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Newsletter-Spezial: Polen

1 Das polnische Berlin - Editorial

2 Polnisches für Berlin - Veranstaltungshinweise

3 Rezensionen

4 Wjadomosci - Nachrichten

5 Nützliches

1 Das polnische Berlin - Editorial

Wußten Sie, daß nahezu 45 000 Polen in Berlin leben? Damit bilden die Polen nach den Türken die zweitgrößte ausländische Gruppe der Stadt. Wir wollen einen kleinen Einblick geben, wie die Polen das Leben in Berlin mitprägen, welche Impulse sie der Stadt in Kunst und Kultur, in Gesellschaft und Wirtschaft geben.

Polen in Berlin, das hat seit Mitte des vorigen Jahrhunderts Tradition. Dabei hat es immer wieder "Einwanderungswellen" gegeben, die letzte seit 1989 im Laufe der 90er Jahre. Aber was wissen Deutsche und Polen wirklich voneinander? Ressentiments gibt es auf beiden Seiten. Die typischen Vorurteile: Deutsche seien bürokratisch und humorlos, Polen Autoknacker und Lohndrücker. Verstimmungen gibt es neuerdings auch auf der politischen Ebene. Die Polen schauen mit Argwohn auf den Bund der Vertriebenen. Dabei spielt dessen Vorsitzende Erika Steinbach in der Wahrnehmung eine sehr nachrangige Rolle. Das Ostsee-Pipeline-Projekt mit Russland stößt bei unseren Nachbarn auf sehr wenig Sympathie.

Die Deutschen hingegen sind befremdet über das neuerdings rigide Abtreibungsrecht, zumal Polen unter den sozialistischen Ländern das erste war, das Schwangerschaftsabbruch legalisierte. Für Aufsehen sorgte jüngst ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte, das den polnischen Staat auf Zahlung einer Entschädigung an Alicja Tysiac verurteilte. Obwohl bekannt war, daß die zweifache Mutter bei erneuter Geburt den Verlust ihres Augenlichsts riskiert, wurde ihr eine legale Abtreibung verweigert. Die polnische Schriftstellerin Dorota Maslowska hat diesen Fall in der FAZ vom 17. April 2007 dokumentiert. Unbehagen löst bei uns auch der Umgang mit Lesben und Schwulen in Polen aus. Gerade hat der polnische Bildungsminister Roman Giertych einen Gesetzesentwurf eingereicht, wonach Lehrern eine Geldstrafe oder gar Entlassung droht, falls sie Homosexualität im Unterricht auch nur erwähnen. Der Parteichef der konservativen LPR (Liga der polnischen Familien) Wojciech Wierzejski äußerte gar, Homsexualtät sei "abartig und krankhaft".

Das Verhältnis zu unseren so nahen (gerade mal 70 Kilometer trennen Berlin von der polnischen Grenze) und doch so fernen Nachbarn im Osten ist also nicht immer ungetrübt. Allerdings gibt es Hoffnung! Die machen viele freundliche, kreative, witzige polnische Bewohner unserer Hauptstadt. Selbst die deutschen Medien widmen dem deutsch-polnischen Zusammenleben ganze Sendungen (rbb: "Kowalski trifft Schmidt"; "Warschauer Notizen"; Radio Multikulti sendet werktags von 19 bis 19.30 Uhr in polnischer Sprache).

Eine Institution in Berlin ist der Club der polnischen Versager. Versager fallen beim Ausrutschen nicht in die Pfütze sondern gleich in die Hundesch...; Versager bezahlen ihre Telefonrechnung nachdem Funkstile herrscht und ihre Stromrechnung, nachdem alle Lichter ausgegangen sind. Ihr Credo: "Demiurg verehrte die ausgesuchte, vollkommene und komplizierte Materie, wir bevorzugen den Schund." Die Kunst des Versagens wird zelebriert, u.a. bei Lesungen, polnischen Filmen (englisch, manchmal deutsch untertitelt), Ausstellungen, "Talks-Shows", Performances. Leider wurde der Mietvertrag mit dem Club nicht verlängert. Nach einer neuen Bleibe wird intensiv gesucht. Und so verabschieden sich die Versager (vorerst!) im Mai nach dem Motto "wir schließen zurück" mit den besten Filmen, den besten Lesungen, der besten Musik und den besten Shows.

Schräger geht es beim feministisch-kulinarischen Guerilla-Kommanda FURIA PIEROGI, einem von jungen Draedlockträgerinnen geführten Koch- und Partykonzept zu. Sie tauchen an ungewöhnlichen Orten auf. Leider findet man sie nicht im Internet, aber zuweilen werden ihre "Auftritte" auf Hompages befreundeter Initiativen (Club der polnischer Versager) angekündigt oder sie okkupieren - eben guerillamäßig - Ihre nächste Grillparty...

Das Polnische Institut Berlin ist schon seit den 50er Jahren in Berlin präsent. Trotz dem nicht immer einfachen Verhältnis zwischen DDR und Polen war es sehr um Verständigung und Dialog bemüht. Inzwischen ist es aus einem Plattenbau in der Karl-Liebknecht-Straße in die schicke Burgstraße gegenüber der Museumsinsel gezogen. Hier kann der Besucher sich mit zeitgenössischer Kunst, neuen polnischen Filmen, Gegenwartsliterur und Musik sowie Diskussionen über das deutsch-polnische Verhältnis bekanntmachen. Schwerpunkt im Mai ist das Filmfestival "FilmPolska" in Kooperation mit dem Kino Babylon (Siehe auch unsere Veranstaltungshinweise).

Anlaufpunkt der ersten Stunde für die junge "Polonia", wie sich die Kreativen in Berlin selbst nennen, ist die Kneipe "Mysliwska" (Jägerstübchen) in Kreuzberg, wo es ab 18 Uhr kühles polnisches Bier und nach Mitternacht heißen Tanz in allen Räumen, bei Platzmangel auch auf den Tischen gibt.

Unweit liegt die Galerie ZERO, die sich schwerpunktmäßig deutsch-polnischen und osteuropäischen Kunstprojekten widmet. Gleichzeitig dienst ZERO als Informationsnetzwerk und wird durch ein Journalistenbüro ergänzt. Das dritte Betätigungsfeld ist Architektur mit dem Fokus auf Ökologie und alternative Energie.

Die polnische Szene in Berlin ist vielfältig und lebendig. Wir können teilhaben am "polnischen Berlin" - wenn wir wollen.

Bis bald! Dowidzenia!

Adressen:

Club der polnischen Versager
Torstraße 66, 10119 Berlin-Mitte
www.polnischeversager.de

Polnisches Institut Berlin
Burgstraße 27, 10178 Berlin-Mitte
www.polnischekultur.de

Kneipe "Mysliwska"
Schlesische Straße 35, 10997 Berlin-Kreuzberg
geöffnet ab 18 Uhr

Galerie ZERO
Köpenicker Straße 4, 10997 Berlin
www.zero-project.org

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1.1 "Quasi nackt auf der Bühne"
Interview mit Professor Teresa Nawrot, Leiterin der Theaterschule REDUTA

Teresa Nawrot

Teresa Nawrot

Teresa Nawrot
© Kulturhus Berlin, Ulrike Schulz

"Redoute" ist die Bezeichnung für eine Wehranlage, die Schutz vor feindlichen Geschossen bietet, bedeutet aber auch Mummenschanz oder Maskenball. "Reduta" hieß zwischen den Weltkriegen aber auch ein berühmtes Theater in Warschau, dessen Leiter, Juliusz Osterwa, als Vater des modernen polnischen Theaters gilt. Teresa Nawrot, die Gründerin und Leiterin der nach diesem Theater benannten Schauspielschule, hat in ihrer Reduta all diese Bedeutungen vereint. Sie betrachtet die Kunst als Festung gegen Ungeist, soziale Ungerechtigkeit und Gefühllosigkeit. Als Schule bietet die Reduta den geschützten Raum, in dem sich Talente entwickeln können.

