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Berlin, September 2008

Liebe Freunde und Freundinnen von KULTURHUS BERLIN,

wir laden Sie zu einem besonderen dänisch-deutschen Abend ins Felleshus der Nordischen Botschaften ein. Am 10. September zeigen wir dort den erfolgreichsten dänischen Film des Jahres: „Tage des Zorns“ (Eintritt frei!). Im Anschluss diskutieren Dänen und Deutsche miteinander über den Film, den in Dänemark 700 000 Menschen sahen und der dort innerhalb kürzester Zeit die Kinosäle des Landes füllte und der eine breite Diskussion auslöste.

KULTURHUS BERLIN nimmt die Debatte um den herausragenden dänischen Film auf und bildet ein dänisch-deutsches Podium, das nun auch in Deutschland die aktuell gestellten Fragen und die außergewöhnlichen Reaktionen im Königreich diskutiert.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr KULTURHUS BERLIN

Inhalt

1 KULTURHUS BERLIN lädt ein:

2 GELESEN: Wikinger und die Wahrheit über Island - zwei Rezensionen

3 Sprachen lernen: Übersicht des Kulturhus Berlin

4 Nordische KULTURTIPPS für Berlin

5 SEHEN: Der Norden im TV

6 KULTURNOTIZEN aus dem Norden

 

1 KULTURHUS BERLIN lädt ein

1.1 Filmvorführung und Podiumsgespräch "Tage des Zorns"

Plakat„Tage des Zorns“ hat in Dänemark eine breite gesellschaftliche Debatte ausgelöst – eine Diskussion über Geschichte, Besatzungszeit und Widerstand, Mut und Feigheit, Erinnerung und das Verhältnis zum großen Nachbarn Deutschland.

Hat der Film das dänisch-deutsche Verhältnis beeinflusst? Wie sehen sich Dänen und Deutsche heute? Was wissen wir über die Geschichte? Was verdrängen wir? Und was denken wir eigentlich voneinander?

Auf dem Podium diskutieren ein dänischer Deutschland-Korrespondent, ein deutscher Film- und Skandinavienwissenschaftler sowie ein deutscher Historiker für skandinavische Zeitgeschichte und – worüber wir uns ganz besonders freuen - ein dänischer Zeitzeuge, der als Mitglied der Widerstandsgruppe „Holger Danske“ eine der beiden Titelfiguren kennengelernt hat.

Peter Wivel, Jahrgang 1943, arbeitet seit 2004 als Deutschland-Korrespondent der dänischen Tageszeitung „Politiken“ in Berlin. Wivel war Chefredakteur dreier dänischer Zeitungen: Information (1987-1990), Weekendavisen (1992-98) und Berlingske Tidende (1998-2001). Er ist Autor von Büchern über George Orwell (1984), Benjamin Constant (1996), Jean-Jacques Rousseau (1998) und die RAF (2007).

Dr. Jørgen Kieler, geboren 1919, ist Arzt und lebt in Dänemark. Während der Besatzung seines Landes war er in der dänischen Widerstandsgruppe „Holger Danske“ aktiv, wo er Flamen selbst noch kennengelernt hat. 1944 verhaftet, wurde er zum Tode verurteilt. Einen Tag vor seiner Hinrichtung wurde seine Strafe umgewandelt, er kam in ein deutsches Konzentrationslager, bis zu seiner Befreiung im Mai 1945. Nach dem Krieg wurde Jørgen Kieler Arzt. In Dänemark beteiligte er sich an den Debatten um die Besatzungszeit, unter anderem mit seinem Buch „Hvorfor gjorde I det?“ (Warum habt Ihr das getan?) von 2001.

Florian Vollmers wurde 1973 geboren, studierte Theater- Film- und Medienwissenschaft und Skandinavistik in Frankfurt am Main und ist Journalist für Wirtschafts- und Kultur-Themen in Print- und Onlinemedien. Sein Spezialgebiet sind die Gesellschaft und Kultur Dänemarks, insbesondere die dänische Filmgeschichte. Für die NORDISCHEN FILMTAGE LÜBECK, eines der renommiertesten Filmfestivals in Deutschland, übernimmt Florian Vollmers die Öffentlichkeitsarbeit. Er veröffentlicht u. a. in der F.A.Z., Handelsblatt, dem Hochschulanzeiger; seine Kinobesprechungen, Buch- und DVD-Rezensionen erscheinen in zahlreichen Magazinen und Tageszeitungen.

