Berlin, August 2007

KULTURHUS-BERLIN SPEZIAL: Baltikum

Die nordeuropäischen Regionen eröffnen neue und gemeinsame Perspektiven. Von Grönland, das mit Dänemark assoziiert ist, bis hin zu Sankt Petersburg. Unser SPEZIAL-Newsletter August 2007 widmet sich deshalb diesmal dem Baltikum. Lettland, Litauen und Estland - drei Länder, die in Deutschland oftmals in einem Atemzug genannt werden. Länder, die - wie eben alle Nachbarländer der Welt - neben den vielen Gemeinsamkeiten ebenso viele Unterschiede zueinander aufweisen.

Inhalt

- Transformation Richtung Skandinavien? Ökonomisch setzen die skandinavischen Staaten verstärkt auf die Länder im baltischen Raum

- Emigration trotz Wirtschaftswachstum. Die baltischen Staaten stehen vor einem Problem

- Nach dem EU-Beitritt: Über die Zukunft der deutsch-baltischen Beziehungen

- „Dann erzählen sie einem alles“
KULTURHUS BERLIN im Gespräch mit dem Dokumentarfilmer Volker Koepp

- Schreibblockaden und Pionierarbeit: Die Balten in der Literatur. Rezensionen

- Gelesen: Eine Zeitung nicht nur für Reisende

- Sprachen lernen, Tipps & Links

 

Transformation Richtung Skandinavien? Die skandinavischen Staaten setzen auf das Baltikum

KULTURHUS BERLIN richtet mit diesem SPEZIAL den Blick auf das Baltikum

Skandinavien – ein geographischer Begriff, für den es keine einheitliche Definition gibt. Sind dies nun die drei Länder Schweden, Norwegen und Dänemark, oder gehören Finnland, Island und die Färöer-Inseln ebenfalls dazu? Jedenfalls - was Finnland betrifft - würden hierzulande heute wohl die meisten die Zugehörigkeit bejahen, wenngleich die Finnen selbst das unterschiedlich sehen. Und historisch gesehen sind die Inselreiche im Westen sehr eng mit Norwegen und Dänemark verbunden, nicht nur in sprachlicher Hinsicht.

Es gibt noch ein weiteres verbindendes Element im Norden Europas, das einen größeren Zusammenhang schafft: Die Ostsee.

(Den vollständigen Text von Margerita Bube lesen Sie hier.)

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Emigration trotz Wirtschaftswachstum. Die Jugend verlässt das Baltikum

Die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen zählen zu den am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Bei Nordea, einem führenden Finanzkonzern in Nordeuropa, geht man heute davon aus, daß die baltischen Staaten in den kommenden Jahren schneller wachsen werden als der EU-Durchschnitt. Parallel zum Aufschwung der Wirtschaft sanken auch die Arbeitslosenzahlen: Im Jahr 2006 hatte sich die Arbeitslosenquote in Estland auf 4,4 Prozent, in Lettland auf 6,8 Prozent und in Litauen auf 6,4 Prozent reduziert. Trotz Erfolgsmeldungen ist die Emigrationsquote hoch – vor allem junge und gut ausgebildete Menschen wandern aus und die Staaten klagen über einen Mangel an Arbeitskräften. Was sind die Gründe für diese Entwicklung?

(Den vollständigen Text von Inken Dose lesen Sie hier.)

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Nach dem EU-Beitritt: Und wie weiter? Die Zukunft der deutsch-baltischen Beziehungen

Anders als zum Zeitpunkt der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen im Herbst 1991 erhofft, haben sich die deutsch-baltischen Beziehungen bis heute eher mäßig entwickelt. Ungeachtet der von Vertretern der Bundesregierung geäußerten Kooperationsabsichten und des wiederholten deutschen Eingeständnisses, eine besondere historische Verantwortung für Estland, Lettland und Litauen zu tragen, hielt die Bundesregierung die um enge Anbindung bemühten Balten stets auf Distanz.

(Den vollständigen Text von Helge Dauchert lesen Sie hier.)