Teresa Nawrot war in den 70er Jahren Schauspielerin und persönliche Assistentin von Jerzy Grotowski. Sie arbeitete als Schauspieldozentin in fast allen europäischen Ländern sowie in den USA, Südamerika, Australien und Ägypten. 1983 gründet Sie in Berlin-Kreuzberg ihre eigene Theaterschule. Neben ihrer Lehrtätigkeit an der eigenen Schule, gibt Teresa Nawrot Schauspielseminare in Europa, den USA und Japan.

KULTURHUS BERLIN: Glauben Sie, es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen der polnischen und der deutschen Auffassung, Theater zu machen?

TERESA NAWROT: Auf jeden Fall. Ich würde diesen aber als Unterschied zwischen dem polnischen und ostdeutschen sowie dem westdeutschen und westeuropäischem Theater festmachen. In Polen und Ostdeutschland wurde sehr viel Wert auf eine solide Schauspielausbildung gelegt, meines Erachtens das einzig Gute am Sozialismus. In beiden Ländern schloß man das Studium mit dem Magister bzw. Diplom ab. Als ich das erste mal in den USA arbeitete, fragte man mich, was ich von Beruf sei. Schauspielerin, antwortete ich. "Ja, aber Sie sind doch Magister. Was haben Sie denn gelernt?" Daran sehen Sie die unterschiedliche Wertschätzung des Schauspielerberufes. Die sozialistischen Länder hatten ja den Ehrgeiz, den kapitalistischen überlegen sein zu wollen. Da es auf anderen Gebieten schwer war, konzentrierte man sich auf Kunst und Sport. Und wenn Sie sich ansehen, wer internationales Renommée besaß und reisen konnte, dann waren das Künstler und Sportler.

Ein anderer Unterschied liegt in der Bedeutung von Theater, Kunst überhaupt. Im Westen bezahlt man Eintritt und will etwas sehen für sein Geld, will unterhalten werden. Im Osten war Theater extrem wichtig und politisch. Obwohl es Zensur gab - die Zensoren waren meist ungebildete Parteifunktionäre - besaßen die Zuschauer die Gabe des "zwischen-den-Zeilen-lesens". Sie konnten auch nonverbale Botschaften deuten. Insofern war Theater eine der wenigen Nischen.

KULTURHUS BERLIN: Abgesehen von den Unterschieden zwischen Ost und West: Gibt es auch in der Ästhetik Unterschiede zwischen polnischem und deutschem Theater?

TERESA NAWROT: Die gibt es in der Tat. Für uns zählt mehr die Innerlichkeit, die Lebendigkeit auf der Bühne; das, was ich fühle, was ich erlebe. Vielleicht liegt das an der Mentalität und dem Temperament. In dieser Hinsicht hat Jerzy Grotowski das Theater revolutioniert In Deutschland wird sehr viel Gewicht auf Sprache gelegt. Das ist episches Theater in der Tradition von Brecht.

KULTURHUS BERLIN: Der Name Grotowski ist gefallen, mit dem Sie zusammen gearbeitet haben und der Ihre berufliche Laufbahn entscheidend geprägt hat: Wie würden Sie seine Methode genau beschreiben?

TERESA NAWROT: Das versuche ich unseren Schülern in dreieinhalb Jahren beizubringen. Und Ihnen soll ich das in wenigen Sätzen sagen? Aber ich will es versuchen. Das ganze Theater in Polen basiert auf Stanislawski (Anm. d. Red.: Konstantin Stanislawski war ein russischer Theaterreformer; an dessen Methoden sich Lee Strasberg orientierte; dieser beeinflußt stark die Schauspielausbildung in den USA.), der die Synthese zwischen innerem Erleben und äußerem Ausdruck des Schauspielers sucht hin zu einer "psychophysischen Handlung". Grotowski ging einen Schritt weiter. Sein "experimentelles Theater" ließ langsam alles weg, was das traditionelle Theater ausmacht: Bühnenbild, aufwendige Theatertechnik, Kostüme, Requisiten, Masken, also alles, hinter dem der Schauspieler sich "versteckt". Er machte das Theater arm - nicht in dem Sinne, daß die Theater kein Geld haben - sondern arm an Vehikeln, die der Mime benutzten kann. Der Schauspieler steht also quasi nackt au f der Bühne, nur mit seinem eigenen Körper, mit seiner Stimme, mit seiner Seele. Dies erfordert eine ganz eigene Schauspieltechnik, die Grotowski nun entwickelte.

KULTURHUS BERLIN: Was sind die Grundzüge dieser Technik, und wie bilden Sie sie aus?

TERESA NAWROT: Damals habe ich mit Grotowski zusammengearbeitet. Im Laufe unserer Experimente haben wir herausgefunden, daß bestimmte Bewegungen einen starken Einfluß auf unsere Psyche haben. Man führt nach konkreten Regeln konkrete Bewegungen aus, die andere Gefühle hervorrufen und tiefere menschliche Seiten. Auf diese Weise entsteht die totale Präsenz auf der Bühne. Atem- und Stimmtechniken ergänzen diese Methode. Darüber schreibt auch Peter Brook in seinem Buch "Der leere Raum".

KULTURHUS BERLIN: Was bedeuten in diesem Zusammenhang die "paratheatralischen Experimente" von Grotowski?

TERESA NAWROT: Wir haben ja das Theater schon auf den Schauspieler und den Zuschauer reduziert. Der letzte Schritt war, den Zuschauer verschwinden zu lassen.

KULTURHUS BERLIN: Wie das?

TERESA NAWROT: Indem wir den Zuschauer zu einem Teil des Theaters werden ließen, indem wir mit ihm interagierten. Damit war die Trennung zwischen Bühne und Publikum aufgehoben.

KULTURHUS BERLIN: War es für Sie Zufall oder eine bewußte Entscheidung, nach Berlin zu gehen?

TERESA NAWROT: Die Entscheidung war absolut bewußt. Ich arbeitete in Paris, als der polnische Regisseur Henryk Baranowski mich nach Deutschland einlud. Sofort war ich verliebt in Berlin und fasziniert von der Besonderheit der geteilten Stadt. Angesichts des Nationalismus in Frankreich - Le Pen hatte damals schon einen gewissen Einfluß - habe ich mich dort nie so richtig wohl gefühlt. Berlin dagegen ist sehr offen. Und nun lebe ich schon 24 Jahre hier.

KULTURHUS BERLIN: Haben die hier lebenden Polen die Stadt verändert?

TERESA NAWROT: Und wie. Inzwischen haben über 200 Menschen meine Schule absolviert, es gibt einen ständigen Austausch. In Kreuzberg, wo ich lebe und arbeite, gibt es ein enges Netzwerk. Wir stellen sozusagen das Gegengewicht zu jenen Polen dar, die herkommen, um das schnelle Geld zu machen. Aber nicht nur die Polen, alle hier lebenden Ausländer haben die Stadt verändert. Sehen Sie sich die Bergmannstraße an. Das ist mehr wie im Süden. Alle sitzen draußen und reden miteinander.