Moderiert wird der Abend von Jan Hecker-Stampehl (Historiker, Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin). Jan Hecker-Stampehl (* 1974) ist wissenschaftlicher Mitarbeiter für nordeuropäische Geschichte am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin. Dort forscht und unterrichtet er u. a. zur Geschichte Nordeuropas im 20. Jahrhundert, speziell zum Zweiten Weltkrieg.

Konzept und Gesamtleitung: Ulrike Schulz, KULTURHUS BERLIN

10. September 2008 | Felleshus der Nordischen Botschaften, Rauchstr. 2
17.00 Uhr Filmvorführung "Tage des Zorns"
19.30 Uhr Podiumsgespräch
Eintritt frei!

Felleshus der Nordischen Botschaften
Rauchstraße 1
10787 Berlin-Tiergarten

www.nordischebotschaften.org

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2.1 Für Kinder! Skandinavien in der Humboldt-Kinder-Uni

9. September 2008 | 17 Uhr | Audimax der HU Berlin
Pippi will Professor werden!
Eine literarische Entdeckungsreise durch Nordeuropa

Pippi will ihr Land erforschen, denn: wer Professor sein will, muss wirklich sehr viel wissen. Gemeinsam reisen wir nach Norden. Wisst ihr, wo das ist? Ganz oben, Richtung Nordpol. Hier ist Skandinavien. Hier gibt es Meere, Fjorde, tiefe Wälder, lustige Elche, große Pilze, und die Sonne scheint hier im Sommer den ganzen Tag. Wir schauen uns nicht nur in Pippis Heimatland Schweden um, sondern reisen auch nach Norwegen, Dänemark, Finnland und Island.

Habt ihr auch schon einmal gehört, wie Pippi Langstrumpf in ihrer Muttersprache spricht? Oder warum die Kleine Meerjungfrau aus dem berühmten Märchen von Hans Christian Andersen heute im Hafen von Kopenhagen, der Hauptstadt von Dänemark, sitzt? Wir treffen mit euch zwei winzigkleine, freche Burschen aus Norwegen, die sich – wenn ihr nicht aufpasst – ganz schnell auch in eurem Mund breit machen. Wir forschen nach, aus welchem Land denn nun wirklich der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten zu uns kommt. Wir machen es ganz einfach wie Nils Holgersson, der auf den Flügeln der Wildgänse ganz Schweden kennen lernte: Wir entdecken mit euch und Pippi den Norden!

Die Vorlesung wird gehalten von Dr. Hendriette Kliemann-Geisinger, Ilka Sonntag und Constanze Gestrich.

Eine Veranstaltung der Humboldt-Universität zu Berlin, des Nordeuropa-Instituts und des KULTURHUS BERLIN e.V.

Weitere Informationen zur Kinder-Uni: http://www.hu-berlin.de/kinderuni
Telefon: [030] 2093 2518 | E-Mail: kinderuni@hu-berlin.de

Audimax
Humboldt-Universität zu Berlin
(Hauptgebäude)
Unter den Linden 6
Berlin-Mitte

Und hier könnt ihr euch den Flyer als PDF herunterladen.

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2 LESEN: Wikinger und die Wahrheit über Island - zwei Rezensionen

2.1 Kinderbuch: Auf voller Fahrt mit den Wikingern!

Olaf, Gunnar, Harald und Erik stechen mit ihren Drachenbooten in See, und auch wir können dabei so allerhand erleben! Acht Sagas entführen uns in die Welt der Wikinger: wie die Geschichte von Erik dem Berserker, den man bloß nicht Muttersöhnchen rufen sollte oder von Arne dem Glücklichen, den eine kleine Pinzette Ruhm und Ehre im Morgenland brachte oder aber die Saga von Butterblume, der Kuh, die nicht auswandern wollte.

Zwischen den erfrischend bebildert und erzählten Geschichten bleibt sogar noch richtig viel Platz für Wissenswertes über das Wikingerleben: Wo wohnten die Wikinger? Mit was für Booten schipperten sie über die Weltmeere? Was hat es mit den schwarzen Raben Hugin und Munin auf sich? Und wieso glaubten die Wikinger, dass die Welt eigentlich ein riesiger Baum namens Yggdrasil sei?

Liebevoll ausgearbeitete Figuren führen den Leser in das wilde und heitere Leben der Wikinger. Dabei stehen Text und Bild in einem guten Verhältnis zueinander. Mauri Kunnas bringt dabei wie immer viel Wissen in eine bunte, vielfältige und vor allem lustige Form. Man ertappt sich selbst immer wieder auf der Suche nach dem kleinen Staubkornwikinger und dem schlafwandelnden Ziegenbock, die sich in jeder Geschichte versteckt halten.