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„Dann erzählen sie einem alles“

KULTURHUS BERLIN im Gespräch mit dem Dokumentarfilmer Volker Koepp

Volker Koepp Foto: © KULTURHUS BERLIN,
Ulrike Schulz

Volker Koepp zählt zu den wichtigsten und produktivsten Dokumentarfilmern unseres Landes. Seine auch international erfolgreichen Filme werden regelmäßig auf Festivals im In- und Ausland gezeigt und ausgezeichnet. Bekannt wurde er mit seiner großartigen Langzeitdokumentation über Textilarbeiterinnen in Wittstock, die er 1974 als Regisseur im Auftrag des DEFA-Studios für Dokumentarfilm in Potsdam-Babelsberg begann. In diesem Sommer läuft sein neuester Film „Söhne“ in den Kinos.

KULTURHUS BERLIN: Das Thema Ihrer Filme sind vergessene Regionen Europas. Gegenden, die nicht gerade in unserem Blickwinkel sind und die zu den ärmsten Europas zählen. Ostpreußen, Masuren, die Kurische Nehrung, Polen, Hinterpommern, Litauen und - die Uckermark. Die Hoffnungslosigkeit und den Zerfall zu dokumentieren - wie kann man das, ohne melancholisch zu werden?

Volker Koepp: Diese Hinwendung zu bestimmten Landschaften hat ja – wenn man es kulturhistorisch sieht – schon etwas mit Melancholie zu tun. Die Landschaft nördlich Berlins bis Ostpreußen ist sehr ähnlich. Da ist die Ostsee. Da ist die Geschichte, die hier wie dort bis 1945 bestimmte Ähnlichkeiten hat. Die von Gütern geprägte Struktur beispielsweise. Die größeren Flächen, die die Landschaft auch geprägt haben.
Die Frage ist, wie man damit zurechtkommt, daß die Lebensumstände der Leute schlecht sind und in bestimmten Gegenden oft sehr bedrückend, wie im nördlichen Ostpreußen. Als ich begann, Filme zu machen, habe ich 25 Jahre Filme in der DDR, sehr viel in ostseenahen Regionen, in Vorpommern und in Mecklenburg gedreht. Es gibt eine ganz natürliche Affinität, wenn man Dokumentarfilme macht, dass man Lebensumstände beschreibt, die noch nicht so perfekt sind oder die schlecht sind.
Meinen letzten Film habe ich in Ostpreußen gedreht, wo ich schon 1994 einen sehr langen Film - Kalte Heimat - gemacht habe. Als ich jetzt noch einmal zu den Drehorten von damals fuhr, habe ich Dörfer vorgefunden, die verglichen mit der Zeit zehn Jahre zuvor in einem furchtbaren Zustand sind. Im Gegensatz zu Königsberg/Kaliningrad, das ja sehr propper ist und wo es, glaube ich, schon mehr teure Geschäfte gibt als in München. Aber sobald man in Ostpreußen die Stadt verläßt und in die Dörfer kommt, ist es wirklich schlimm. Nicht nur, daß die Häuser einfallen, sondern man trifft wirklich sehr viele heruntergekommene Menschen.

(Das vollständige Interview von Ulrike Schulz lesen Sie hier.)

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Schreibblockaden und Pionierarbeit: Die Balten in der Literatur. Eine unvollständige Bestandsaufnahme

Bettina Twrsnick
Bettina Twrsnick,
Phantastische Bibliothek Wetzlar

Literatur aus Litauen, Lettland und Estland ist in der deutschen Wahrnehmung eine Randerscheinung, wenngleich sie kein Schattendasein fristet. Die drei Länder werden häufig in einem Atemzug genannt, weisen aber in Gesellschaft als auch der Literatur erhebliche Unterschiede auf. Daher ist es auch verfehlt von baltischer Literatur zu sprechen.

Pionierarbeit bei der Vermittlung estnischer Literatur leistet die Übersetzerin Irja Grönholm. Sie hat das 2006 erstmals im Dr. Ute Hempen Verlag erschienene „estonia. Jahrbuch estnischer Literatur“ herausgegeben. Sehr ausführliche Informationen zu estnischen Autoren und Neuerscheinungen finden sich auf der englischsprachigen Seite www.estlit.ee

Ähnlich engagiert arbeitet der Lettisch-Übersetzter Matthias Knoll. Seine Website www.literatur.lv ist einzigartig, nicht nur eine Freude für Literaturinteressierte, sondern ein Muß für jeden Lettland-Fan.

