radio
Island ist 2011 als erstes nordisches Land Ehrengast auf der Frankfurter
Buchmesse. Der Schwerpunkt des isländischen Gastlandauftrittes liegt
auf der Neubearbeitung und Übersetzung der Isländersagas - momentan
das größte Übersetzungsprojekt weltweit. ARTE zeigt die
Kulturdokumentation "Kleine Insel, große Geschichten - Islands
Künstler und die Sagas" zwei Tage vor Beginn der Frankfurter
Buchmesse 2011. Und nicht nur hier ist Island Schwerpunkt auf dem TV-Bildschirm.
Im Oktober.
Mehr
NORDEN in TV und Radio gibt es unter www.kulturhus-berlin.de
– erste Tipps wie immer schon hier.
ARTE | Mo, 10.10.11 | 23:05
Kleine Insel, große Geschichten
Dokumentation Island 2011
Eisige Gletscher, heiße Quellen, dunkle Wintertage und helle Sommernächte
- Island ist ein Land der Extreme. Aber nicht nur die Natur bietet Überraschungen.
Die Atlantikinsel ist nicht nur ein geologischer, sondern auch ein kreativer
Hotspot.
Vor elfhundert Jahren lag Island als felsige Vulkaninsel noch unbesiedelt
im Atlantik. Erst im 9. Jahrhundert versuchten die ersten Menschen, hier
trotz des harschen Wetters und extremer Naturbedingungen heimisch zu werden.
Und sie brachten ihre Götter mit, die fortan Himmel und Erde zusammen
hielten, wie Ódin, der jeden Morgen mit seinen beiden treuen Raben
Hugin und Munin (Gedanke und Gedächtnis) auf den Schultern über
den Morgenhimmel reitet und die Welt erkundet.
In der Mitte des 12. Jahrhunderts nahmen dann die wunderbaren Islandsagas
ihren Anfang. Bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts hinein
entstanden etwa drei Dutzend größere Prosawerke und eine Anzahl
kleinerer Geschichten. Sie alle erzählen von der Besiedlung Islands,
den Menschen und ihren Konflikten. Auf Kalbsleder niedergeschrieben, legten
sie den Grundstein für die Entwicklung der nordeuropäischen
Literatur. Heute zählen sie zum UNESCO Weltdokumentenerbe. Ihre alten
Mythen sind im kulturellen Leben Islands, ob in Literatur, Musik oder
Kunst, noch immer präsent. Kein Schulkind, das nicht die Sagas kennt.
Straßennamen in Reykjavík sind nach Sagahelden benannt, Anekdoten
als Redewendungen in die Alltagssprache eingeflossen.
Die Dokumentation vermittelt einen Einblick in die Schaffenskraft der
isländischen Kulturszene und ergründet mit einigen ihrer bekanntesten
Künstler, Literaten und Musiker, warum Island ein "kreativer
Hotspot" ist. Neben den Schriftstellern Gudbergur Bergsson und Hallgrímur
Helgason kommen die bildende Künstlerin Gabriela Fridriksdóttir,
die Übersetzerin Ursula Giger, der Bühnenkünstler Halldór
Halldórsson, der Komponist Hilmar Örn Hilmarsson, der Reimsänger
Steindór Andersen sowie die Choreografin Erna Ómarsdóttir
zu Wort. Sie stellen ihre Projekte vor und geben Auskunft darüber,
wie sie in der isländischen Tradition verortet sind.
ZDF | 11.10.2011 | 1:05 Uhr
Reißende Wasser
Schweden, Mittsommernacht: Ideale Zeit für einen Männer-Bootstrip
auf einem einsamen Fluss irgendwo in den Wäldern. Mit dabei sind
die Brüder Simon (Rafael Edholm) und Lukas (Emil Forselius) sowie
ihre Freunde Anders (Alexander Skarsgård) und John (Peter Lorentzon).
Das Wetter ist prächtig, die Stimmung bestens, als die Männer
die Schwestern Susanne (Josephine Bornebusch) und Marie (Yaba Holst) aus
dem reißenden Wasser retten.
Am sicheren Ufer schlagen sie ihre Zelte für die Nacht auf. Während
Susanne sich ausgelassen gibt, wahrt Marie freundliche Distanz. Am nächsten
Morgen ist Susanne verschwunden. Je mehr Zeit vergeht, desto wahrscheinlicher
wird es, dass Susanne Opfer eines Verbrechens geworden ist. Dann schwimmt
eine halbnackte Frauenleiche im Morast unter dem Bootssteg - Susanne.