Ein mit viel Liebe zum Detail gestaltetes Buch, das für große und kleine Seefahrer und Abenteuer die eine oder andere Überraschung bereithält!

Kathrin Friedrich

Mauri und Tarja Kunnas
Hier kommen die Wikinger!
Text von Mauri und Tarja Kunnas
Bilder von Mauri Kunnas
Aus dem Englischen von Nina Schindler
Oetinger
Februar 2008
Gebundene Ausgabe, 48 Seiten
ISBN 3-7891-6790-4
12,90 Euro

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2.2 Ein nicht ganz wahres Sammelsurium an Betrachtungen über Island

Island – da denken viele an Vulkane und Gletscher, Geysire und Wasserfälle, Elfen und Trolle, und nicht zuletzt an ein sympathisch-abergläubisches Völkchen, in dessen Regierung es eine offizielle „Elfenbeauftragte“ gibt. Autor Wolfgang Müller hat seit 1989 Material über Island gesammelt, „um den beliebtesten Motiven – fröhliches blondes Mädchen im Pullover auf Pferd, einsamer Mann mit rotem Bart starrt auf das Meer – einige andere, noch unbekannte Facetten hinzuzufügen“. Nach fast 20 Jahren des eifrigen Sammelns erschien 2007 sein Buch „Neues von der Elfenfront. Die Wahrheit über Island“ mit 65 interessanten und unterhaltsamen kleinen Aufsätzen über die Insel im hohen Norden.

Dass in Island fermentierter Haifisch als Delikatesse gilt oder dass die Isländer eine Möglichkeit zum Warmbaden im Nordatlantik gefunden haben, mag der eine oder andere ja vielleicht schon gehört haben. Aber dass man im hohen Norden nicht wie üblich an einen Weihnachtsmann glaubt, sondern an 13 Weihnachtsmännchen, dass dort jedes Jahr der Glímakóngur, der Ringkampfkönig, gekürt wird und die Stadt Húsavík ein Säugetierpenismuseum hat, das wissen wohl die wenigsten. Wolfgang Müller kennt sich aus mit Island. Der 1957 geborene Konzept-Künstler, Autor und Musiker, der nicht nur unter Island-Freunden für seine teilweise skurrilen Projekte bekannt ist, lebt abwechselnd in Berlin und Reykjavík. In den achtziger Jahren war er u. a. mit seiner Band „Die tödliche Doris“ in der Westberliner Musik- und Kunst-Szene präsent. Seit den 1990er-Jahren beschäftigt er sich verstärkt mit Island, schrieb zum Beispiel das eigenwillige Nachschlagewerk „Blue Tit. Das deutsch-isländische Blaumeisenbuch“, veröffentlichte eine deutsch-isländische CD namens „Ich habe sie geseh´n... Elfen, Zwerge und Feen“ und gab sogar Goethes Studie „Die Metamorphose der Pflanzen“ von 1790 in isländischer Übersetzung heraus.

Auf den ersten Blick macht „Neues von der Elfenfront“ einen fast wissenschaftlichen Eindruck. Die Betrachtungen und Aufsätze sind nahezu durchgehend mit Fußnoten und Literaturhinweisen versehen. Stellt Müller eine Behauptung auf, liefert er auch gleich die passenden Zahlen und Fakten und gibt dem Leser das Gefühl, mal wieder etwas Neues über Island gelernt zu haben. Sowohl Geschichtliches als auch aktuelle Tendenzen in der isländischen Gesellschaft – seien dies der Walfang, isländische Castingshows, das Wiederaufleben des alten heidnischen Glaubens oder der Gay Pride in Reykjavík - hat Wolfgang Müller in seinem Sammelsurium zusammengetragen.

Doch nicht alle Geschichten sind ganz ernst zu nehmen. Wolfgang Müller alias Úlfur Hróðólfsson, so übersetzt er seinen Namen ins Isländische, ist ein Mann mit Humor. Er stellt zum Beispiel den „reitenden Urzwerg“ und das steinige Trollbrot (tröllabrauð) vor. Als 1998 das Goethe-Institut in Reykjavík geschlossen wurde, gründete er kurzerhand die Walther-von-Goethe-Foundation, benannt nach Goethes Enkel. Statt Deutsch wird dort Elfen-, Zwergen- und Sexualkunde unterrichtet. Auch die Mär von der „Elfenbeauftragten“, die seit Mitte der 1990er Jahre durch die deutschen Feuilletons geistert, hat er (unabsichtlich) in die Welt gesetzt: Ganz nach deutscher Beamtenmanier nannte er Erla Stefánsdóttir, die im Auftrag der Touristenbehörde Elfenlandkarten von den Städten Hafnarfjörður und Ísafjörður zeichnete, „Elfenbeauftragte“.