Etwas schwieriger ist es um die Vermittlung litauischer Literatur bestellt. Aufbauarbeit leistet hier der kleine und feine Athena Verlag von Rolf Duscha (www.athena-verlag.de), der eigens das Segment „Litauische Literatur“ in sein Verlagsprogramm aufgenommen hat. Angeregt wurde das von Bettina Twrsnick, Leiterin der Phantastischen Bibliothek Wetzlar. KULTURHUS BERLIN hatte die Gelegenheit mit Bettina Twrsnick über die Besonderheit litauischer Literatur zu sprechen.

(Den vollständigen Text von Gabriela Friedrich lesen Sie hier.)

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Teodoras Cetrauskas – Als ob man lebte
Ein heroisches Märchen
Aus dem Litauischen von Klaus Berthel
Athena Verlag
89 S.
ISBN: 3-89896-121-4
Preis: 12,90 €

Weitere Informationen unter: www.booksfromlithuania.lt (deutschsprachig)

KULTURHUS BERLIN hat für Sie gelesen:

Dace Ruksane: Warum hat du geweint

Jurga Ivanauskaite: Placebo

Anšlavs Eglitis: Homo Novus

Janis Jaunsudrabinš: Ich erzähle meiner Frau

Vytautas Bubnys: Der Gast

Ervin Õunapuu: Die stinkenden Handschuhe des Chefs

Tomas Venclova: Vilnius – Eine Stadt in Europa

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Neu: „Lett-landweit“ - Eine deutschsprachige Zeitung in und über Lettland

„Lett-landweit“ heißt die gerade neu erschienene deutsche Zeitung, die Nachrichten und Informationen für Reisende bietet. Sie informiert nicht nur über Reiseziele in Lettland und Reiserouten von Deutschland aus, sondern widmet sich auch aktuellen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Themen. Hierzu gehören die steigende Inflation und die Entwicklung der Wirtschaft nach dem EU-Beitritt, Investitionen und steigende Immobilienpreise.

Die zweite Ausgabe beschäftigt sich mit der Gesellschaft, mit dem Zusammenleben von Letten und russischsprachigen Einwohnern.

Damit der Reisende einen Eindruck vom Land erhält, bildet eine Kurzdarstellung der staatlichen Geschichte den Übergang zu den kulturellen Themen der ersten Ausgabe der Zeitung. Berichtet wird über Libau, Riga, Nordkurland und Daugavapils. Reise- und Speisetipps, ein kleiner Sprachführer sowie Literatur- und Veranstaltungshinweise runden die kurzen Reportagen ab. Die zweite Zeitungsausgabe wartet mit Informationen über Reisen entlang der Rigaer Bucht, nach Estland oder Camping an der Küste auf, abgerundet von dem Hinweis auf „Krogs“ als Schlemmerziele an der Landstraße oder nützlichen Tipps für Autofahrer. Einen Einblick in die Geschichte bietet ein Bericht über die Revolution von 1905/06. Die Herausgeber der Zeitung gehören dem deutschen Kulturverein in Ventspils an, der seit 2003 existiert. Die Zeitung kann im Abonnement bestellt werden und kostet 15 Euro für vier Ausgaben (inkl. Porto nach Deutschland) oder 10 Euro innerhalb Lettlands. Weitere Informationen unter gallmeister@inbx.lv

Inken Dose

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Sprachen lernen, Tipps & Links

Litauisch, Lettisch und Estnisch lernen in Berlin

Die Nachfrage nach Möglichkeiten, die baltischen Sprachen zu erlernen, ist leider nicht besonders groß. Für Litauisch ist das Angebot am besten, denn hierfür gibt es zwei regelmäßig stattfindende Kurse auf hohem Niveau, die von Muttersprachlerinnen geleitet werden:

- Volkshochschule Pankow (qualitätstestierte VHS):
Jeweils dienstags, 18 – 21.15 Uhr, Prenzlauer Allee 227/228, Beginn: 18. September 2007

Der Kurs richtet sich sowohl an Anfänger wie auch an Fortgeschrittene. Je nach Niveau der Teilnehmer findet der Unterricht gruppenweise statt: Während die Dozentin die eine Gruppe unterrichtet, sind die anderen mit mündlichen und schriftlichen Übungen beschäftigt.

