Skandinavisten aus Deutschland und Europa trafen sich im Berliner Nordeuropa-Institut zur wissenschaftlichen Diskussion – 18. Arbeitstagung der deutschsprachigen Skandinavistik in Berlin Vom 18. bis 21. September 2007 fand am Nordeuropa-Institut der Humboldt-Universität zu Berlin die 18. Arbeitstagung der deutschsprachigen Skandinavistik (ATDS) statt. Über 200 Teilnehmer diskutierten vier Tage lang zu Themen aus Geschichte, Linguistik, Mediävistik und Literaturwissenschaft. Seit 1974 treffen sich die Skandinavisten im deutschsprachigen Raum regelmäßig zur ihrer Arbeitstagung. Im Folgejahr wurde ein Zweijahresturnus beschlossen. Die Gründungstagung der ATDS wurde in Berlin ausgerichtet, damals noch an der Freien Universität. 33 Jahre später kehrte sie wieder an die Spree zurück, diesmal jedoch an die Humboldt-Universität. Das neue Institutsgebäude, welches das Nordeuropa-Institut erst ein Jahr zuvor bezogen hatte, erwies sich dabei als von großem Vorteil. In der angenehmen Atmosphäre der geräumigen und gut ausgestatteten Räume tagte es sich besonders angenehm, fanden die meisten Teilnehmer. Nach der Eröffnungsrede des Institutsdirektors Bernd Henningsen leitete Jurij Kusmenko den Fachteil der Tagung mit seinem Vortrag zum samischen Einfluss auf das Gemeinskandinavische ein. Sein Blick über den engeren skandinavischen Horizont wies damit den Weg für die kommenden Tage, an denen sich z. B. die Arbeitsgruppe von Frithjof Strauß und Thomas Seiler mit Skandinavisch-iber(oamerikan)ischen Kulturkontakten befasste. Passend dazu fragten Hendriette Kliemann-Geisinger und Jan Hecker-Stampehl in ihrer Arbeitsgruppe „Was ist der Norden?“. Neben Vorträgen u. a. zu Wiederkehr des Religiösen in der zeitgenössischen skandinavischen Literatur (Katrin Hoff) oder zur Semiotik des Nordens in den Vereinten Nationen (Norbert Götz) gab es neun verschiedene Arbeitsgruppen. In einer hochschulpolitischen Podiumsdiskussion zu den Folgen des Bolognaprozesses kamen neben den Lehrenden auch Studierende zu Wort. Abgerundet wurde die Tagung durch ein umfangreiches Freizeitprogramm mit Empfang in den Nordischen Botschaften, Liederabend im Finnland-Institut, einem Besuch im Kanzleramt oder einer Exkursion zu Orten skandinavischen Lebens im Berlin. Insgesamt nahmen über 200 Skandinavisten an der Tagung teil. Besonders erfreut äußerte sich Tomas Milosch vom Organisationskomitee über die hohe Zahl der studentischen Teilnehmer. Zudem waren Gäste nicht nur aus dem deutschsprachigen Raum angereist, sondern auch aus Belgien, Finnland, den Niederlanden, Island, Polen, Norwegen, Russland, Schweden und Ungarn. Um diese Tendenz zu verstärken, beschloss das Abschlussplenum eine kleine Namensänderung: 2009 findet die ATdS (sic!) erstmalig in Amsterdam statt, als Arbeitstagung der Skandinavistik. Johannes Freund |