Die Mischung aus Humorvoll-Skurrilem und Informativ-Interessantem ist das Spannende und Unterhaltende an „Neues von der Elfenfront. Die Wahrheit über Island“. Es ist ein Buch über Island und darüber, wie die Welt die kleine Insel im Eismeer sieht – mit Informationen, die in keinem Reiseführer zu finden sind.

Annika Lüders

Wolfgang Müller
Neues von der Elfenfront. Die Wahrheit über Island
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2007
ISBN 978-3-518-12511-3
308 Seiten
11 €

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3 Sprachen lernen: Übersicht des KULTURHUS BERLIN

Vil du lære dansk?
Haluatko sinä oppia suomea?
Viltu læra íslensku?
Vil du lære norsk?
Vill du läsa svenska?

Möchten Sie eine nordeuropäische Sprache lernen?

KULTURHUS BERLIN bietet auch in diesem Jahr wieder eine Übersicht zum Kursangebot "Nordeuropäische Sprachen" für Berlin und Umgebung. Die nordeuropäischen Sprachen sind in unserer Region nach wie vor beliebt. Entsprechend groß und vielfältig ist das Kursangebot der öffentlichen und privaten Weiterbildungseinrichtungen in und um Berlin. Gelernt wird im klassischen Gruppenunterricht nach Feierabend ebenso wie in Wochenend- und Intensivkursen. Vor allem private Anbieter haben Kurse für Kleingruppen und Einzelunterricht im Programm. Manch einer setzt zudem auf neue Lernformen wie Telefontraining oder online-Lernen per e-Mail oder Chat. Und auch das Lernen im Tandem stößt auf großes Interesse.

Johannes Sperling

Alle Kurse finden Sie unter www.kulturhus-berlin.de in der Rubrik >> Sprachkurse.

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4 Nordische KULTURTIPPS für Berlin

4.1 Musik

06.09. | 19:00 Einführung, 20:00 Uhr | Philharmonie
Schwedens bestes Orchester: Göteborgs Symphoniker spielen unter der Leitung von Peter Eötvös in der Berliner Philharmonie

Göteborgs Symphoniker sind nicht nur Schwedens erfolgreichstes Orchester, sie sind auch ein Orchester der europäischen Spitzenklasse. Sie arbeiten mit vier festen Dirigenten. Gustavo Dudamel, den ›rising star‹ aus Venezuela, engagierten sie als Chef. Neeme Järvi, der Vater des Göteborger Orchestererfolgs, bringt seine internationale Erfahrung als Ehrendirigent ein. Christian Zacharias ist Erster Gastdirigent für das traditionelle Repertoire. Das Neue erarbeitet Peter Eötvös, Komponist und neben Pierre Boulez wohl der kundigste und kreativste Dirigent für die Musik der Moderne. In Berlin dirigiert er das Orchester mit seiner neuen Komposition Seven für Solovioline und Orchester. Als Solistin spielt die japanische Geigerin Akiko Suwanai. Die 36jährige Violinistin war 1990 jüngste Gewinnerin des internationalen Tschaikowsky-Wettbewerbs und spielt die „Dolphin“-Stradivari von 1714, eine der bekanntesten Violinen der Welt. Neben Peter Eötvös’ Violinkonzert stehen Olivier Messiaens Le Tombeau resplendissant für Orchester und Alexander Skrjabins Symphonie Nr. 3 mit dem Titel Le Divin Poème auf dem Programm.

Karten:
Preisgruppe C 10 EUR bis 61 EUR
Weitere Informationen zum Programm: www.berlinerfestspiele.de oder
telefonisch unter (030) 254 89 100

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20. September bis 11. Oktober
15. Usedomer Musikfestival: Dänemark - Mehr als ein Märchen

Das Usedomer Musikfestival präsentiert vom 20. September bis zum 11. Oktober das Königreich Dänemark von seiner musikalischen Seite. In 36 Veranstaltungen mit renommierten dänischen Künstlern zeigt das Festival, dass die dänische Kultur durchaus „Mehr als ein Märchen“ ist.

Die gemeinsamen Spuren von Dänemark und Deutschland lassen sich im diesjährigen Programm des Festival anhand der Komponisten Carl Nielsen und Niels Vilhelm Gade sowie dem Reformator Johannes Bugenhagen verfolgen. Letzterem widmet das Usedomer Musikfestival eine Exkursion zur polnischen Nachbarinsel Wollin mit anschließendem Konzert.