KULTURHUS BERLIN: Wenn ich vor hätte, Schauspielerin zu werden: Warum sollte ich an Ihrer Schule studieren?

TERESA NAWROT: Weil Sie nur in meiner Schule die richtige Grotowski-Methode aus erster Hand lernen. Das macht keine andere Schule auf der ganzen Welt. Und auch deshalb, weil ich meine Schule liebe.

Kontakt:
REDUTA Berlin
Schauspielschule für Theater und Film
Gneisenaustraße 41, 10961 Berlin-Kreuzberg
www.reduta-berlin.de

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1.2 Entdeckt: Feinkost aus Polen - Das kleine Ladengeschäft der Grzybowskis

die Besitzer vor ihrem Geschäft

Regal mit Lebensmitteln

Wandgestaltung auf Polnisch
© Kulturhus Berlin, Ulrike Schulz

Alicja und Andrzej Grzybowski verließen 1989 ihre Szczeciner Heimat, um in Berlin einen neuen Anfang zu wagen. Andrzej fand Arbeit als Mechaniker bei Siemens. Nach siebzehn Jahren dann die Kündigung, die Aussicht auf einen neuen Job ungewiß. Statt zu resignieren oder in Depressionen zu verfallen, recherchierten beide im Internet und fanden eine Marktlücke - polnische Feinkost. Die Entscheidung war schnell gefallen, zumal Alicja nach ihrem Fachabitur eine zweijährige Ausbildung in Ökonomie absolvierte. Warum Lebensmittel? "Sicher", sagt Alicja, "man hätte auch anderes verkaufen können. Aber ob es angenommen wird; wer weiß das? Gut essen wollen die Menschen aber immer."

Ein kleines Ladengeschäft war rasch gefunden, Familie und Freunde halfen mit etwas Geld ("Die Banken wollen immer so viel Zinsen."), und im Mai 2006 eröffnete der "Stettiner Feinschmecker". Auf etwas zehn Quadratmetern Ladenfläche findet der Kunde liebevoll arrangierte Waren. Den Mittelpunkt bildet die Wursttheke. Die polnische Wurst ist überhaupt der Renner. "Sogar deutsche Kunden können von unserer Wurst nicht mehr lassen, wenn sie sie erst einmal probiert haben." Was macht den Unterschied? Wir haben gekostet und finden, es muß wohl an den Gewürzen und am Räucherverfahren liegen: Gänsewurst mit Backpflaumen, Knacker mit Wacholder, diverse zarte Schinken, Klassiker wie Parówki und Kraukauer (nicht zu verwechseln mit der Krakauer Bratwurst). Köstlich!

Wer es süß mag, dem schmilzt die Zunge bei Kreationen der traditionsreichen Firma "Wedel". "Wedel" gab es schon vor dem Zweiten Weltkrieg, und bis heute ist sie in Polen die Institution für die süße Verführung.

Die Klientel bilden zu bisher 80 Prozent Polen. Sie finden hier ein Stück Heimat, neuerdings auch eine Auswahl polnischer Zeitschriften. Aber auch das kostenlose Anzeigenblatt "Kontakty", wo man sich von A bis Z, von Anwalt bis Zahnarzt über Anlaufstellen und Hilfen für Polen in Berlin informieren kann. Am Schwarzen Brett annoncieren Arbeitssuchende, eine polnische Physiotherapeutin, ein Dolmetscher. Eine ältere Dame (Polinnen sind immer Damen!) fragen wir, warum sie ausgerechnet hier so gerne einkauft. Ihre Anwort, ohne zu überlegen: "Das Angebot ist hervorragend, die Preise günstig und die Bedienung sehr nett." Andrzej Grzybowski witzelt noch: "Reden Sie nur gut über uns, sonst müssen wir Sie hier einsperren."

Im Sommer wird auch saisonal Obst und Gemüse angeboten, Tomaten zur Tomatenernte, Gurken, wenn sie draußen reif sind, Äpfel, wenn sie von den Bäumen fallen. Der geschmackliche Unterschied zur Gewächshausware ist phänomenal.

Es kommen Russen, Menschen aus Ex-Jugoslawien, und auch die Deutschen werden immer mehr. "Neben unsererem Käse- und Frischmilchangebot kaufen gerade Deutsche unsere Flaki mit Sauerkrautfüllung." Und was noch? "Bier!" Die Erfinder des Reinheitsgebotes kaufen polnisches Bier? "Ja, "Zywiec" ist vielfach international ausgezeichnet und das spricht sich auch hier rum." Na dann, na zdrowie!

"Stettiner Feinschmecker"
-- Polnische Spezialitäten --
Reinickendorfer Straße 35
13347 Berlin-Wedding

Öffnungszeiten:
Mo - Fr: 9 bis 19 Uhr, Sa: 9 bis 14 Uhr

Alicja und Andrzej Grzybowskiim Gespräch mit Alicja GrzybowskiAlicja und Andrzej Grzybowski vor ihrem Geschäft

Wursttheke mit Krakauergroße Auswahl an der WurstthekeKleinigkeiten im Regal
© Kulturhus Berlin, Ulrike Schulz

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1.3 Projekt LITERATURDEPOT

Die Idee wurde Mitte letzten Jahres geboren. Seit Anfang 2007 ist die Seite www.literaturdepot.eu online.

Literaturdepot ist ein gemeinnütziges Projekt des Vereins zur Förderung des Literaturschaffens und des kulturellen Austausches zwischen Deutschen und Polen e. V. Auf der Website sollen Menschen, die Freude am Schreiben haben und unbekannte Autoren aus Deutschland und Polen dazu animiert werden, ihre bisher unveröffentlichen Bücher einem großen Publikum vorzustellen. Der Hintergrund ist, daß es mitunter leichter ist ein Buch zu schreiben, als einen geeigneten Verlag zu finden.

Auf der zweisprachigen Website werden die Werke auszugsweise, ohne Begutachtung eines Lektors, veröffentlicht. Den Nutzern wird die Möglichkeit gegeben, direkt auf die Veröffentlichungen zu reagieren und selbst Rezenzionen zu den einzelnen Werken zu schreiben. Interessierte Leser können die vollständigen Werke der Autoren über das Literaturdepot exklusiv als Taschenbuch erwerben. Dazu wird mit den Autoren ein Vertrag geschlossen, der es ermöglicht die Bücher in der gewünschten Stückzahl zu drucken und direkt an den Käufer zu verschicken. Die Herstellung der Druckerzeugnisse ist für die Autoren kostenlos, sie erhalten einen Anteil am Verkaufspreis.

Alle Veröffentlichichungen sind zweisprachig. Die Finanzierung der Übersetzungen erfolgt durch "Buchpatenschaften" von Sponsoren, die ihre Werbung im Buch, auf der Website und bei Lesungen plazieren können.

Carmen Wustmann, Vorsitzende des Vereins, freut sich, daß bald schon die ersten drei Bücher polnischer Autoren präsentiert werden können. Insgesamt erfährt die Initiative des Vereins eine gute Resonanz, und es wurden auch schon einige Bücher verkauft.