- Sprach- und Kulturbörse der Technischen Universität Berlin
Für die Zeit vom 17. bis 29. September 2007 finden je ein Anfänger- und ein Fortgeschrittenkurs für Lernende, die den Grammatikerwerb abgeschlossen haben, statt.
Anfänger Niveau A.1: 17-20 Uhr
Fortgeschrittene Niveau B.1: 10-13 Uhr
Anfang November 2007 beginnen wöchentlich stattfindende Semesterkurse.
Diese Kurse stehen allen offen, nicht nur Studierenden.

Für Lettisch bietet Frau Antra Strazdina muttersprachlichen Privatunterricht an. Bei einer entsprechenden Teilnehmerzahl kann über die Sprachschule Lernbrücke, Berlin-Schöneberg, ein Kurs organisiert werden. Wegen des Unterrichts kann unter folgender Email-Adresse Kontakt aufgenommen werden: antra.strazdina(a)web.de.

Außerdem bietet die Friedrichshainer Sprachschule Sprachenatelier Berlin bei entsprechender Nachfrage ganzjährig in Blöcken von jeweils drei Monaten bzw. 24 Unterrichtsstunden, Kurse für Estnisch, Lettisch und Litauisch an.

Nützliche Links

Überregional:

Baltisches Informationsportal: Infobalt
Informationen zu Kultur, Literatur, Musik und Terminen
www.infobalt.de

Online Zeitung: The Baltic Times
Nachrichten aus den baltischen Staaten ( in Englisch)
www.baltictimes.com

Online Reiseführer für die baltischen Länder: In Your Pocket (in Englisch)
www.inyourpocket.com

Tourismus: Baltische Tourismuszentrale Berlin
www.baltikuminfo.de

Lettland:

Deutsch-Lettisches Nachrichtenfenster: Lettische Presseschau
Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport; Pinnwand und Termine
www.lettische-presseschau.de/joomla/index.php

Das lettische Institut - Latvian Institute
Informationen & Publikationen über Kultur, Geschichte, Land, und Leute (in Englisch)
www.li.lv/en/

Literatur aus Lettland: Onlineportal mit Autorenportraits, Texte, Interviews, Termine und weitere Informationen zur lettischen Literatur (auf Deutsch)
www.literatur.lv

Estland:

Das estnische Institut – Estonian Institute
Informationen & Publikationen über Kultur, Geschichte, Land, und Leute (in Englisch)
www.einst.ee/estonian_institute.html

Estnische Literatur und Wörterbücher auf Deutsch: Hempen Verlag
www.hempen-verlag.de

Online-Portal zu estnischen Sprichwörtern in der (buchstäblichen) deutschen Übersetzung
haldjas.folklore.ee/rl/date/saksa/

Deutsch-estnische Gesellschaft in Berlin
www.deg-berlin.de

Litauen:

Das litauische Institut – Lithuanian Institute
Informationen & Publikationen über Kultur, Geschichte, Land, und Leute (in Englisch)
www.li.lt

Litauische Literatur auf Deutsch: Athena Verlag Rolf Duscha
www.athena-verlag.de/Literatur-Litauen.htm

Online-Portal zu Litauischer Literatur in Übersetzung: Bücher aus Litauen
Internetseite mit Informationen über Litauische Literatur, Autoren, Genres (auf Deutsch)
www.booksfromlithuania.lt

Informationen über ein Freiwilliges soziales Jahr:
www.pro-fsj.de

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Mit besten Grüßen,
KULTURHUS BERLIN und Förderverein des Kulturhus Berlin e.V.
Dieser Newletter informiert in regelmäßigen Abständen über Veranstaltungen und Aktivitäten des Kulturhus Berlin e.V. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der Informationen.

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