4.2 Film

Noch bis zum 06.09.2008 | Babylon
Polanski Komplex

Gezeigt wird das Gesamtwerk von Roman Polanski. Zu sehen sind sämtliche Spielfilme aber auch alle frühen und weitgehend unbekannten Kurzfilme des Regisseurs aus seiner Studienzeit.

Polanski Komplex Oliver Twist Der Pianist Die Neun Pforten Der Tod und das Mädchen Bitter Moon Frantic Piraten Tess Der Mieter Chinatown Was? Macbeth Rosemaries Baby Tanz der Vampire Wenn Katelbach kommt... Ekel Die Frauen sind an allem schuld Das Messer im Wasser Säugetiere The Fat and the Lean When Angels Fall Die Lampe Two Men and a Wardrobe Murder Break Up the Dance A Toothful Smile Bicycle

Babylon
Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin
Karten/Informationen: (030) 24 25 969

Das komplette Programm unter: www.babylonberlin.de

4.3 Ausstellung

Bis 20. September
VORSICHT, GUTER GESCHMACK!
Design des etablierten Außenseiters Josef Frank

Josef Frank, österreichischer Architekt, Jude, Einwanderer nach Schweden, ist ebenso prominenter wie kontroverser Vertreter des „Swedish Modern.“ Die Ausstellung zeigt das Lebenswerk Franks, dessen Aufenthalte in Deutschland – insbesondere in Berlin – folgenreich für sein künstlerisches Schaffen gewesen sind.

Berlin, 1909:
Frank arbeitet im Büro des Architekten Bruno Möhring und trifft in dieser Zeit auch seine zukünftige Ehefrau Anna Sebenius. In Deutschland erhält er mit der Einrichtung des Ostasiatischen Museums in Köln 1912 seinen ersten großen Auftrag. Er zählt zu jenen jungen Wiener Avantgardisten, die vor allem in den 1910er Jahren mit ihrer Architektur, ihrer Innenraumgestaltung und ihren Entwürfen für Möbel, Textilien und Leuchten internationales Aufsehen erregen.

Bei der Weltausstellung in Paris 1925 gestaltet er den Auftritt des österreichischen Unternehmens "Haus und Garten". Als einziger Österreicher ist Josef Frank an der Ausstellung "Die Wohnung" 1927 in Stuttgart beteiligt – und überwirft sich dort mit Le Corbusier und Mies van der Rohe, deren Ansichten über häusliches Wohlempfinden er nicht teilt.

Als das antisemitische Klima Anfang der 1930er Jahre für Anna Frank unerträglich wird, überredet sie ihren Mann zu einer Zusammenarbeit mit Estrid Erikson und deren Unternehmen Svenskt Tenn. Die Franks siedeln 1933 von Wien nach Stockholm über und setzen die fruchtbare Zusammenarbeit bis zu Franks Tod 1967 fort.

Josef Frank ist noch heute der führende Hausdesigner von Svenskt Tenn, das internationale Interesse an ihm ist in den letzten Jahrzehnten sogar gewachsen. Insbesondere die jüngere designinteressierte Generation entdeckt die Qualität, die in Franks unerschöpflicher Kreativität steckt. Einer der großen Wiederentdecker Franks ist die englischsprachige Designzeitschrift "Wallpaper" in den späten 1990ern. Josef Frank war ein intellektueller Modernist, der sich gegen alle Formen von Gleichförmigkeit wandte – und nicht zuletzt in der ästhetischen Gestaltung des Wohnumfelds.

Wo ist sein Platz in der zeitgenössischen Design-Debatte? Was verbindet, was trennt ihn von Zeitgenossen und macht sein Werk fruchtbar für Design heute? Das Programm unseres Symposiums am 6. September 2008 im Felleshus der Nordischen Botschaften finden Sie rechts.

Felleshus der Nordischen Botschaften
Rauchstraße 1
10787 Berlin-Tiergarten

www.nordischebotschaften.org

Eintritt frei | Montag-Freitag 10-19 Uhr | Samstag-Sonntag 11-15 Uhr

4.4 Literatur

23.9.2008 | 19 Uhr | Finnland-Institut
Matti Rönka
Moderation und deutsche Lesung: Petra Sauerzapf-Poser.

Viktor Kärppä führt sein kleines Detektivbüro nur noch nebenbei. Doch er hat sein Auskommen: Er arbeitet als Subunternehmer für verschiedene Helsinkier Baufirmen, verkauft auf dem grauen Markt in Russland Haushaltsgeräte und betreibt einen Kiosk auf einem Autobahnrastplatz.