Kontakt:
www.literaturdepot.eu

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2 Polnisches für Berlin - Veranstaltungshinweise

2.1 Ausstellungen

Couch11. Mai bis 15. Juli 2007
Made in Poland. Neues Design aus Polen

Made in Poland ist eine Ausstellung mit den interessantesten Beispielen des polnischen Designs. Die Exposition versammelt aufsehenerregende Entwürfe polnischer Designer aus den Bereichen Industriedesign, Möbeldesign, Innenarchitektur und Lebensmitteldesign aus der Zeit nach 1989. Sämtliche präsentierten Exponate waren oder werden weiterhin in Polen hergestellt.

Die Ausstellung präsentiert nicht nur visuelle Aspekte des Designs, sondern versucht ebenfalls die Frage zu beantworten, was das polnische Design in Zeiten der Globalisierung und bei gleichzeitiger Hervorhebung der nationalen Identität auch im Designbereich unterscheidet.
Nach vielen Jahren der Planwirtschaft und wirtschaftlicher Rezession, während der die Funktionalität aus offensichtlichen Gründen zu den wichtigsten Vorgaben der Designer zählte, begann nach 1989 und in Zeiten relativen Wohlstands endlich die Stilistik eine entscheidende Rolle zu spielen.

Der freie Markt bestimmt die Trends. Die steigende Nachfrage nicht nur des polnischen Marktes nach immerzu neuen, attraktiveren und stets konkurrenzfähigen Produkten wurde zur Antriebskraft des Designs und damit auch Ausgangspunkt zur Karriere einzelner Designer. Einige von ihnen fanden eine Anstellung in umstrukturierten Unternehmen des vergangenen Systems, doch die meisten waren gezwungen, eigene Firmen zu gründen (Kler, Moho design, Puff Buff Design, Balma S.A., Chrum company). Dieser eigene Weg zur Freiheit und Unabhängigkeit ermöglichte es zahlreichen Designern, Entwürfe zu kreieren, die ihre eigenen Vorstellungen und Eindrücke wiedergeben. Das Entwerfen ist nämlich nicht nur der Prozess, der der Produktion vorauseilt, sondern auch eine Möglichkeit seine Ansichten darüber zu verarbeiten, wie ein Gegenstand auszusehen hat, damit er den Menschen, einem Unternehmen, einer Institution oder schließlich der gesamten Nation dienlich sein soll?

Die Designer "fürchten sich nicht mehr" vor der Volkskultur, die bis dahin für langweilige Parteiveranstaltungen reserviert war. Entsprechend den weltweit herrschenden Trends begannen sie, aus der polnischen Volkskultur zu schöpfen und diese neu zu interpretieren.

Kuratoren: Marcin Fedisz & Piotr Nawara

Kunstgewerbe-Museum
Staatliche Museen zu Berlin
Tiergartenstraße 6
10785 Berlin

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Bis 13. Mai
FOTOAUSSTELLUNG „Polen beißt nicht“, die Polen mit Augen von jungen Deutschen zeigt

„Ich stelle immer wieder fest, dass es in Deutschland immer noch sehr viele Stereotypen und Vorurteile über Polen gibt und dass die Deutschen fast nichts über das Land wissen. Obwohl das Nachbarland Deutschlands sehr viel zu bieten hat, ist Polen sehr selten ein Reiseziel für Deutsche.

Um das zu ändern und den Deutschen mein Land ein bisschen näher zu bringen, kam ich auf die Idee eine Fotoausstellung über Polen zu organisieren. Ich wollte auch den jungen Leuten zeigen, wie viele Möglichkeiten sie haben, ein Jahr oder Semester im Ausland zu verbringen. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht und kann es nur weiterempfehlen. Ich habe von jungen Deutschen, die eine längere Zeit in Polen verbracht haben, viele wunderschöne Fotos und interessante Erfahrungsberichte gesammelt. Ich hoffe es ist daraus eine außergewöhnliche Ausstellung entstanden, die Polen mit den Augen der jungen Menschen zeigt.“

Kuratorin der Ausstellung Marta Glauer, 25, ist Polin und seit zweieinhalb Jahren innerhalb des Europäischen Freiwilligendienstes in Deutschland.

Institut für Slawistik der Humboldt-Universität zu Berlin
Dorotheenstraße 65
10117 Berlin-Mitte
Eintritt frei

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19. Mai bis 24. Juni 2007
Artur Zmijewski "Ausgewählte Arbeiten"

Das Video-Forum des Neuen Berliner Kunstvereins zeigt in einer Einzelpräsentation neue Arbeiten des polnischen Künstlers Artur Zmijewski, verbunden mit einer Projektion im Außenraum, sowie einer begleitenden Publikation.

Eine Ausstellung mit freundlicher Unterstützung des Polnischen Instituts.

Weitere Informationen: www.nbk.org

Neuer Berliner Kunstverein
Chausseestr. 128/129
10115 Berlin

2.2 Film

5. bis 13. Mai
FILMFESTIVAL filmPOLSKA2007

Das Berliner Publikum wird zehn Tage lang ein facettenreiches Programm zu sehen bekommen. Neue Produktionen, Nachwuchsfilme, das OFF Kino, Kurz-, Experimental- und Animationsfilme, Stummfilmklassiker und eine Werkschau von Marek Koterski bieten ein breites Spektrum des zeitgenössischen polnischen Kinos. filmPOLSKA 2007 ist ebenfalls ein Forum für Be-
gegnungen und Diskussionen: zahlreiche Gäste, darunter Filmschaffende, Schauspieler und Produzenten werden aus Polen erwartet. Der Filmworkshop „Berlin von Innen" bietet jungen Filmautoren die Möglichkeit, das Kinomachen selbst auszuprobieren. Der Kino Punkt PL und die Videobar im Babylon stehen für die Gäste Tag und Nacht offen. Schließlich ist das Kino nicht nur ein Ort des ästhetischen Konsums sondern auch eine Bühne des filmpolitischen Diskurses und Treffpunkt verschiedener Standpunkte.

5. Mai 2007, 19.00 Uhr im Babylon
Festivaleröffnung
Handfertig animierte Filme von Mariusz Wilczynski und Jazzkonzert von Tomasz Stanko mit Kinior und Makaruk

Programm und weitere Informationen unter:
www.polnischekultur.de/filmpolska

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Montag, 7. Mai | 19.30 Uhr
ZÄRTLICHKEITEN
Ein Film von Curtis Burz
Film und Diskussion
Erstaufführung, OmU, 80 Min.
anschließend kleiner Umtrunk
Eintritt frei

Anwesend sind
Curtis Burz, Regisseur sowie
Ensemble und Crew: Malgorzata Hajewska-Krzysztofik, Jacek
Poniedzialek, Urszula Grabowska, Marcin Kalisz, Dominika
Markuszewska, Tomasz Cymerman, Katarzyna Bieniek, Dorota Skop, Anna
Surman

Mit polnischen SchauspielerInnen realisierte der junge deutsche Regisseur Curtis Burz an den Drehorten Warschau und Krakau ein Filmprojekt, das die Beziehungen zwischen Männern und Frauen unterschiedlicher Altersgruppen im heutigen Polen untersuchen und skizzieren möchte. Entstanden ist ein Episodenfilm, der von der Sprachlosigkeit zwischen Liebenden, zwischen Eheleuten sowie zwischen Vater und Tochter, Mutter und Sohn erzählt. In dokumentarisch angelegten Interviews und Situationen, als Spielfilmsequenzen inszeniert, enthüllen die Protagonisten, dass sich hinter der Mauer des Schweigens oftmals Abgründe zwischenmenschlicher Beziehungen verbergen und stellen sich der Unmöglichkeit ihrer Sehnsüchte und ihres Begehrens. Der Film spricht dabei Themen an, die im heutigen Polen tabuisiert werden: Homosexualität, AIDS, sexuelle Gewalt und Abtreibung. Nicht provokativ, sondern vorsichtig und leise nähert sich der Film "Zärtlichkeiten" den Personen und ihren Themen.