Todesursache war offensichtlich ein schwerer Schlag auf den Hinterkopf.
Und wahrscheinlich wurde Susanne vor ihrem Tod sexuell missbraucht.
Mit dem Psychothriller "Reißende Wasser" zeigt das ZDF
einen spannenden skandinavischen Krimi. Vor der idyllischen Kulisse der
weiten schwedischen Landschaft loten Buch und Regie die Abgründe
zwischenmenschlicher Beziehungen aus. Inspiriert ist "Reißende
Wasser" von John Boormans Klassiker "Beim Sterben ist jeder
der Erste" ("Flussfahrt" - Deliverance, 1971), jedoch nimmt
die Geschichte hier eine gänzlich andere Richtung.
EinsExtra | Sa, 15.10.11 | 21:30 Uhr
Island - Leben mit Feuer und Eis
Frankfurter Buchmesse - Island
Eine Insel auf halbem Weg zwischen Alter und Neuer Welt, ein Hot Spot
im Nordatlantik, geprägt von Gletschern und aktiven Vulkanen: Island.
Auf Island ist der Mensch den Naturgewalten in extremer Weise ausgesetzt.
Wind, Sturm, Kälte, plötzliche Wetterwechsel - das alles ist
normal, ein Inlandsflug oder eine kurze Seereise längst keine Selbstverständlichkeit.
Die Natur ist (über)mächtig, erscheint den Menschen beseelt.
Die Natur prägt den Charakter der Menschen - und die Menschen nutzen
die Kräfte der Natur. Geothermische Energie und Wasserkraft sind
saubere, für Island typische Energiearten. Im Kraftwerk von Krafla
im Norden der Insel ist mehr über die Qualität und die Risiken
zu erfahren. Eine Tomatenzüchterin führt durch ihre riesigen
Treibhäuser. Island ist längst nicht mehr nur Exporteur von
Trockenfisch. Der Umgang mit der Natur hat sich grundlegend verändert,
auch das Verhältnis zu den großen Meeressäugern ist endlich
"friedlicher" geworden.
Filmautor Peter Kruchten begleitet eine Walbeobachtungstour und besucht
das Walmuseum von Húsavik. In der Hauptstadt Reykjavik trifft er
Halldór Gudmundsson; der Biograf des isländischen Literaturnobelpreisträgers
Halldór Kiljan Laxness beschreibt das Entstehen eines Nationalcharakters
aus der Auseinandersetzung mit den Naturgewalten. Auf den Westmänner-Inseln
beobacht Kruchten die Ausgrabung von Häusern, die erst 1973 von Vulkanasche
verschüttet wurden. "Pompeij des Nordens" nennt Kristin
Johannsdottir dieses trotzige Projekt. Die Insel zu verlassen käme
ihr nicht in den Sinn. Welchen Einfluss haben die Naturgewalten auf das
Leben der Menschen? Diese Frage begleitet Kruchten auf seiner Reise rund
um Island, vom Vatnajökull zur Halbinsel Snaefellsnes, von Húsavik
bis Vestmannaeyja.
PHOENIX | Sa, 22.10.11 | 06:30 Uhr
Nationalpark Thingvellir, Island
Das Parlament der Wikinger
Die ersten Siedler im isländischen Thingvellir ließen sich
um 870 nieder. 930 trat dort das erste gemeinsame Parlament, das Althing,
zusammen - und der Grundstein für die isländische Republik wurde
gelegt.
Bis ins Jahr 1798 tagten dort jedes Jahr über zwei Wochen lang
bis zu 4.000 Menschen, um Streitereien zu schlichten und Gesetze zu beschließen.
Im Laufe seines Bestehens jedoch büßte der Althing an Bedeutung
ein, nachdem Island im 13. Jahrhundert seine Unabhängigkeit zuerst
an Norwegen, später an Dänemark verlor. Schließlich wurde
1798 das Parlament aufgelöst. Mit der Unabhängigkeitsbewegung
im Europa des 19. Jahrhunderts gewann Thingvellir wieder an Bedeutung.
1843 verkündete der dänische König Christian VIII. die
Wiedereinführung des isländischen Parlaments, jedoch mit ausschließlich
beratender Funktion. Seine volle Unabhängigkeit erreichte Island
erst 1944 in den Wirren des Zweiten Weltkriegs.