Mit dem ruhigen Leben ist es vorbei, als in Helsinki ein Jugendlicher an verunreinigtem Heroin stirbt und weitere Tote folgen. Sowohl die finnische Polizei als auch frühere Auftraggeber setzen Kärppä unter Druck, seine Kontakte nach Russland spielen zu lassen. Wer ist der Kopf hinter der Bande, die das Superheroin nach Helsinki bringt?

Dass zeitgleich mit der tödlichen Droge Kärppäs Bruder Aleksei aus St. Petersburg anreist, um sich in Helsinki niederzulassen, macht die Sache für Kärppä nicht einfacher, denn einige Leute glauben, dass Aleksei seine Finger im Spiel hat. Ehe er sich versieht, wandelt Viktor Kärppä einmal mehr zwischen den Welten von Gut und Böse und muss sich fragen: Auf welcher Seite steht sein Bruder?

Matti Rönkä wurde 1959 im ostfinnischen Karelien geboren. Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Helsinki, wo er als Nachrichtensprecher beim finnischen Fernsehen tätig ist. Der Grenzgänger war der erste Roman um den sympathischen Viktor Kärppä und wurde sowohl mit dem Deutschen Krimi Preis 2008 als auch mit dem finnischen Krimipreis 2006 ausgezeichnet. Rönkä erhielt außerdem den Nordischen Krimipreis 2007. Mit Bruderland setzt der Grafit-Verlag die Viktor-Kärppä-Reihe fort.

Finnland-Institut
Georgenstr. 24 (1. OG)
10117 Berlin-Mitte
Bahnhof Berlin-Friedrichstraße
Tel. +49-30-520 02 60 13
Fax +49-30-520 02 60 29

4.5 Theater

19. September | 20 Uhr | Berliner Ensemble
TOTENTANZ
(Nur noch wenige Vorstellungen!)
Von August Strindberg
aus dem Schwedischen von Heiner Gimmler
Regie: Thomas Langhoff

August Strindbergs 1900 entstandener TOTENTANZ ist das Urdrama aller Ehedramen – Ehedramen, an denen sich im Innern bis heute nichts geändert hat. In seiner „Alice“ zeichnet Strindberg eine der ersten emanzipierten Frauenfiguren, Dagmar Manzel spielt „Alice“. Den Hauptmann „Edgar“ spielt Dieter Mann und Götz Schubert kommt als den Dritte – „Kurt“ – dazu. Der Meister des psychologischen Realismus Thomas Langhoff inszeniert dieses Urdrama der Moderne.

Berliner Ensemble
Theater am Schiffbauerdamm
Bertolt-Brecht-Platz 1
10117 Berlin

4.6 Für Familien und Kinder

7. September | ab 9.30 Uhr | Großer Stern
ECCO Walkathon

Seit dem ersten ECCO Walkathon am Brandenburger Tor 2004 sind bislang knapp 30.000 Teilnehmer auf den Straßen der deutschen Hauptstadt für den guten Zweck gegangen, um Kinder und Natur zu unterstützen. Am ersten ECCO Walkathon in Dänemark nahmen 12.000 Menschen teil, und für ihren Einsatz spendete ECCO damals über 500.000 dänische Kronen an die Dänische Herzstiftung. Seither hat die Veranstaltung sich über viele Länder der Welt ausgebreitet, und tausende Menschen sind bis heute in Städten wie Kopenhagen, Århus, Stockholm, Oslo, Berlin, Warschau, Amsterdam, San Fransisco, Tokio, Yokohama, Kioto und Shanghai an den Start gegangen. Die Idee, einen ausgedehnten, aktiven Spaziergang zu machen und mit jedem Schritt Geld für einen guten Zweck zu sammeln, wurde in den vergangenen neun Jahren von weltweit circa 250.000 Menschen unterstützt. Zusammen haben sie seit 1999 fast 50 Mal die Erde umrundet und mehr als 2 Millionen Euro für gute Zwecke gespendet.

In Berlin startet der ECCO Walkathon am 7. September.

Versprochen wird außerdem ein Tag für die ganze Familie. Mit: Kinderzirkus, Zwergen-Olympiade, Sinnes-Parcours und mehr! Stelzenläufe, GoGos, Jonglagen und Balancespiele, Kinderschminken, Hüpfburgen - oder lieber an einer Wasserstadt mitbauen? Oder zum großen Sinnes-Parcours, um Materialien wie Sand, Gras, Stroh, Wasser selbst live zu erfühlen? Ach ja: Auf der Bühne ist übrigens auch kräftig etwas los, wenn die UfaFabrik ihr lustiges Kinderzirkusprogramm loslässt.