Der Film entstand im Rahmen des Künstlerstipendiums der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit in der Villa Decius, Krakau sowie dem Projektstipendium der Werkleitz Gesellschaft e.V. in Halle. Er wurde vom Adam-Mickiewicz-Institut, Warschau, dem deutschen Generalkonsulat in Krakau, der deutsch-polnischen Stiftung für Zusammenarbeit, der Robert-Bosch-Stiftung sowie dem Förderkreis der Heinrich-Böll-Stiftung mitfinanziert.

Curtis Burz, geb. 1970 in Mediasch, Rumänien, ist in Deutschland aufgewachsen. Er studierte Psychologie, am Internationalen Theaterinstitut Bremen folgte ein Studium der osteuropäischen
Schauspiel- und Regiemethodik sowie ein Studium am Theater Hermitage, Moskau. Curtis Burz ist freiberuflich als Schauspieler, Regisseur und Filmemacher tätig.

Informationen:
Regine Walch, Heinrich-Böll-Stiftung, Tel: 030-285 34-112, walch@boell.de, Anmeldung erwünscht

Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung
Rosenthaler Str.40/41
10178 Berlin-Mitte

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17. Mai 2007 um 19.30 Uhr
Dzieje grzechu / Geschichte einer Sünde
PL 1975, R.: Walerian Borowczyk, 135 Min., OmÜb
Zazdrosc i medycyna / Eifersucht und Medizin
PL 1973, R.: Janusz Majewski, 100 Min., OmU

Kino Arsenal
Potsdamer Str. 2
10785 Berlin

2.3 Literatur

11.05.2007, 22.30 Uhr
Polen Slam! - Poetry Performance

Mit den Poesieperformern Bohdan Piasecki und Weronika Lewandowska sowie dem Projekt plan.kton mit DJ Blazej und VJ Radek aus Warschau.

Gastgeber: Martin Jankowski

Weronika Lewandowska, geb. 1983, studierte Politik, Kommunikation und Kulturwissenschaft in Warschau, wo sie lebt. Die Texte der Dichterin zeichnen sich durch Lautmalerei, Mehrdeutigkeit und Assozationsreichtum aus. Sie ist mehrfache Siegerin von Slams in Polen. 2006 wurde sie mit einem ponischsprachigen Beitrag Zweitplatztierte der "internationalen SLAM!Revue" in Berlin.

Bohdan Piasecki, geb. 1980, Veranstalter des ersten Warschauer Poetry Slams, ist der Wegbereiter der jungen, schnell wachsenden Spoken-Word-Szene in Polen. Neben lyrischen Arbeiten und seiner Lehrtätigkeit an einer Warschauer Universität im Fach Britische Literatur widmet er sich der Kunst des Capoeira. 2005 war er umjubelter Gast auf der "Internationalen SLAM!Revue" in Berlin, 2006 tourte er mit Bas Böttcher und dem "Berlin-Warschau-Express" durch Deutschland. Momentan studiert er in England die Kunst des Übersetzens von Poesie.
plan.kton: Das junge Warschauer Elektronikprojekt arbeitet für seine Bühnenperformances zusammen mit der Slampoetin Weronika Lewandowska. Der bekannte Warschauer DJ Blazej Górnicki beherrscht das Spiel mit den Samplern und arbeitet als Videokünstler, VJ Radek (Radoslaw Duda) spielt am Midi Controler und auf dem Laptop.

Eine Veranstaltung des Polnischen Instituts Berlin in Zusammenarbeit mit dem Ballhaus Ost und der Berliner Literarischen Aktion e.V.

Ballhaus Ost
Pallelallee 15
10437 Berlin-Prenzlauer-Berlin

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18.05.2007 | 21.00 Uhr
Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki
Präsentation der polnischen Kunst- und Literaturmagazine "Magazyn Materialów Literackich Cegla" und "Rita Baum".

Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki (geb. 1962 in Wólka Krowicka n. Lubaczow), polnischer Dichter. Autor von zehn Poesiebänden und einer Sammlung von Kurzgeschichten, die regelmäßig in der Zeitschrift Kresy gedruckt werden. Preisträger des Literaturpreises von Barbara Sadowska (1994), der Deutsch-Polnischen Literaturtage in Dresden (1998), des Preises von Kazimiera Illakowiczówna. Mehrmals nominiert für den Literaturpreis der angesehenen Zeitschrift Polityka (Paszport Polityki). Seine Poesie verbindet auf einzigartige Weise Tradition (u.a. der metaphysischen Poesie des Baroks) mit der neuartigen Diktion. Sie wir oft rezensiert und interprätiert. Eugeniusz Tkaczyszyn-Dycki ist Mitglied des Vereins der polnischen Schriftsteller (Stowarzyszenie Pisarzy Polskich).

Club der polnischen Versager
Torstraße 66
10119 Berlin-Mitte

2.4 Theater

7. Mai 2007 | 20.00 Uhr
"Falle"
von Pawel Demirski, Deutsche Übersetzung von Agnieszka Grzybkowska
Szenische Lesung

Die Geschichte von drei Ehefrauen polnischer Soldaten, die im Rahmen einer Friedenssicherungsmission in den Irak entsandt wurden.

Pawel Demirski - geboren 1979. Einer der interessantesten Dramaturgen der jungen Generation. Autor von "Nieprzytomnie" (Bewußtlos), "Skurwysyny" (Hurensöhne), "Padnij" (Falle), "From Poland With Love" und "Kiedy przyjda podpalic dom, to sie nie zdziw" (Wenn sie das Haus anzünden kommen, wundere dich nicht). Desweiteren Autor des Buches "Walesa. Historia wesola, a ogromnie przez to smutna." (Walesa. Eine fröhliche heitere Geschichte und dadurch schrecklich traurig). Pawel Demirski lebt in Danzig.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Theaterinstitut e.V. und dem Theaterinstitut in Warschau.

Europäisches Theaterinstitut e. V.
Rungestr. 20
10178 Berlin-Mitte

2.5 Musik

Grazyna Auguscik10. Mai 2007 | 21.00 Uhr
Grazyna Auguscik

Grazyna Auguscik (voc)
Matt Ulery (b)
Jon Deitemyer (dr)
John Mclean (g)

Grazyna Auguscik ist Sängerin, Komponistin und Produzentin. Sie studierte bis 1992 am Berklee College of Music in Boston und spielte mit solchen Stars wie Jim Hall, Randy Brecker, Michal Urbaniak, Andrzej Jagodzinski oder Kurt Rosenwinkel. Seit 1994 wohnt und arbeit sie in Chicago.Im Jahr 2006 wurde Grazyna Auguscik zum wiederholten Mal zu der besten Jazz Sängerin im Jazz Forum in Polen gewählt.

In Zusammenarbeit mit dem Jazzradio und dem Cascade Club
Eintritt: 12,- / 10,- Euro

Cascade-Club
Fasanenstraße 81
10623 Berlin

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19. Mai 2007 | 21.00 Uhr
Soundcheck
Contemporary Jazz

Maciej "Kocin" Kocinski
Krzysztof Dys
Krzysztof Szmanda
Andrzej Swies

Die Band Soundcheck ist 2002 entstanden. Zur Band gehören junge, aber erfahrene Musiker. Soundcheck spielt hauptsächlich Kompositionen des Saxofonisten Maciej "Kocin" Kocinski. Die Band hat bis jetzt eine Platte aufgenommen, die sehr erfolgreich war. Derzeit wird die nächste CD vorbereitet.