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6 KULTURNOTIZEN aus dem NORDEN
SE/DE: Durchbruch für deutschsprachige Literatur auf der schwedischen
Buchmesse
Die deutschsprachige Literatur war in diesem Jahr Schwerpunkt der Göteborger
Buchmesse. Auf der größten Buchmesse Skandinaviens hat sie
ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit erregt und genau den Zeitgeist getroffen.
Der Themenstand war sowohl von Publikum, Verlagen und Presse dicht umringt.
Die großen Tageszeitungen widmeten ganze Seiten deutschsprachigen
Autoren und der Suche nach Trends in der deutschsprachigen Literatur.
Alle Bücher besuchender Autoren haben sich nach Angaben der Verlage
verkauft, sogar die Anthologie "Die Schweiz erzählt".
Die Schweizer Kulturrätin Benita Funke meint, man habe zeigen können,
dass deutschsprachige Literatur nicht nur schwer sei. 95 deutschsprachige
Verlage waren auf der Messe, die insgesamt über hundert Veranstaltungen
zum Thema anbot.
(Quelle: Svensk bokhandel)
DK: Dirch Passer füllt die Kinos
Bereits einen Monat nach dem Kinostart hat der Film "Dirch"
400 000 Besucher in die dänischen Kinos gelockt. Martin P. Zandvliets
Film schlug damit Rasmus Heides "Alle for én", für
den im Frühjahr 378 514 Tickets gekauft wurden. Der Schauspieler
Nikolaj Lie Kaas spielt Dänemarks bekanntesten Komiker Dirch Passer
und hat für seine Rolle begeisterte Kritiken erhalten. (Quelle: Dänisches
Filminstitut)
US/DK: Preis für die beste Komödie
"Klovn – The Movie" hat den Publikumspreis auf dem
renommierten Austin Fantastic Festival in Texas gewonnen, dem größten
und profiliertesten Genrefilmfestival in den USA. Der Film wurde mit Jubelrufen
und Beifall gefeiert. Die beiden Hauptdarsteller Casper Christensen og
Frank Hvam gewannen außerdem den Preis fürs beste Komödiendrehbuch.
Zuvor war "Klovn" bereits im Juli auf einem anderen Festival
in Nordamerikas ausgezeichnet worden: mit dem Hauptpreis "Cheval
Noir" des Fantasia International Film Festival in Montreal. (Quelle:
Dänisches Filminstitut)
DK/DE: Scandlines verlagert Arbeitsplätze
Die Reederei Scandlines wird etwa 150 dänische Arbeitsplätze
streichen, sobald die beiden neuen Fährschiffe auf der Route Gedser-Rostock
eingesetzt werden. Die M/S Berlin, die unter deutscher Flagge und Besatzung
fährt, und die M/S Copenhagen, unter dänischer. Søren
Sørensen vom Seemanns-Verband bezeichnete den Beschluss als Tragödie
für die dänische Außenregion. "Mindestens 100 dänische
Arbeitsplätze werden abgebaut, etwa 70 Mitarbeiter sollen umziehen.
Auf uns wirkt das unverständlich, die Fähren unter unterschiedlichen
Flaggen fahren zu lassen." Die Fähren werden 2012 in der Volkswerft
Stralsund fertiggestellt und sind für 1500 Passagiere ausgelegt.
(Quelle: Danmarks Radio)
IS/US: "Volcano" im Oscarrennen
Rúnar Rúnarssons Debütspielfilm um einen isländischen
Pensionär ist im Rennen um den Oscar als bester nicht-englischsprachiger
Film. Die isländisch-dänische Produktion hatte Weltpremiere
in Cannes und wurde bereits in Toronto, Karlovy Vary, München, Transsylvanien
og Haugesund gezeigt und reist noch nach Montreal, London und Chicago.
(Quelle: Dänisches Filminstitut)
DK: Christiania verkauft Aktien
Der Verkauf von Volksaktien, um das Kopenhagener Christiania zu retten,
läuft gut an. 76 Millionen Kronen werden benötigt, um die Freistadt
"freizukaufen". Aktien im Wert von etwa einer halben Million
Kronen seien bereits verkauft, so Christianias Hauptkassierer Svend Erik
Krogh: "Wir sind sehr stolz und zufrieden und froh, dass so viele
teilnehmen, um Christiania zu helfen". Die erste Rate in Höhe
von 46 Millionen ist am 1. April fällig. Vi er meget glade og tilfredse.
Folkeaktien kosten ab 20 Kronen aufwärts. Wer über 500 Kronen
investiert, erhält eine handgedruckte Aktie aus der Christiania Grafikwerkstatt.
(Quelle: Danmarks Radio)
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