Große Schatzsuche: Kinder helfen Kindern. Auf alle Kids, die sich zum Walkathon anmelden, wartet ein besonders spannendes Vergnügen. Mit einer echten Schatzkarte geht es entlang der Strecke auf große Schatzsuche. Wer es schafft und die sechs gut versteckten Schätze einsammelt, spendet nicht nur zusätzlich 5 Euro an die Projekte, sondern erhält noch eine Original Schatzsucher-Urkunde. Alle Kinder können mitmachen und helfen: Dazu spendiert ECCO 50 x 2 Schatzsucher-Freikarten. Einfach eine Mail an info@eccowalkathon.de schicken und in die Betreffzeile "Schatzsuche" schreiben. Adresse nicht vergessen und los geht es. Wer bereits Tickets hat, kann die Schatzsucher-Freikarten auch für die beste Freundin oder den besten Freund reservieren, denn zu zweit suchen ist noch viel spannender.

Das detaillierte Programm finden Sie unter
http://www.ecco.com/de/de/aktionen/walkathon/walkathonevents_2008_berlin.jsp

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5 SEHEN: Der Norden im TV

Im September laufen wieder jede Menge skandinavischer Dokumentationen und Fernsehfilme in der Flimmerkiste. Wie immer finden Sie die aktuellen Fernsehtipps auf unserer Website www.kulturhus-berlin.de in der Rubrik >> Funk & Fernsehen.

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6 KULTURNOTIZEN aus dem Norden

IS: Ausgrabung einer historischen Sagastätte

Ein internationales Archäologenteam hat kürzlich im Mosfellsdalur im Südwesten Islands mit der Ausgrabung einer historischen Sagastätte begonnen. Es handelt sich um eine Farm, auf der Egill Skallagrímsson, der Held der Egils Saga, seine letzten Lebensjahre (974-990) verbracht haben soll. In dem ungewöhnlich großen Haus wurden zahlreiche silber- und goldverzierte Glasperlen gefunden, was vermuten lässt, dass die Farm wohlhabenden Isländern gehörte. Vom berühmt-berüchtigten Silberschatz, den Skallagrímsson laut Überlieferung in der Nähe vegraben haben soll, gibt es noch keine Spur. Dafür entdeckten die Forscher aber unterhalb der Kirche von Mosfell ein leeres Grab – höchstwahrscheinlich Skallagrímssons Ruhestätte. Das archäelogische Großprojekt wurde 2001 vom Isländischen Nationalmuseum (Þjóðminjasafn Íslands) initiiert. Wie lang die Ausgrabungen dauern werden, ist noch nicht abzusehen. Ein erster Einblick wird Außenstehenden aber Ende dieses Jahres gewährt: Bis dahin will Filmemacher Adam Fish, der die Ausgrabungsarbeiten mit der Kamera begleitet, seine Dokumentation fertigstellen. (Quelle: Iceland Review)

IS: Isländischer Film ausgezeichnet

Die isländische Komödie Back Soon von Regisseurin Sólveig Anspach (siehe Kulturnachricht des Kulturhus Berlin vom 17.8.08: IS: Komödie in Locarno) wurde auf dem Filmfestival in Locarno mit dem Variety Piazza Grande Award ausgezeichnet. Der Preis ist nach der amerikanischen Zeitschrift Variety benannt und wurde in diesem Jahr zum ersten Mal verliehen. Die Jury aus amerikanischen Kritikern beurteilte Back Soon als einen künstlerisch wertvollen und fürs Publikum attraktiven Film. Das fand anscheinend auch die Produktionsfirma Plan B Produktions, die Hollywoodstar Brad Pitt gehört. Wenige Tage nach der Preisverleihung bekamen die isländischen Produzenten von Back Soon eine E-Mail, in der die amerikanischen Kollegen Interesse an einer Neuverfilmung bekundeten. (Quellen: Film Festival Locarno 2008, Iceland Review)