Club der polnischen Versager
Torstraße 66
10119 Berlin-Mitte

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27. Mai 2007 | 22.00 Uhr
Aga Zaryan

Aga Zaryan (voc)
Michal Tokaj (p)
Michal Baranski (b)
Lukasz Zyta (perc)

Das "Markenzeichen" der Sängerin ist die zarte, warme, pulsierende Stimme und das perfekte Timing ihres Gesangs.

Jazz-Club A-Trane
Pestalozzistr. 105
10625 Berlin

2.6 Forum

15.05.2007 | 19.00 Uhr
"Nachbarschaften neu gestalten - Deutschland, Tschechien und Polen"

Dr. Richard von Weizsäcker (Bundespräsident a.D.) im Gespräch mit
Dr. Tomáš Kafka (Leiter der Abteilung Mitteleuropa im tschechischen Außenministerium) und
Dr. Marek Cichocki (Berater des polnischen Staatspräsidenten)

Kommentar: Prof. Dr. Etienne François (Leiter des Frankreich-Zentrums der Technischen Universität Berlin)

Moderation: Prof. Dr. Gesine Schwan (Präsidentin der Europa-Universität Viadrina)

Eine Veranstaltung der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Zusammenarbeit mit dem Tschechischen Zentrum Berlin und dem Polnischen Institut Berlin.

Robert-Bosch-Saal der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik
Rauchstraße 18
10787 Berlin

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22.Mai 2007, 19.00 Uhr
"Die Medien und die Demokratie"

Cezary Gmyz (Magazin Wprost, Stiftung Medientandem) Polen
Sebastian Bickerich (Der Tagesspiegel)
Moderation: Wolfgang Templin
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale für politische Bildung.

Vertretung des Landes Brandenburg beim Bund
In den Ministergärten 1
10117 Berlin-Mitte


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3 Rezensionen

3.1 "Ritt durch die Hölle"

CoverWojciech Kuczoks Buch "Dreckskerl" ist auf Deutsch erschienen

Das Haus ist der Stolz der Familie K. Es ist groß und schön und setzt sich von den erbärmlichen Behausungen in der Nachbarschaft der (nicht näher benannten) schlesischen Kleinstadt ab. Man ist schließlich wer! Allerlei sympathisch-skurrile Familienmitglieder bevölkern die Szenerie, bis der Krieg ausbricht. Ausgerechnet der Bruder vom Vater des alten K., der sensible, introvertierte Künstler, kommt um.

Auf den ersten Blick erscheint Kuczoks Roman als ein sorgfältig ausgearbeitetes Familienbild. Das legt der Eingangsteil des Romans nahe, eine Rekonstruktion der Familienumstände, die der eigentlichen Handlung vorausgehen. Der Autor, der erst auf Seite 49 als Ich-Erzähler die Bühne betritt, beschreibt sein Elternhaus als Nest und Schutzwall, um den schwer greifbaren Moment aufzuzeigen, in dem diese Bastion gegen die Verwirrungen und Grausamkeiten der Welt ins Wanken gerät, das Haus gleichsam alles Gift in seinem Mauern aufsaugt, bis es zu einem grausamen Gefängnis wird und schließlich spektakulär in sich zusammenfällt.

Nach dem Krieg hält der Krieg in das Haus Einzug, denn die Menschen vergessen, "daß die Fülle der Greuel eine noch größere Fülle von Greueln nach sich ziehen, daß der Krieg unablässig weitergehen würde in den vergifteten Seelen und das Lebensziel dieser vergifteten Seelen die Ausweitung des Krieges auf alle, das Vergiften aller ist." Mit dem rachsüchtigen Bemühen des alten K., es der nachfolgenden Generation nicht einfacher zu machen, beginnt das Martyrium des Roman-Ich's. Die Mittel der Disziplinierung sind sowohl physische Gewalt als auch das Wort. Der alte K. verfügt über ein reichhaltiges Arsenal an Sprichwörtern und Lebensweisheiten, mit denen er seinen Sohn terrorisiert, einzig mit dem Ziel, seine Überlegenheit zu zementieren. Aber da ist noch etwas, das Kuczok erstaunt zur Kenntnis nimmt, besonders als sein Held zwecks "Entschwächlichung" zur Kur geschickt wird; nämlich Sehnsucht, Liebe und gegenseitiges Verlangen.

Kuczoks Darstellungen einer Familiengeschichte ähneln bestimmt einem Ritt durch die Hölle, wobei bezweifelt werden darf, ob sie authenthisch, gar autobiographisch sind. Dafür sind sie zu literarisch. Dennoch ist es keine düstere Lektüre, die den Leser deprimiert zurückläßt. Dank ausgezeichneter spöttischer Personenbeschreibungen und ironischer Verallgemeinerungen bereitet das Buch großes Vergnügen. Der Autor hinterfragt auf ungemein intelligente Weise den Mythos der Familie, der Ehe, der Kirche. Auffällig ist die Namenlosigkeit der Personen. Einzig der alte K. (Reminiszenz an Kafka?) erhält abgekürzte Personalität. Ansonsten gibt es nur Sohn und Mutter, den Bruder des alten K., "der alte Hagestolz" und die Schwester des alten K., "die alte Jungfer".

Sprachlich ist Kuczok eine Entdeckung! Er ist stilsicher, hat Sinn für präzise Kompositionen, das Talent und die Fähigkeit zum großen Erzähler. Für diesen Roman erhielt er die höchste literarische Auszeichnung in Polen, den NIKE-Preis (der nichts mit einem Sportartikelhersteller zu tun hat).

Ärgerlich ist die Neigung deutscher Verlage, Originaltitel zu ändern. Der deutsche Titel "Dreckskerl" trifft nicht ansatzweise. Das polnische "Gnój" (= Jauche) wird dem Buch wesentlich gerechter. Außerdem sollte man den Autoren zugestehen, daß sie sich bei der Wahl ihrer Titel etwas denken!

Wojciech Kuczok
Dreckskerl
erschienen bei Suhrkamp
174 Seiten
ISBN 978-3-518-41884-0
19,80 EUR

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3.2 Entdeckungsreise durch ein fremdes Land

Annette DittertIn "Palmen in Warschau" beschreibt Annette Dittert unseren Nachbarn

Die Künstlerin Joanna Rajkowska hat eine Vision. Sie will mitten im Zentrum Warschaus, auf einer Verkehrsinsel des vielbefahrenen Rondo de Gaulle eine Palme pflanzen, eine fünfzehn Meter hohe Palme. Damit will sie den Warschauern zeigen, wo sie leben bzw. nicht leben: nicht in Amerika, nicht in Florida, nicht im Westen. Der gnadenlose Einbruch des Kapitalismus in die polnische Hauptstadt traf deren Bewohner etwas unvorbereitet. Deshalb können sie nur einigermaßen klarkommen, wenn sie sich ihrer östlichen Identität wieder bewußter würden. Und weil eine richtige Palme in der Stadt gar nicht überleben könne, müsse diese eben aus Plastik sein. Es gibt nur ein einziges Unternehmen auf der Welt,.das Plastikpalmen dieser Größenordnung herstellt. Und das ist in San Diego. Die Anschaffung und Überführung nach Warschau würde mehrere Zehntausend Dollar kosten. Sponsoren sind keine in Sicht, von dem Widerstand Warschauer Behörden gar nicht zu reden.

Annette Dittert war von 2001 bis 2004 ARD-Korrespondentin in Warschau. Sie hat ihre Fernsehbeiträge, für die sie den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis erhielt, zu einem Buch verdichtet, ergänzt um Analysen, Anekdoten und Reflexionen. Dabei beweist sie durchaus erzählerisches Talent. Seine Faszination bezieht das Buch aus der Empathie der Autorin. Da ist eine, die neugierig ist, die zuhören kann, die ihre Gesprächspartner und Sujets nicht um der Pointe willen verrät. Und die sehr komplexe Themen erklärt, wie die tiefe Verbundenheit der Polen mit der Katholischen Kirche, die nicht einfach nur der Tatsache geschuldet ist, daß ein Pole Papst war oder die fast pathologische Abneigung gegen alles Homoerotische oder die tief verwurzelte Distanz zu Russland.

Die Journalistin nimmt uns mit auf eine faszinierende Entdeckungsreise in ein für viele Deutsche fremdes Land und deren Menschen. Da sind z. B. Pani Ania (89) und Pani Zofia (83), die jeden Tag in der Warschauer Milchbar "U Karalucha" (Bar zur Kakerlake), einkehren - immer perfekt geschminkt und schick angezogen. Nicht nur das schmackhafte und preiswerte Essen zieht sie an, sondern auch die zahlreichen gut aussehenden Studenten der gegenüber gelegenen Universität, mit denen sie "flirten, was das Zeug hält". Da ist Kazimierz, ein mobiler Filmvorführer in den Masuren, der Letzte seiner Art, der mit alten ukrainischen Projektoren über die Dörfer zieht oder der Hippie und Kommunalpolitiker Piotr, der sich in den südöstlichsten Winkel Polen, die Karpaten, zurückgezogen hat.

Aber auch die Hoffnungslosen, Verlorenen, Gestrandeten bekommen ein Gesicht, jene, die mit der Dynamik des Wandels nicht Schritt halten konnten. Ola, die im Spielfilm "Czesc, Tereska" (Hallo Tereska) sich selbst spielt: eine Außenseiterin, die im Heim landet, ausreisst, kriminell wird. Der Film wird in Polen ein Riesenerfolg, Ola erhält für ihre schauspielerische Leistung den Young Artists Award, soll zur Verleihung nach Los Angeles reisen. Der Regisseur besorgt einen Pass und die Genehmigung vom Heim. Nur Ola ist wieder mal verschwunden. Als sie am Telefon über den Preis und die bevorstehende Reise informiert wird, legt sie auf. Kurze Zeit später überfällt sie einen Kiosk, wird erwischt und landet im Knast. Die Halbwüchsigen Adam, Marcin und Zbisiek, schon lange resigniert über ihre Lebensumstände, klauen unter abenteuerlichen und lebensgefährlichen Bedingungen Kohle von Güterwagen, um sie zu verkaufen.

Annette Dittert ist eines der besten Polen-Bücher seit langem gelungen, das Maßstäbe setzt und es künftigen ARD-Korrespondenten vermutlich schwer machen dürfte. Für Leser, die mehr über unsere Nachbarn im Osten erfahren wollen, ist das Buch eine unbedingte Empfehlung, für Polen-Kenner eine Lektüre, die auf alle Fälle Überraschungen bereit hält.

Nach einem Jahr Kampf steht sie da auf dem Rondo de Gaulle im Zentrum Warschaus: eine fünfzehn Meter hohe Plastikpalme.Seither wurde viel diskutiert über die Palme, die Verkehrsinsel ist zum Treffpunkt geworden, Hochzeitspaare lassen sich vor der Palme fotografieren. Und vielleicht hat sich die Stadt über die Palme ein Stück neu erfunden.

Annette Dittert
Palmen in Warschau - Notizen aus dem neuen Polen
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch 2004
251 Seiten, mit zahlreichen Fotos
ISBN 3-462-03444-8
18,90 EUR

 

4 Wjadomosci - Nachrichten

PL/DE: Polen blockiert erneut den Jugendaustausch

Der deutsch-polnische Jugendaustausch wird von der Regierung in Warschau erneut behindert. Wie die Märkische Oderzeitung berichtet, ist ein Termin für eine Sitzung des Rates des Deutsch-Polnischen Jugendwerks, auf der der Haushalt für 2007 verabschiedet werden muss, von polnischer Seite abgesagt worden. Die deutsche Geschäftsführerin des Jugendwerks, Doris Lemmermeier, sagte gegenüber der Zeitung, finanzielle Zusagen an Träger und Organisatoren von Jugendbegegnungen könnten derzeit nur unter Vorbehalt gegeben werden. Dies erschwere insbesondere die langfristige Planung von Begegnungen und sorge für Unsicherheit.

Bereits im vergangenen Jahr hatte ein ähnliches Problem die Arbeit des Jugendwerks belastet, das von beiden Ländern jährlich mit jeweils 4,6 Millionen Euro unterstützt wird. Davon können Begegnungen von rund 160 000 Jugendlichen pro Jahr finanziert werden. 2006 war die polnische Rate für das vierte Quartal von Warschau monatelang verzögert worden. Der Hintergrund dafür ist, dass das von der katholisch-konservativen Partei "Liga polnischer Familien" geführte Warschauer Bildungsministerium, das für das Jugendwerk zuständig ist, den polnischen Geschäftsführer Piotr Womela ablösen will. Dieser war noch von der Vorgängerregierung berufen worden. Als Grund für die Ablösung werden angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Geschäftsführung angeführt. Ein erster Versuch, an Womelas Stelle die Frau des ebenfalls der "Liga polnischer Familien" angehörenden Ministers für Seeverkehrswirtschaft, Rafal Wiechecki, zu setzen, war 2006 an deren mangelnder Qualifizierung gescheitert. Einen neuen Kandidaten hat Warschau noch nicht benannt. 2006 war die letzte Rate für das Jugendwerk erst kurz vor dem Antrittsbesuch von Regierungschef Jaroslaw Kaczynski bei Bundeskanzlerin Merkel überwiesen worden. Angesichts anderer Konflikte, beispielsweise im Zusammenhang der deutsch-russischen Gas-Pipeline unter der Ostsee, oder den Entschädigungsklagen deutscher Vertriebener gegen Polen beim Europäischen Gerichtshof, hatten die Regierungschefs den Jugendaustausch als positives Beispiel für die Beziehungen hervorgehoben. (Quelle: Märkische Oderzeitung)

PL: Hier wird deutsch gesprochen!

Die deutsche Dienstleistungsfirma ARVATO hat einen polnischen Mitarbeiter entlassen, der sich weigerte deutsch zu sprechen. Das Unternehmen betreibt in Szczecin ein Call-Center, das ausschließlich deutsche Kunden bedient. In einem der Diensträume hing ein Schild mit der Aufforderung. "Hier wird nur deutsch gesprochen!!!". Dadurch fühlte sich der junge Mann diskriminiert und beschwerte sich. Die Personalchefin der Firma sagte dazu, dieser Hinweis hätte sich ausdrücklich auf die Kommunikation mit deutschen Kunden bezogen. Der Mann sei entlassen worden, weil seine Arbeit unzureichend war. Der ehemalige Mitarbeiter sagte hingegen, die Forderung habe sich auch auf private Gespräche bezogen. Er verlangt nun vor Gericht eine Entschädigung von 40.000 Zloty.