NO: Ende einer Ära: Abriss der Holmenkollen-Schanze

Am 1. September 2008 schließt die Holmenkollen-Schanze in Oslo ihre Pforten für das Publikum. Dann beginnen Abriss der legendären Anlage und ein anschließender Neubau hoch über der norwegischen Hauptstadt. Die neue Schanze wird mit einem so genannten K-Wert (kritischer Punkt) von 120 zu den Großschanzen zählen und Sprünge von bis zu 140 Metern Weite erlauben. Einweihung der Ski-Arena soll im Jahr 2010 sein. Die 1892 eingeweihte Skisprung-Anlage am Holmenkollen gilt als die älteste Sprungschanze der Welt. Sie ist 60 Meter hoch und war anlässlich der Olympischen Winterspiele von Oslo im Jahr 1952 erstmals umfassend erneuert worden. Es folgten zwei weitere Umbauten 1966 und 1982. Anlass für den nun anstehenden Komplettabriss ist eine Forderung des Weltskiverbandes. Dieser hatte als Voraussetzung für Oslos Beteiligung an den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2011 einen völligen Neubau der Anlage gefordert, weil unter anderem der Fahrstuhl der alten Anlage nicht bis zum höchsten Punkt der Schanze reicht. Mit den Abrissarbeiten verbunden ist die Schließung des Sprungturmes, des Skimuseums und der übrigen Skianlage. Diese Einrichtungen sollen aber zum Jahreswechsel 2009/2010 wieder geöffnet werden. In der Zwischenzeit wird ein Besucherzentrum in der benachbarten Kollenstua-Hütte über die anstehenden Bauarbeiten informieren.
(Quelle: Norwegisches Fremdenverkehrsamt)

NO/DK: Vinterberg holt Preise in Norwegen

Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg hat für seinen neuen Film „En mand kommer hjem“ zwei Preise auf dem Haugesund Film Festival in Norwegen gewonnen. Er erhielt den Publikumspreis und den Preis der norwegischen Kinobetreiber. In »En mand kommer hjem« spielt Thomas Bo Larsen in der Hauptrolle einen lebensmüden Opernsänger, der zurückkehrt in seinen Heimatort. Das Publikum in Haugesund wählte den Film unter 28 Kandidaten, darunter waren Filme von Woody Allen, Mike Leigh und Ole Christian Madsen, der mit seinem Film »Flammen og Citronen« (Tage des Zorns) in der Konkurrenz stand. (Quelle: Politiken)

DK: Jehova-Film für Oscar ausgewählt

"To verdener" - der neue Film von Niels Arden Oplev wird Dänemarks Beitrag zum Oscar-Entscheid 2009. Der Regisseur, der auch bei der TV-Serie Der Adler Regie führte, inszeniert in seinem neuen Streifen die Geschichte einer jungen Frau, die als Zeugin Jehovas in Konflikt zwischen Religion und Liebe gerät. 315 000 Dänen haben den Film im Kino gesehen. In der Kategorie bester nicht-englischsprachiger Film kommen fünf Filme in die Endauswahl, ob "To verdener" darunter sein wird, entscheidet sich am 22. Januar. Vor zwei Jahren war aus Dänemark Susanne Biers "Efter brylluppet" (Nach der Hochzeit) nominiert. Für Dänemark gewannen den Oscar bislang Gabriel Axel mit "Babettes gæstebud" (Babettes Fest, 1988) und Bille August mit "Pelle Erobreren" (Pelle der Eroberer, 1989). (Quelle: Dänisches Filminstitut)

NO: Mehr Geld für Publikumsmagnet Oper gefordert

Die neue Oper in Oslo erweist sich als Publikumsmagnet. Etwa 300.000 Besucher haben seit der Eröffnung im April das schneeweiße Gebäude des Opernhauses besichtigt. Bis Jahresende erwartet Geschäftsführer Bernt Bauge insgesamt eine Million Besucher. Das große Interesse an Norwegens neuer Kulturikone bringt aber auch steigende Ausgaben für die Instandhaltung des Gebäudes mit sich, die schon jetzt deutlich über dem veranschlagten Budget liegen. Da Bauge die Mehrausgaben nicht aus dem künstlerischen Etat der Oper decken möchte, wurden für das kommende Jahr beim Kulturamt der Stadt Oslo 17,7 Millionen NOK (rund 2,25 Millionen Euro) für die Instandhaltung des gesamten Opern-Areals beantragt. (Quelle: Norwegisches Fremdenverkehrsamt)

FIN: Weltpremieren für vier finnische Filme in Venedig, Toronto und San Sebastian

Finnland startet im September mit gleich vier Filmen auf internationalem Parkett: Jukka-Pekka Valkeapääs erster Spielfilm (The Visitor/Muukalainen) feiert auf dem Venice International Film Festival (27. August bis 6. September) seine Weltpremiere. AJ Annila’s Debüt „Sauna“ und Mika Kaurismäkis neuester Film „Three Wise Men (Kolme viisasta miestä)“ sind auf dem Toronto International Film Festival (4. bis 13. September) das erste mal zu sehen. Und auch „Thomas“ - Miika Soinis Erstling – feiert seine Premiere auf dem San Sebastian International Film Festival (18. Bis 27. September). (Quelle: Finnisches Filminstitut)


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Mit besten Grüßen,
KULTURHUS BERLIN und Förderverein des Kulturhus Berlin e.V.

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