In der Firma hängen jetzt Schilder in mehreren Sprachen, unter anderem auf Polnisch mit der Bitte, "die Sprache zu verwenden, in der man auch die Kunden bedient".
(Quelle: Gazeta wyborcza)

DE/PL: Neuer Grenzübergang für Fußgänger und Radfahrer

Am 27. April öffnete ein neuer Grenzübergang auf der Insel Usedom. Zwischen Garz und Swinoujscie können damit jetzt auch Fußgänger und Radfahrer die Grenze passieren.
(Quelle: Dziennik Baltycki)

PL: Doppeltes Lottchen auf Polnisch

DVD CoverEinen wahren Kino-Boom erlebt derzeit ein Kinderfilm, der 1962 erstmals auf die Leinwand kam. Der Grund. Die beiden damals 13jährigen Hauptdarsteller Wojcech und Lech Kaczynski. Darin spielen sie zwei Schwerenöter, die sich lieber mit allerlei Tricks als mit Arbeit durchs Leben schlagen und sogar vorhaben, den Mond zu klauen, um ihn zu verkaufen. Es ist einfach schön, wenn der künftige polnische Präsident sagt: "Ich wünsche mir ein Land, in dem ich nicht arbeiten muß." Die DVD gibt es bei www.ebay.pl (poln. Originaltitel: "O dwoch takich, co ukradli ksiezyc", "Über die beiden, die den Mond klauten".) für 30 Zloty, ca. 6,50 €.

 

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5 Nützliches

5.1 Polnisch lernen

Zugegeben, die polnische Sprache ist nicht einfach. Für jene die Herausforderungen suchen, hier eine Auswahl von Sprachschulen:

POLONIKON Sprachschule
Kaiser-Friedrich-Str. 60
10627 Berlin-Charlottenburg
www.polonikon.com

- Standard-, Intensivkurse und Einzelunterricht in der Sprachschule
- Sprachreisen nach Polen (Ostseeküste, Isergebirge oder Hohe Tatra)
Ein Standardkurs umfaßt 12 Wochen mit 1 x 2 Std. pro Woche und kostet 219 €.

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Polnisch lernen in kleinen Gruppen
Sprachenservice Deutsch-Polnisch
www.deutsch-polnisch.de

- Abendkurse, Wochenendkurse, Intensivkurse, Einzelunterricht, Konversation
- Individuelle Unterrichtsgestaltung
- Erfahrene Lehrkräfte, (nur Muttersprachler)

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Sprachinstitut Metropolija
www.meropolija.de

- Einzelunterricht oder Minigruppen
- von der Grund- bis zur Oberstufe
- Einführung in Kultur und Landeskunde, Geschichte und Poltik

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Kolleg für polnische Sprache und Kultur
www.kolleg.pl

- Neben ganz "normalen" Sprachkursen ein Angebot für Profis
- Erwerb eines europaweit anerkannten Zertifikats

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Weitere Hinweise finden Sie auf www.polnischekultur.de

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5.2 Schnupperurlaub

Wer neugierig auf unsere polnischen Nachbarn geworden ist, dem empfehlen wir einen ersten Schnupperurlaub oder ein verlängertes Wochenende im grenznahen Erholungsgebiet rund um Lubniewice. Mit dem Auto ist man maximal zwei Stunden dorthin unterwegs. Die wald- und seenreiche Gegend verfügt über hervorragende Fahrradwege, Gestüte, Wassersport- und Angelmöglichkeiten.

Wir haben für Sie vorgeschnuppert und empfehlen Ihnen den Touristenstützpunkt "KORMORAN" in Sulecin. Dort kann man (für 3 € pro Person; Kinder bis 5 Jahre kostenlos) sein Zelt aufschlagen, ein Zimmer oder Ferienhäuschen mieten. Entstanden ist das Gelände ursprünglich als ökologische Fischzucht. Erst später kam der Tourismus dazu. Die Einrichtung verfügt über ein Restaurant, einen Badesee, zahlreiche Hängematten zum Faulenzen sowie über Grill- und Angelplätze. Alles ist mit mit viel Liebe zum Detail ausgestattet.

Wem eher nach Wellness zumute ist, für den ist die Pension "AFRODYTA" in Osno Lubuskie genau das Richtige. Das sehr schöne Haus am See mit einem anheimelnden Kaminzimmer und sensationeller polnischer Küche (Vollpension empfohlen) bietet gegen Aufpreis Massage- und zahlreiche andere Wohlfühlangebote.

In beiden Einrichtungen wird hervorragend deutsch gesprochen. Beide bieten auch einen Abholservice für Zugreisende an; am besten mit dem ICE Richtung Warschau bis Rzepin (geht schneller) oder mit dem Regionalexpress bis Küstrin (ist etwas preiswerter).

Kontaktadressen, ebenfalls auf deutsch:
www.kormoran.org.pl
www. pensjonat-afrodyta.pl

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5.3 Essen und Trinken

Das polnische Nationalgericht "Bigos"
(Die Mengen richten sich nach der Anzahl der Personen)

Wir brauchen:
- zu gleichen Teilen Weißkohl und Sauerkraut
- Schweine- und Rindfleisch
- Kassler
- Knacker oder polnische Parówki oder italienische Cabanossi
- Möhren
- Zwiebeln
- Tomatenmark
- Knoblauch
- Rotwein
- Sallz, Pfeffer, Wacholderbeeren, Lorbeerblatt
- Öl oder Butter zum Braten

Weißkohl fein zerhacken und im heißen Wasser blanchieren. Schweine- und Rinderfleisch mit Salz und Pfeffer würzen, anbraten, anschließend in mundgerechte Stücke zerlegen, Bratensatz mit Rotwein ablöschen. Kleingeschnittene Möhren, geviertelte Zwiebeln und Knoblauch separat anbraten, Tomatenmark zufügen. Alles zusammen mit Weißkohl und Sauerkraut in einen Schmortopf geben und mit Rotwein und Wasser angießen (nicht zuviel; das Gericht sollte am Ende eine Konsistenz wie Gulasch haben) , Gewürze zugeben, aufkochen lassen und auf kleiner Flamme vor sich her köcheln lassen. Öfter mal umrühren. Nach einer Stunde Garzeit kleingeschnittenen Kassler und Knacker zugeben und noch mal eine Stunde weiter brutzeln, abschmecken - fertig! Am besten bereitet man das Gericht einen Tag vor dem Servieren zu. Durch nochmaliges Aufwärmen wird es erst richtig gut. Dazu passen Kartoffeln oder Brot.
Guten Appetit! Smacznego!

Trinken in Polen

Die Polen sind Teetrinker. Deshalb schmeckt Tee hier auch hervorragend. Bei der Kaffeebestellung sollte man darauf hinweisen, daß man richtigen Kaffee und keinen Nescafé wünscht. Trockene Weiß- und Rotweine sucht man außerhalb der Großstädte meist vergebens. Dafür ist das polnische Bier sehr gut, der Wodka sowieso.

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Ein SPEZIAL des Mai-Newsletters von KULTURHUS BERLIN

Texte und Recherchen: Gabriela Friedrich
Fotos: Ulrike Schulz
Gestaltung: Ilka Sonntag

Letzte Änderung: